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News von heute Mordrate in den USA laut Gesundheitsbehörde dramatisch gestiegen

Ein Absperrband der New Yorker Polizei
Die Mordrate in den USA hat im vergangenen Jahr nach einer Statistik der Gesundheitsbehörde CDC den stärksten Anstieg in der jüngeren Geschichte des Landes verzeichnet (Symbolbild)
© Vanessa Carvalho/ / Picture Alliance
Die News von heute im stern-Ticker.

Inhaltsverzeichnis

Die News von heute im stern-Ticker: 

22.52 Uhr: Österreich: Kanzler Kurz verteidigt sich gegen Korruptionsvorwürfe

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hat erneut versucht, die Korruptionsvorwürfe der Staatsanwaltschaft zu entkräften. Es gebe überhaupt kein Indiz dafür, dass er persönlich zum Beispiel in die Beauftragung für ihn günstiger Meinungsumfragen oder in das Schalten von Inseraten verwickelt sei, sagte Kurz in der ORF-Nachrichtensendung "ZiB2". "All diese Vorwürfe, die es da gibt, richten sich gegen Mitarbeiter des Finanzministeriums", betonte Kurz. Dass Umfragen zu seinen Gunsten manipuliert worden seien, sei schon deshalb abwegig, weil Dutzende Umfragen im fraglichen Zeitraum 2016 ganz ähnliche Werte für Parteien und Politiker ergeben hätten. Einen Rücktritt schloss Kurz aus.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKSTA) ließ das Kanzleramt, das Finanzministerium und die ÖVP-Zentrale durchsuchen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Kurz und einige seiner engen Vertrauten wegen des Verdachts der Untreue, der Bestechung und der Bestechlichkeit. Das Team um den 35-jährigen Regierungschef soll sich seit 2016 mit Steuermitteln eine positive Berichterstattung in einem Boulevard-Medium erkauft haben, um so den Weg von Kurz an die Parteispitze und ins Kanzleramt zu ebnen. Eine wichtige Rolle bei der Beschaffung der Gelder soll ein Kurz-Vertrauter im Finanzministerium gespielt haben.

Die Mediengruppe bestreitet die Vorwürfe. Es habe zu keinem Zeitpunkt eine Vereinbarung zwischen der Mediengruppe ÖSTERREICH und dem Finanzministerium über eine Bezahlung von Umfragen durch Inserate gegeben, teilte das Unternehmen mit.

21.09 Uhr: 17 tote Migranten an Küste Libyens angespült

An der libyschen Küste sind die Leichen von 17 Migranten angespült worden, die es über das Mittelmeer nach Europa schaffen wollten. Wie die Küstenwache des nordafrikanischen Landes der Nachrichtenagentur AFP sagte, war das Boot der Flüchtlinge gekentert. Die Leichen seien an der Küste zwischen den libyschen Städten Sawija und Sorman gefunden worden. Von Libyen aus starten jährlich zehntausende Flüchtlinge in seeuntauglichen Booten die lebensgefährliche Überfahrt nach Europa. Die italienische Küste ist von Libyen 300 Kilometer entfernt. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) vom September starben seit Beginn dieses Jahres 1369 Migranten beim Versuch, das Mittelmeer in Richtung Europa zu überqueren. 

18.48 Uhr: Münchner Polizei stellt 22 Kilo Kokain in herrenlosem Koffer sicher

In einem liegengebliebenen Koffer am Flughafen München hat die Polizei Rauschgift in Millionenwert entdeckt. Das Gepäckstück enthielt rund 22 Kilogramm Kokain, wie die Polizei mitteilte. Der Koffer war bereits Ende September sichergestellt worden, Untersuchungen hätten den Inhalt nun als Kokain identifiziert. Der Stoff sei besonders rein und weise eine hohe Wirkstoffkonzentration auf.

18.36 Uhr: Streaming-Plattform Twitch bestätigt unerlaubten Zugriff nach Datenleak

Bei der Streaming-Plattform Twitch sind nach einem Datendiebstahl unter anderem Informationen zu Einkünften prominenter Nutzer veröffentlicht worden. Die Amazon-Tochterfirma bestätigte einen unerlaubten Datenzugriff, äußerte sich aber zunächst nicht zur Echtheit der Inhalte. Man arbeite unter Hochdruck daran, das Ausmaß zu verstehen, teilte Twitch bei Twitter mit.

Twitch wird vor allem von Gamern dafür genutzt, den Verlauf von Videospielen live zu übertragen. Die Plattform brachte eigene Stars hervor, die viele Zuschauer haben.

18.08 Uhr: Verletzte bei Schüssen an Schule in US-Bundesstaat Texas

Bei einem Schusswaffenangriff an einer Schule im US-Bundesstaat Texas sind offenbar mehrere Menschen verletzt worden. Die Polizei der Stadt Arlington im Großraum Dallas bestätigte einen Einsatz an der Timberview High School. Bürgermeister Jim Ross sagte örtlichen Medien, mindestens zwei Menschen seien verletzt worden. Die Polizei versuche, den Verdächtigen zu fassen.

17.56 Uhr: Nato entzieht acht russischen Diplomaten die Akkreditierung

Die Nato hat acht Mitgliedern der russischen Mission bei dem Militärbündnis die Akkreditierung entzogen. Bei ihnen handele es sich um "verdeckte russische Geheimdienstmitarbeiter" - also um Spione, erklärte ein Nato-Vertreter. Darüber hinaus werde die Zahl der Mitglieder der russischen Mission, die sich bei der Nato akkreditieren können, von 20 auf zehn reduziert. 

Die Haltung der Nato gegenüber Russland bleibe konsistent, hieß es in der Erklärung weiter. Das Bündnis habe seine Abschreckungs- und Verteidigungsmaßnahmen als Reaktion auf die "aggressiven Handlungen Russlands" gestärkt. Zugleich bleibe die Nato "offen für bedeutenden Dialog". 

17.53 Uhr: Russische Gefängnisbehörde entlässt in Skandal um Foltervideos fünf Beamte

Die russischen Behörden haben fünf Beamte nach der Veröffentlichung von Videos mit mutmaßlichen Vergewaltigungen von Häftlingen entlassen. Wie die Strafvollzugsbehörde FSIN mitteilte, sind unter den Beschuldigten der Leiter der Gefängniskrankenstation in der Stadt Saratow sowie der Leiter der FSIN-Zweigstelle vor Ort. Die Aufnahmen waren in dieser Woche von der Website Gulagu.net veröffentlicht worden. 

Die Videos zeigen unter anderem schwere Misshandlungen an einem Gefangenen, der währenddessen an sein Bett gefesselt ist. In der Krankenstation werden Häftlinge mit Tuberkulose behandelt. Die FSIN kündigte eine Untersuchung an. 

17.34 Uhr: Schütze in Ägypten tötet zwei Polizisten - und wird dann erschossen

Ein Schütze hat in Ägypten zwei Polizisten getötet und zwei weitere verletzt. Bei dem Schusswechsel in Ismailia am Suezkanal sei der Täter dann ebenfalls getötet worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Polizisten hatten den Mann demnach in der Stadt im Nordosten des Landes wegen illegalen Waffenhandels festnehmen wollen, als er das Feuer eröffnete. Einem Medienbericht zufolge verschanzte er sich zeitweise auf einem Hausdach und schoss von dort mit einem Gewehr auf die Beamten.

17.28 Uhr: WHO – 1,6 Millionen Corona-Impfungen in Afghanistan drohen abzulaufen

In Afghanistan drohen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 1,6 Millionen Corona-Impfdosen demnächst abzulaufen. Sie müssten dringend verabreicht werden, teilte die WHO über Twitter mit. Seit August werde in Afghanistan deutlich weniger auf das Coronavirus getestet und geimpft. Genauen Zahlen nannte die Organisation nicht. Die WHO arbeite mit Partnern in mindestens 16 Provinzen zusammen, um die Zahl der Tests und Impfungen zu erhöhen. Mitte August hatten die militant-islamistischen Taliban in Afghanistan die Macht übernommen. Die WHO hatte Ende September mitgeteilt, man sehe das Gesundheitssystem in Afghanistan vor dem Kollaps.

17.17 Uhr: Gesundheitsbehörde – Mordrate in den USA dramatisch gestiegen

Die Mordrate in den USA hat im vergangenen Jahr nach einer Statistik der Gesundheitsbehörde CDC den stärksten Anstieg in der jüngeren Geschichte des Landes verzeichnet. Aus vorläufigen CDC-Daten ging hervor, dass 2020 rund 7,8 Morde pro 100.000 Einwohner registriert wurden – ein Plus von 30 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Es handele sich um "den stärksten Anstieg seit mehr als einem Jahrhundert", teilte die Behörde mit. Einen Grund für die Zunahme nannte die Gesundheitsbehörde nicht.

CNN berichtete unter Berufung auf Kriminologen, dass die Entwicklung auch auf die Coronavirus-Pandemie zurückzuführen sei: So habe die Schließung von Schulen und die Zunahme von Arbeitslosigkeit zu erhöhter Belastung besonders von Familien mit niedrigerem Einkommen geführt. Die Pandemie habe außerdem zur Folge gehabt, dass weniger Polizisten Streife in besonders betroffenen Vierteln gelaufen seien.

16.55 Uhr: CDU-Vize Strobl kritisiert eigene Partei

Der stellvertretende CDU-Vorsitzende Thomas Strobl hat nach der Entscheidung für Ampel-Sondierungen Kritik an der eigenen Partei geübt. "Für uns ist besonders bitter und hoffentlich eine Mahnung, dass die Entwicklungen, die uns an den heutigen Punkt gebracht haben, selbst verschuldet sind", sagte der baden-württembergische Innenminister den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Strobl beklagte mangelnde Geschlossenheit. Eine Jamaika-Koalition der Union mit Grünen und FDP halte er "nach wie vor für die beste der möglichen Optionen", sagte Strobl. "Aber als Zweitplatzierte respektieren wir die Entscheidungen des heutigen Tages."

16.42 Uhr: Innensenator – Pannen in knapp fünf Prozent der Berliner Wahllokale

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat das Ausmaß von Wahlpannen bei den Abstimmungen am 26. September konkretisiert. Nach seinen Erkenntnissen gab es "in vermutlich etwa 100 der 2245 Wahllokale" Vorkommnisse, die über die bei jeder Wahl üblichen Nachzählungen hinausgehen. Diese Probleme würden derzeit noch überprüft, teilte die Senatsinnenverwaltung mit.

Nach der Wahl zum Bundestag, zum Abgeordnetenhaus und zu den Bezirksverordnetenversammlungen am 26. September hatten sich Berichte über fehlende oder falsche Stimmzettel, mögliche Auszählungs- und andere Pannen gehäuft. Diese hatten Berlin bundesweit in ein schlechtes Licht gerückt.

16.15 Uhr: Hohe Haftstrafe wegen Volksverhetzung vor Gelsenkirchener Synagoge

Knapp fünf Monate nach einer antisemitischen Demonstration vor der Gelsenkirchener Synagoge ist ein Mann wegen Volksverhetzung und weiterer Delikte verurteilt worden. Das Amtsgericht Gelsenkirchen sah es als erwiesen an, dass der 30-Jährige am 12. Mai unter anderem Hassparolen gegen Juden gerufen hatte und verurteilte ihn zu einer Gesamt-Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten. Die antisemitische Demonstration hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst.

16.10 Uhr: Unerklärliches Fischsterben mit tausenden toten Fischen auf Usedom

Tausende junge Fische sind aus noch ungeklärter Ursache in einem Binnengewässer der Insel Usedom verendet. An der sogenannten Groote Beek, einem Verbindungsgraben zwischen Achterwasser und Schmollensee, seien die Kadaver entdeckt worden, teilte die Wasserschutzpolizeiinspektion Wolgast mit. Es handelte sich demnach vor allem um Jungfische der Arten Zander und Barsch. Für die Suche nach der Ursache des Fischsterbens seien Gewässerproben genommen und Fischkadaver für spätere Untersuchungen geborgen worden. 

15.31 Uhr: Schweden rät Menschen unter 30 voerst von Moderna-Impfstoff ab

In Schweden wird der Corona-Impfstoff von Moderna vorerst nicht mehr an Menschen unter 30 Jahren verimpft. Die schwedische Gesundheitsbehörde empfahl, den Impfstoff des US-Herstellers bis zum 1. Dezember vorsichtshalber nur noch für vor 1991 geborene Menschen zu nutzen. Zur Begründung verwies die Behörde auf Hinweise auf ein erhöhte Risikos, an Nebenwirkungen wie Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündungen zu erkranken. Das Risiko betrifft demnach vor allem Jungen und junge Männer in den Wochen nach ihrer zweiten Impfdosis. Insgesamt sei das Risiko aber sehr gering. Sorgen machen müsse sich also niemand, sagte Schwedens Chef-Epidemiologe Anders Tegnell

15.22 Uhr: Staatsanwaltschaft – Keine Straftaten von Hotelmitarbeiter bekannt

Nach den Antisemitismus-Vorwürfen gegen ein Leipziger Hotel hat die Staatsanwaltschaft Leipzig die Ermittlungen zu dem Fall aufgenommen. Es lägen keine Erkenntnisse im Zusammenhang mit rechtsgerichteten und antisemitischen Straftaten gegen den beschuldigten Hotelmitarbeiter vor, teilte Behördensprecher Ricardo Schulz auf Anfrage mit. Auch zu einer von dem Sänger Gil Ofarim in einem Video zu dem Vorfall erwähnten zweiten Person lägen bisher keine weiteren Erkenntnisse vor.

15.16 Uhr: Bahnfahren wird auch im Regionalverkehr teurer

Zugreisende müssen sich auch im Regionalverkehr auf höhere Fahrpreise einstellen. Für Fahrten außerhalb von Verkehrsverbünden werden ab 12. Dezember durchschnittlich rund 1,7 Prozent mehr fällig, wie der Tarifverband der Bundeseigenen und Nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland (TBNE) in Frankfurt mitteilte. Dazu gehören neben der Deutschen Bahn unter anderem ihre Konkurrenten Abellio, Benex, National Express, Netinera und Transdev.

Die Preiserhöhung betrifft etwa 20 Prozent der Fahrten im Regionalverkehr; ansonsten gilt der Tarif der regionalen Verkehrsverbünde. Auch dort sind erste Erhöhungen angekündigt, in Rhein-Main beispielsweise um durchschnittlich 1,5 Prozent und in München um durchschnittlich 3,7 Prozent. Der TBNE begründete seine Preiserhöhung vor allem mit gestiegenen Betriebskosten etwa durch die Corona-Pandemie. Im Fernverkehr der Deutschen Bahn steigen die Fahrpreise am 12. Dezember durchschnittlich um 1,9 Prozent, wie der Konzern in der vergangenen Woche mitgeteilt hatte.

15.04 Uhr: Merkel gegen Zieldatum zur Aufnahme der Westbalkan-Länder

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich gegen ein klares Zieldatum für die Aufnahme der Westbalkan-Staaten in die Europäische Union ausgesprochen. "Ich halte nichts von einer Deadline, die uns zum Schluss unter Druck setzt", sagte Merkel nach einem EU-Gipfel mit Serbien, Albanien und vier weiteren Ländern im slowenischen Brdo pri Kranju. Das EU-Mitglied Slowenien hatte als Gipfel-Gastgeber das Jahr 2030 als Zieldatum vorgeschlagen, konnte sich aber damit nicht durchsetzen. "Ich habe den Vorschlag nicht unterstützt", sagte Merkel. Bisher seien "von keinem der Länder die Bedingungen erfüllt".

14.40 Uhr: Diebstahl von Lindenbergs Porsche: Angeklagter freigesprochen

Im Prozess um den gestohlenen Porsche von Sänger Udo Lindenberg, 75, ist der Angeklagte vom Amtsgericht Hamburg-St.-Georg von diesem Vorwurf freigesprochen worden. Der 26-Jährige sei jedoch wegen gemeinschaftlichen Diebstahls in drei anderen Fällen zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt worden, teilte die Gerichtspressestelle mit. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig (Aktenzeichen: 944 Ls 202/21). Zuvor hatte abendblatt.de berichtet.

14.47 Uhr: Drohbriefe gegen Thüringer Ärzte wegen Corona-Impfungen

In Thüringen haben mehrere Ärzte, die gegen Covid-19 impfen, Drohbriefe erhalten. Die Briefe einer Person aus dem Lager der Impfgegner seien seit Freitag bei Medizinern eingegangen, sagte Jörg Mertz, Leiter des Pandemiestabs der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), der Deutschen Presse-Agentur. Auch der KV-Vorstand habe einen solchen Brief erhalten. Die Briefe seien von einer "gewissen Radikalität, die wir so nicht kennen", sagte Mertz.

Mertz zufolge ist die Person bekannt, da sie Namen und Adresse in den Briefen hinterlassen habe. Bei der zuständigen Staatsanwaltschaft sei Anzeige erstattet worden. Aus einem Schreiben der KV an Thüringens niedergelassene Mediziner geht hervor, dass die Briefe von einer Frau aus Mühlhausen verfasst wurden. Diese gebe sich als souveräne Staatsbürgerin aus und unterstelle den Medizinern menschenunwürdiges und hoch korruptes Handeln, für die sie zur Verantwortung gezogen würden, so die KV. Das KV-Schreiben liegt dpa vor.

14.40 Uhr: Polen schickt mehr Soldaten zur belarussischen Grenze

Angesichts eines anhaltenden Zustroms von Migranten verstärkt Polen seine Grenze zu Belarus. Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak kündigte am Mittwoch eine Aufstockung der Zahl der Soldaten zur Unterstützung von Grenzschutzbeamten auf 3000 – ein Plus von 600 im Vergleich zur vergangenen Woche. "Die Sicherung der Grenze zu Belarus ist derzeit die wichtigste Aufgabe", schrieb Blaszczak im Kurznachrichtendienst Twitter. "In den kommenden Tagen werden Militärhubschrauber Luftpatrouillen entlang der polnisch-belarussischen Grenze fliegen."

14.24 Uhr: Verdächtiger von Explosion in Göteborg ist tot

Der Tatverdächtige der schweren Explosion in Göteborg vor rund einer Woche ist tot. Ein lebloser Mann sei am Mittwochvormittag in einem Gewässer im Zentrum der zweitgrößten Stadt Schwedens gefunden worden und bereits identifiziert, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Nach der vorsätzlich herbeigeführten Detonation in einem Mehrfamilienhaus im Göteborger Stadtteil Annedal war intensiv nach dem Mann gefahndet worden. "Es ist schön, dass er jetzt gefunden wurde – obwohl wir gehofft hatten, dass er noch am Leben ist", erklärte Polizeistabschef Anders Börjesson. Die Polizei geht derzeit nicht davon aus, dass der Todesfall auf eine Straftat zurückzuführen ist. Die Ermittlungen gegen den Verdächtigen werden nun eingestellt – diejenigen zur Ursache der Explosion aber fortgesetzt.

14.12 Uhr: Schweden setzt Einsatz von Moderna-Impfstoff bei Jüngeren aus

Der Corona-Impfstoff von Moderna wird in Schweden vorerst keinen Menschen unter 30 Jahren mehr verabreicht. Die Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten hat beschlossen, den Einsatz des Präparats des US-Unternehmens für die Jahrgänge 1991 und jünger vorsichtshalber vorläufig bis zum 1. Dezember auszusetzen. Grund dafür sind Anzeichen eines erhöhten Risikos von Nebenwirkungen wie die Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) oder Herzbeutels (Perikarditis), wie die Behörde mitteilte. Das Risiko, davon betroffen zu sein, sei jedoch äußerst gering. Die betroffene Altersgruppe sollte stattdessen den Impfstoff von Biontech/Pfizer erhalten, empfahl die Behörde.

13.53 Uhr: Post will Porto erhöhen

Nach drei Jahren Preisstabilität plant die Deutsche Post zum Jahreswechsel eine Erhöhung des Briefportos von 80 auf 85 Cent sowie bei Postkarten von 60 auf 70 Cent, wie der Konzern mitteilte. Die geplanten Preiserhöhungen müssen noch von der Bundesnetzagentur genehmigt werden – laut Post decken sie indes nur einen Teil der steigenden Kosten für das Unternehmen. Die Post sprach insgesamt von "moderaten" Erhöhungen – im europäischen Vergleich liege das Porto für den Standardbrief auch nach der Erhöhung fast 30 Prozent unter dem Durchschnitt. Die Preise für den Kompakt-, den Groß- und den Maxibrief sollen ebenfalls um fünf Cent steigen, genauso wie Bücher- und Warensendungen. Das Einschreiben verteuert sich um 15 Cent.

13.45 Uhr: Ausweisdokument wird Pflicht bei Reisen innerhalb der EU

EU-Bürger müssen bei Reisen in andere Mitgliedstaaten ein Ausweisdokument mitführen. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschied, eine solche Auflage verstoße nicht gegen das Recht auf Freizügigkeit. Ein gültiger Reisepass oder Ausweis erleichtere die mögliche Überprüfung der Identität von Personen um festzustellen, ob sie ein Recht auf Freizügigkeit haben, schrieb der EuGH in einer Pressemitteilung. EU-Länder dürften auch von ihren eigenen Bürgern verlangen, ein Reisedokument vorzuzeigen – allerdings dürfe ihnen die Einreise auch ohne Pass oder Ausweis nicht verwehrt werden, urteilten die Richter (Rechtssache C-35/20).

13.40 Uhr: Streit um Polizeikosten: Rechnungshöfe unterstützen Bremer Vorgehen

Im Streit um die Erstattung zusätzlicher Polizeikosten bei Hochrisikospielen droht dem deutschen Fußball Ungemach. Die Präsidenten der Rechnungshöfe der Länder und des Bundes halten es für richtig, Gebühren für zusätzliche Polizeikosten bei sogenannten Hochrisikospielen in Fußballstadien zu verlangen. Einen entsprechenden Beschluss fassten sie zum Abschluss ihrer Herbstkonferenz am Mittwoch in Berlin. Bislang hat der Stadtstaat Bremen als einziges Bundesland eine entsprechende Gebührenordnung. "Wir empfehlen, dass auch die anderen Länder solche Gebührentatbestände einführen", sagte die Präsidentin des Berliner Rechnungshofs und Gastgeberin des Treffens, Karin Klingen, im Anschluss an die Konferenz.

13.30 Uhr: 18 mutmaßliche Schleuser festgenommen

Sie sollen rund 200 Migranten unter lebensgefährlichen Bedingungen in Lkw-Aufliegern geschleust haben: Rumänische und deutsche Strafverfolgungsbehörden haben am Dienstag 18 mutmaßliche Schleuser in Rumänien vorläufig festgenommen. Ausgangspunkt seien Ermittlungen in Rosenheim und München gewesen, teilte die Bundespolizei mit. Die Schleuser hätten wiederholt dafür gesorgt, dass kleinere Gruppen afghanischer Staatsangehöriger in Rumänien unbemerkt in Lkw-Auflieger gelangten. Im Bereich der Autobahn 8 nahe Rosenheim seien die Migranten dann beim Entladen der Auflieger oder während der Pausen der Lkw-Fahrer von den Ladeflächen gesprungen.

Auf den Lastwagen hätten sie unter lebensgefährlichen Bedingungen ausharren müssen. So waren sie laut Bundespolizei etwa zwischen der transportierten Ladung wie Paletten oder Baumstämmen tagelang bei Kälte unterwegs. Für den Toilettengang habe es nur Plastikflaschen gegeben. Den Ermittlungen zufolge hatten die Lkw-Fahrer während ihrer Schlafpausen in Rumänien nichts von den illegalen Schleusungen mitbekommen. 

13.25 Uhr: Klimaschutzgesetz mit Solarpflicht in Baden-Württemberg beschlossen

Der Landtag in Baden-Württemberg hat das neue Klimaschutzgesetz der grün-schwarzen Landesregierung beschlossen. Außer Grünen und CDU stimmte auch die SPD zu, FDP und AfD votierten dagegen. Es ist das erste große Gesetzesprojekt der Koalition in dieser Wahlperiode. Die wichtigste Neuerung: Wer ein neues Haus bauen will, muss ab 1. Mai kommenden Jahres eine Solaranlage auf seinem Dach installieren lassen. Zudem müssen Hausbesitzer vom 1. Januar 2023 an bei einer grundlegenden Dachsanierung eine Photovoltaikanlage einbauen lassen. Die Opposition aus FDP und AfD kritisierte, die Solarpflicht sei unsozial und werde das Bauen und Wohnen verteuern.

13.15 Uhr: EuGH erleichtert europaweite Vollstreckung von Verkehrsbußgeldern

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg hat die europaweite Vollstreckung von Verkehrsbußgeldern erleichtert. Nach einem Urteil sind die Mitgliedsstaaten grundsätzlich an die Entscheidungen der Behörden im Land des Verstoßes gebunden und müssen diese vollstrecken. Die dort geltenden Regeln dürften nicht infrage gestellt werden. (Az: C-136/20)

12.56 Uhr: Richter erklären bayerische Ausgangsbeschränkungen vom März 2020 für unzulässig

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (VGH) hat die Corona-Ausgangsbeschränkungen vom Frühjahr 2020 in Bayern für unzulässig erklärt. Die Richter bemängelten insbesondere, dass damals Einzelpersonen ohne besonderen Grund nicht ihre Wohnung verlassen durften. "Da hat der Senat gesagt, aus infektiologischer Sicht waren diese Personen nicht gefährdet", erläuterte VGH-Sprecher Andreas Spiegel die Entscheidung der Richter.

12.42 Uhr: Gaspreise auf europäischen Märkten steigen um 25 Prozent

Die Preise auf den europäischen Gasmärkten ziehen weiter deutlich an. An den europäischen und britischen Referenzmärkten erreichten sie neue Rekordwerte. Grund für die deutlichen Preissteigerungen sind sowohl niedrige Lagerbestände als auch eine steigende Nachfrage angesichts des nahenden Winters. Auch ein eingeschränktes Angebot trägt zu den Preissteigerungen bei.

12.14 Uhr: Bei Angriff verletzte 27-Jährige aus Delmenhorst gestorben

Nach dem tödlichen Angriff auf einen 23-Jährigen in Delmenhorst ist auch die beim zweiten Angriff schwer verletzte 27-Jährige gestorben. Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, starb die Frau am Dienstagabend im Krankenhaus. Um die genaue Todesursache zu klären, soll der Leichnam obduziert werden.

12.06 Uhr: Behörde fällt Entscheidung zum Briefporto: Briefversand wird teurer

Das Briefporto wird teurer. Die Bundesnetzagentur veröffentlichte einen Spielraum für Preiserhöhungen, auf dessen Basis die Deutsche Post ihr Porto anheben kann. Es gilt als sicher, dass der Bonner Konzern das tun wird. Besagter Spielraum für Erhöhungen liegt bei 4,6 Prozent - um diesen Prozentbetrag darf der Warenkorb aller Briefarten teurer werden, ob Standardbrief,  Maxibrief, Großbrief oder Postkarte.

12 Uhr: Streit mit Beschäftigten: Start-up Gorillas spricht Kündigungen aus

Im Streit über die Arbeitsbedingungen beim Lieferdienst-Start-up Gorillas hat das Unternehmen in Berlin und Leipzig zahlreiche Beschäftigte entlassen. Es seien die Arbeitsverhältnisse derjenigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beendet worden, die sich in den vergangenen Tagen an sogenannten "wilden Streiks" und Blockaden von Warenhäusern beteiligt hätten, teilte ein Sprecher mit. 

Zur genauen Zahl der Entlassungen machte Gorillas zunächst keine Angaben. Das "Gorillas Workers Collective" (GWC), ein Zusammenschluss von Mitarbeitern für bessere Arbeitsbedingungen, sprach auf Twitter von "Massenkündigungen", die per Brief oder telefonisch ausgesprochen worden seien. Gekündigt worden sei auch solchen Beschäftigten, die nicht an den Aktionen teilgenommen hätten.

11.56 Uhr: Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer startet Aufarbeitung von Afghanistan-Einsatz

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat mit einer Diskussionsveranstaltung die politische Aufarbeitung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr eingeleitet. "Wichtig ist es, den Einsatz nicht einfach abzuschließen, sondern aufzuarbeiten", sagte die Ministerin zur Begrüßung in Berlin. Der Zeitpunkt der Veranstaltung kurz nach der Bundestagswahl sorgt indes für Kritik.

11.54 Uhr: Achtjähriger wird von Bus überrollt und stirbt

Ein Achtjähriger ist im westfälischen Gronau von einem Bus erfasst worden und gestorben. Er erlag kurz nach dem Unfall seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus, wie ein Polizeisprecher berichtete. Demnach wollte der Junge am Morgen einen Fußgängerüberweg an einem Kreisverkehr überqueren, als der Bus abbog und ihn überrollte. Seelsorger kümmerten sich um die Betroffenen. Die Unfallursache und weitere Details waren dem Sprecher zufolge noch unklar.

11. 50 Uhr: Maskenpflicht an Schulen in NRW soll ab 2. November entfallen

Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat eine Lockerung der Maskenpflicht an den Schulen in dem Bundesland ab dem 2. November in Aussicht gestellt. Unter Berücksichtigung des weiteren Infektionsgeschehens sei es die Absicht der Landesregierung, die Maskenpflicht im Unterricht auf den Sitzplätzen mit Beginn der zweiten Woche nach den Herbstferien abzuschaffen, heißt es in einer versendeten Schulmail des NRW-Schulministeriums. Eine Maskenpflicht besteht dann nur noch im übrigen Schulgebäude. Im Außenbereich gibt es bereits heute keine Maskenpflicht mehr.

In einer Reihe von Bundesländern ist die Maskenpflicht an Schulen bereits gelockert. So traten Anfang vergangener Woche in Bayern und Berlin Lockerungen in Kraft, auch in anderen Bundesländern werden Neuregelungen erwogen. Sie fallen aber nicht einheitlich aus.

11.49 Uhr: Nach Antisemitismusvorfall: Union Berlin ermittelt ersten Täter

Nach den antisemitischen Vorfällen beim Europa-Conference-League-Spiel des 1. FC Union Berlin gegen Maccabi Haifa ist ein erster Täter ermittelt worden, wie der Fußball-Bundesligist mitteilte. Gegen den Täter, der bei der Partie eine Gruppe deutscher Fans von Maccabi Haifa attackiert hatte, sie ein Ausschlussverfahren aus dem Verein eingeleitet worden.

Der identifizierte Täter erhält zudem ein unbefristetes Hausverbot sowie ein Zutrittsverbot zu allen Veranstaltungen des Vereins. Union beantragt beim Deutschen Fußball Bund zudem ein bundesweites Stadionverbot. Der Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamtes ermittelt gegen mehrere Personen, unter anderem wegen des Verdachts der Volksverhetzung.

11.30 Uhr: Zerstückelte Leiche: 48-Jähriger international gesucht

Nach dem Fund von Leichenteilen im Erzgebirge in Sachsen wird ein 48-Jähriger per internationalem Haftbefehl gesucht. Der Türke stehe in Verdacht, einen Landsmann getötet und zerstückelt zu haben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Die Teile des Leichnams soll er dann an verschiedenen Orten abgelegt haben. Vermutlich befinde sich der Tatverdächtige im Ausland, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz, Ingrid Burghart. Gegen ihn werde wegen Totschlags ermittelt.

Ende August hatte die Polizei nach Bürgerhinweisen Leichenteile an einem Feld bei Gornau an der Bundesstraße 174 und an der S 232 bei Weißbach gefunden. Aufgrund von Untersuchungen der Rechtsmedizin stehe nun zweifelsfrei fest, dass es sich dabei um einen 48-Jährigen handle, hieß es. Der Mann sei Ende Juli 2021 zum letzten Mal in seinem Umfeld gesehen worden und galt seither als vermisst.

11.28 Uhr: Frankreichs Unterhaus stimmt für Verbot von "Konversionsbehandlungen"

In Frankreich könnten künftig Behandlungen verboten sein, die einen Menschen von seiner Homosexualität oder Geschlechtsidentität abbringen sollen. Die Nationalversammlung stimmte in der Nacht in erster Lesung für ein Verbot sogenannter "Konversionsbehandlungen", wie das Unterhaus des französischen Parlaments mitteilte. Nun muss noch der Senat als zweite parlamentarische Kammer über den Gesetzesvorschlag beraten.

11.25 Uhr: Hausdurchsuchungen in Kanzleramt und ÖVP-Zentrale in Wien

In Österreich haben Ermittler das Kanzleramt und die Parteizentrale der konservativen ÖVP durchsucht. Das bestätigte eine Parteisprecherin. Im Visier der Justiz waren unter anderem die Arbeitsplätze des Sprechers und des Medienbeauftragten von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Der Vorgang soll laut Medienberichten im Zusammenhang mit Inseraten seitens der Regierung stehen, die für geschönte Umfragen geschaltet worden seien. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft gab vorerst keine Auskunft, kündigte jedoch eine Pressemitteilung an. Die stellvertretende ÖVP-Generalsekretärin Gabriela Schwarz sprach in einer Mitteilung von falschen Anschuldigungen.

11.10 Uhr: Großrazzia: Polizei ermittelt gegen 67 Verdächtige

Bei der Großrazzia wegen illegaler Millionentransfers ermittelt die Polizei gegen 67 Verdächtige. Sie sollen Mitglieder eines internationalen Netzwerks sein, das die Ermittler als kriminelle Vereinigung einstufen. Mehr als 80 Objekte in 25 Städten seien am Mittwoch durchsucht worden, teilten die Ermittler in Düsseldorf mit. Gegen elf Verdächtige wurden Haftbefehle vollstreckt. Schwerpunkt der Maßnahmen war Nordrhein-Westfalen. Die Verdächtigen sollen mit illegalen Zahlungsdiensten Gelder aus Straftaten gewaschen haben. Nach vorläufiger Schätzung beträgt das Transaktionsvolumen etwa 140 Millionen Euro.

10.40 Uhr: Spahn: "Bitte lassen Sie sich gegen Grippe impfen"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Menschen in Deutschland dazu aufgerufen, sich in diesem Herbst besonders zahlreich gegen Grippe impfen zu lassen. Weil es in Deutschland im vergangenen Jahr infolge des teilweisen Lockdowns so gut wie keine Grippe gegeben hatte, sei das Risiko einer Grippewelle in diesem Jahr umso höher, sagte Spahn in Berlin. "Bitte lassen Sie sich gegen Grippe impfen", sagte der Minister. 27 Millionen Dosen Impfstoffdosen stünden zur Verfügung - "mehr als genug", sagte Spahn. Wegen früheren Bestellungen und einer früheren Behördenfreigabe seien die Impfstoffe in diesem Jahr auch früh verfügbar.

Erreicht werden solle erneut mindestens eine Größenordnung wie im vergangenen Jahr, als es 22 Millionen Grippeimpfungen gegeben habe. Üblicherweise seien es zwischen 15 und 18 Millionen Impfungen, so Spahn. Gerade im öffentlichen Personenverkehr seien auch weiter die Abstands- und Hygieneregeln anzuwenden - wie das Tragen von Masken. Spahn selbst hatte sich am Morgen gegen Grippe impfen lassen, wie er mitteilte.

10 Uhr: Hotelier bleibt auf rund 2600 Euro Kosten für verstorbenen Gast sitzen

In einem bizarren Fall eines in einem Hotelzimmer verstorbenen Gasts ist ein Hotelier aus dem fränkischen Ansbach auf fast 2600 Euro an Kosten sitzen geblieben. Obwohl die Tochter das Erbe des verschuldeten Verstorbenen erst nach der gesetzlichen Frist ausschlug, muss sie nicht für den ausstehenden Betrag aufkommen, wie das Landgericht Ansbach in einem veröffentlichten rechtskräftigen Urteil entschied. (Aktenzeichen: 3 C 1051/20) Der Verstorbene war Ende Januar 2020 tot in seinem Hotelzimmer gefunden worden. Der Hotelier machte neben 358 Euro für vier noch unbezahlte Übernachtungen weitere 2200 Euro für die Reinigung des Zimmers geltend und wollte diese von der Tochter des Manns erstattet haben.

Im Erbfall übernimmt der Erbe nach dem geltenden Recht außer dem Vermögen auch die Schulden des Verstorbenen - es sei denn, er oder sie schlägt das Erbe innerhalb von sechs Wochen aus. In diesem Fall schlug die Frau das Erbe erst gut zwei Monate nach dem Tod aus.

9.52 Uhr: Fast 200.000 Corona-Selbsttests in den USA zurückgerufen

Die australische Medizintechnik-Firma Ellume hat nach eigenen Angaben fast 200.000 Corona-Selbsttests in den USA zurückgerufen, weil sie zu viele falsch-positive Ergebnisse lieferten. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte eine Warnung wegen möglicher falsch-positiver Ergebnisse in einigen Chargen der Antigen-Tests von Ellume herausgegeben. Als Grund gab sie Fehler bei der Herstellung der Tests an.

Wie ein Unternehmenssprecher sagte, sind 195.000 der 3,5 Millionen Schnelltests betroffen, die Ellume in die USA geliefert hat. Firmengründer Sean Parsons entschuldigte sich bei den Nutzern, die trotz des positiven Testergebnisses nicht infiziert waren. Das Unternehmen hat die Ursache für das Problem nach eigenen Angaben schon identifiziert und zusätzliche Kontrolle eingeführt. Der Test von Ellume war im Dezember der erste rezeptfreie Schnelltest, den die FDA für den Eigengebrauch genehmigte.

9.50 Uhr: Mann in Saarbrücken auf offener Straße erstochen

In Saarbrücken ist ein Mann auf offener Straße an einer Haltestelle erstochen worden. Ein 36-Jähriger habe am Dienstagmittag unvermittelt auf das gleichaltrige Opfer eingestochen, teilte das saarländische Landespolizeipräsidium mit. Der Mann starb wenig später in einem Krankenhaus. Der mutmaßliche Täter stellte sich selbst bei der Polizei. Gegen ihn wird wegen eines Tötungsdelikts ermittelt. Bisherigen Ermittlungen zufolge kannten sich die beiden Männer aus dem Regionalverband Saarbrücken. Hintergrund der Tat sollen offene Schulden gewesen sein. Der mutmaßliche Täter sollte am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden.

9.45 Uhr: Vater von Hanau-Attentäter nicht zum Prozess erschienen

Der Prozess vor dem Hanauer Amtsgericht gegen den Vater des Attentäters von Hanau ist am Mittwochmorgen direkt nach Beginn unterbrochen worden, weil der Angeklagte nicht erschienen ist. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete die Vorsitzende Richterin die Vorführung des Mannes an. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nach Mitteilung des Gerichts Beleidigung in drei Fällen vor. Dabei geht es um Äußerungen in einer Anzeige sowie zwei Schreiben an Behörden.

9.36 Uhr: Amazon eröffnet stationäres Gemischtwarengeschäft in Europa

Nach Lebensmitteln bietet der Internetriese Amazon erstmals auch Gemischtwaren in einem stationären Geschäft in Europa an. Die Filiale der 4-Star genannten Kette in einem Einkaufszentrum nahe der südostenglischen Stadt Dartford biete unter anderem Bücher, Küchenutensilien, technische Geräte und Spielzeug, teilte der Konzern mit. Verkauft werden Waren, die auf der Online-Plattform mit mindestens vier von fünf möglichen Sternen bewertet werden – daher auch der Name. Dazu werden auch Bewertungen einzelner Nutzer gezeigt.

9.18 Uhr: Giftanschlag auf Nawalny: Westliche Staaten geben Russland Frist für Antworten

Deutschland und 44 weitere Staaten haben Russland eine zehntägige Frist gesetzt, um Fragen der internationalen Gemeinschaft zu dem Giftanschlag auf den Oppositionspolitiker Alexej Nawalny im vergangenen Jahr zu beantworten. Die 45 Länder hätten den Exekutivrat der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) darüber informiert, dass sie Russland offizielle Fragen über die Vergiftung Nawalnys stellen würden, schrieb die britische OPCW-Delegation auf Twitter. "Russland hat zehn Tage Zeit zu antworten."

9.13 Uhr: 13-Jähriger beschießt an Gelsenkirchener Hauptbahnhof Reisende mit Softairwaffe

Ein 13-Jähriger hat am Hauptbahnhof von Gelsenkirchen Reisende mit einer sogenannten Softairwaffe beschossen. Wie die Bundespolizei in Sankt Augustin mitteilte, schlug ein Bahnmitarbeiter am Dienstagnachmittag Alarm, weil Kinder am Bahnhofseingang mit täuschend echt aussehenden Waffen auf Passanten zielen und schießen würden. Die Einsatzkräfte trafen vor Ort den 13-jährigen an. Bei ihm fanden sie auch eine Softairwaffe, die mit geringem Druck kleine Plastikkugeln abschießen konnte. Die Beamten beschlagnahmten die Waffe und informierten die Erziehungsberechtigten des Jungen. "Diese waren über das Verhalten ihres Sohns nicht sehr erfreut", hieß es im Polizeibericht.

8.45 Uhr: Besonders Jüngere durch Facebook-Ausfall gefrustet

Insbesondere jüngere Menschen haben auf den stundenlangen Ausfall von Facebook, WhatsApp und Instagram am Montag mit Frust reagiert. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten YouGov-Umfrage hervorgeht, fühlten sich 46 Prozent der 18- bis 24-Jährigen in ihrer Kommunikation eingeschränkt. Das löste in dieser Altersgruppe besonders viel Ärger (18 Prozent) und Verzweiflung (12 Prozent) aus. Mit Blick auf alle Bundesbürger gab ein Viertel der Befragten an, sich eingeschränkt gefühlt zu haben. Ärger (10 Prozent), Verzweiflung (4 Prozent) und Stress (1 Prozent) hielten sich in Grenzen. 59 Prozent empfanden Gleichgültigkeit.

8.35 Uhr: Polizei durchsucht Wohnungen in Rigaer Straße 94 in Berlin

Die Polizei hat am Mittwochmorgen Wohnungen in dem teilbesetzten Berliner Haus "Rigaer 94" durchsucht. Es seien gut 300 Einsatzkräfte beteiligt, sagte eine Polizeisprecherin. "Wir vollstrecken einen richterlich erlassenen Durchsuchungsbeschluss hier im Haus." Er sei auf Betreiben des Eigentümers erlassen worden. Die Personalien der Bewohnerinnen und Bewohner sollten festgestellt werden, sagte die Sprecherin. "Ein Teil der Einsatzkräfte ist in dem Haus und auch schon in den Wohnungen." Der Straßenzug vor dem Haus sei gesperrt.

8.15 Uhr: Geistig Behinderter in den USA hingerichtet

Im US-Bundesstaat Missouri ist ein verurteilter Mörder mit einer geistigen Behinderung hingerichtet worden. Der 61-jährige Ernest Lee Johnson wurde mit einer Giftspritze exekutiert, wie die Behörden mitteilten. Der republikanische Gouverneur von Missouri, Mike Parson, hatte Forderungen des Vatikans und der Anwälte des Mannes, ihn aufgrund seiner geistigen Behinderung vor der Todesstrafe zu verschonen, nicht gelten lassen. "Der Staat ist bereit, Gerechtigkeit walten zu lassen und die rechtmäßige Strafe zu vollstrecken, die Herr Johnson erhalten hat", erklärte Parson. Er verwies auf eine Entscheidung des Supreme Court, der geurteilt hatte, dass die Todesstrafe vollstreckt werden könne. Der 61-Jährige, der einen IQ-Wert von 67 haben soll, hatte 1994 drei Angestellte eines Lebensmittelladens bei einem missglückten Raubüberfall getötet.

Die Hinrichtung geistig Behinderter ist in den USA eigentlich seit Längerem verboten. Allerdings ist die genaue Definition einer geistigen Behinderung den Bundesstaaten überlassen.

7.17 Uhr: USA veröffentlichen Anzahl ihrer Atomsprengköpfe

Die USA haben erstmals seit Jahren die Zahl ihrer Atomsprengköpfe veröffentlicht. Nach Angaben des US-Außenministeriums verfügte die Regierung am 30. September 2020 über einen Bestand von 3750 Atomsprengköpfen. Dies sei ein Rückgang um 88 Prozent seit dem Höchststand im Jahr 1967. Zum Höhepunkt des Kalten Krieges verfügten die USA über einen Bestand von 31.255 Sprengköpfen. Seit dem Fall der Berliner Mauer 1989 sei die Anzahl der Sprengköpfe um 83 Prozent auf 22.217 abgebaut worden. Rund 2000 weitere Atomsprengköpfe sind derzeit ausgemustert und sollten demontiert werden. Die vom Ministerium veröffentlichten Zahlen bildeten den US-Atomwaffenbestand vom Jahr 1945 bis zum 30. September 2020 ab. Zuletzt hatten die USA nach Behördenangaben im September 2017 aktuelle Zahlen veröffentlicht.

6.28 Uhr: RKI registriert 11.547 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz sinkt auf 62,3

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist im Vergleich zum Vortag leicht gefallen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Mittwochmorgen mit 62,3 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 63,6 gelegen, vor einer Woche bei 61,0. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 11 547 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.46 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11.780 Ansteckungen gelegen.

6 Uhr: Massaker an Juden in Kiew: Gedenkstätte veröffentlicht Täter-Namen

80 Jahre nach dem Massaker an Juden in Kiew hat die Babyn-Jar-Gedenkstätte eine erste Liste mit 159 Beteiligten an dem von Deutschen in der Ukraine verübten Verbrechen veröffentlicht. "Einige waren Schützen, andere holten die Juden aus ihren Häusern, andere nahmen ihre Habseligkeiten und ihr Gepäck", sagte der Leiter des akademischen Beirats der Holocaust-Gedenkstätte, Patrick Desbois. Am 29. und 30. September 1941 erschossen deutsche Einsatzgruppen aus Wehrmacht, Polizisten und SS-Männern 33.771 jüdische Bewohner des besetzten Kiews. Bis zur Befreiung durch die Rote Armee im November 1943 wurden in Babyn Jar (Altweiberschlucht) rund 100.000 Menschen ermordet, darunter Kriegsgefangene, Partisanen, Roma und geistig Kranke. Die Schlucht gilt als das größte Massengrab in Europa.

5.55 Uhr: Zehn Festnahmen bei Großeinsatz gegen Organisierte Kriminalität

In Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen sind seit dem frühen Mittwochmorgen mehr als tausend Einsatzkräfte an einem Großeinsatz gegen die Organisierte Kriminalität beteiligt. Nach Angaben der Polizei Düsseldorf durchsuchten Polizisten, Steuerfahnder und Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft mehr als 80 Häuser, Wohnungen, Büros und Geschäfte. Auf Grundlage von Haftbefehlen wurden zehn Beschuldigte festgenommen.

Der Einsatz galt Mitgliedern eines international tätigen Netzwerks für Geldwäsche und sogenannte Hawala-Geldtransfers. Bei dem Großeinsatz wurden Beweismittel und illegale Vermögenswerte gesichert. Die Maßnahmen dauerten zunächst weiter an. Für den Nachmittag wurde eine gemeinsame Pressekonferenz der bei der Staatsanwaltschaft Düsseldorf angesiedelten Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten in NRW und der Polizei Düsseldorf angekündigt.

4.10 Uhr: Durchbruch bei Malaria-Bekämpfung steht bevor

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hofft auf einen historischen Durchbruch in der Malariabekämpfung durch einen neuen Impfstoff. An diesem Mittwoch begutachtet ein unabhängiger Expertenausschuss in Genf vielversprechende Ergebnisse aus Pilotversuchen mit dem Impfstoff RTS,S in drei afrikanischen Ländern. Wenn die Expertinnen und Experten von der Wirksamkeit und Sicherheit überzeugt sind, würde die WHO den weitreichenden Einsatz empfehlen. Die WHO wollte darüber um 17.30 Uhr in Genf in formieren. Jedes Jahr gibt es rund 200 Millionen Malaria-Infektionen überwiegend in Afrika. Viele Menschen stecken sich mehrmals im Jahr an. 400.000 Menschen sterben im Jahr dadurch, vor allem Kinder unter fünf Jahren. 94 Prozent der Malaria-Todesfälle verzeichnen afrikanische Länder.

4 Uhr: Lockerungen der Corona-Beschränkungen stressen junge Menschen

Etwa ein Drittel der jungen Menschen in Deutschland fühlt sich von den Lockerungen der Corona-Maßnahmen auch mal gestresst. Der Aussage "Ich fühle mich unter Druck gesetzt, viele Dinge zu unternehmen, wenn es wieder möglich ist" stimmten im September 34 Prozent der nach 1995 Geborenen (Generation Z) zu, wie aus einer Sonderauswertung des Instituts für Generationenforschung in Augsburg hervorgeht, die der Nachrichtenagentur dpa exklusiv vorliegt. Seit Beginn der Pandemie fragt das private Institut alle zwei Wochen mindestens 1500 repräsentativ ausgewählte Menschen, wie sie die Corona-Pandemie erleben.

2.20 Uhr: Mutter von krebskrankem Jungen verliert Prozess gegen Bayer-Tochter Monsanto

Die Mutter eines krebskranken Jungen hat in Kalifornien einen Prozess gegen die Bayer-Tochter Monsanto verloren. Wie die Anwälte der Klägerin Destiny Clark am Dienstag mitteilten, gab es aus Sicht der Geschworenen keine Beweise für einen Zusammenhang zwischen dem glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittel Roundup und der Krankheit des Jungen Ezra Clark. In ihrer Mitte September bei einem Gericht in Los Angeles eingereichten Klage machte die Mutter Monsanto dafür verantwortlich, dass ihr Sohn am sogenannten Burkitt-Lymphom, einer seltenen und besonders aggressiven Krebsart, erkrankt ist.

Der Klageschrift zufolge war das Kind dem Unkrautvernichter ausgesetzt, als die Mutter dieses auf ihrem Grundstück versprühte. Der Junge war demnach nur vier Jahre alt, als bei ihm im Jahr 2016 das Burkitt-Lymphom festgestellt wurde. Dieses Lymphom zählt zu den am schnellsten wachsenden Tumorarten.

cl / fs / yks DPA AFP

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