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Amerika, Asien, Afrika: Verheerende Feuer: Nicht nur am Amazonas – wo weltweit die Wälder brennen

Es brennt im brasilianischen Amazonasgebiet. Immer noch – und nicht nur dort. Weltweit werden täglich tausende Hektar Wald vernichtet – oft illegal und meist für die Landwirtschaft. Wo es auf der Welt sonst noch brennt.

In Kampar Indonesien versuchen Feuerwehrleute, einen Waldbrand zu löschen

In Kampar in Indonesien versuchen Feuerwehrleute, einen Waldbrand zu löschen. Feuer haben auf den Inseln Sumatra und den Borneo Hunderttausende Hektar Land vernichtet und Teile Südostasiens in dicken Rauch gehüllt.

DPA

Die Brände im Amazonasgebiet schockieren die Weltöffentlichkeit, denn diese Feuer greifen die "grüne Lunge" unseres Planeten an. Oft wurden sie absichtlich gelegt - eine Katastrophe für die Pflanzen- und die Tierwelt. Doch die bedrohten Waldgebiete in Brasilien sind bei Weitem nicht die einzigen - im wahrsten Sinne des Wortes - Brennpunkte auf der Welt. Es gibt eine ganze Reihe weiterer Brandherde rund um den Globus. Hier eine Übersicht.

Brasilien: Brandrodungen für Ackerland und Soja-Anbau

Die extremen Waldbrände der vergangenen Wochen in Brasiliens Amazonasgebiet sorgten weltweit für Bestürzung. Meist werden zunächst die Bäume gefällt und die abgeholzten Flächen dann in Brand gesteckt, um Weideflächen und Ackerland für den Soja-Anbau zu schaffen. Weil der Regenwald im Amazonasgebiet große Mengen des Klimagases CO2 binden kann, hat er auch für das Weltklima große Bedeutung. Laut Recherchen der DPA lodern in dem Gebiet noch immer etliche Feuer.

Im Amazonasgebiet und in der Cerrado-Savanne kommt es während der Trockenzeit immer wieder zu Bränden. Allerdings stieg die Zahl der Feuer in diesem Jahr deutlich an. Seit Anfang des Jahres wurden in Brasilien über 140.000 Brände registriert, rund 53 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum ein Jahr zuvor.

Indonesien: Wälder brennen für Palmöl

Während vor allem die brennenden Wälder am Amazonas zuletzt weltweit ein Thema waren, weisen Experten darauf hin, dass die zahlreichen Feuer in und um Indonesien nicht minder schlimm seien. Auf Sumatra und Borneo, einer Insel, die teilweise zu Indonesien gehört, seien massiv Urwälder niedergebrannt worden, heißt es in Presseberichten der vergangenen Tage. Die Feuer loderten bis jetzt weiter. Es sei die schlimmste Brandsaison seit 2015. Ähnlich wie im Amazonas-Urwald werden auch in Indonesien Wälder mit Brandrodung vernichtet, um der Landwirtschaft Platz zu machen – im Falle des asiatischen Landes für die Palmöl-Industrie, die dort ein sehr wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Laut dem Internetportal "Vice" wurden in dieser Region in diesem Jahr fast 340.000 Hektar Land verbrannnt - was etwa einem Drittel der Fläche Jamaikas entspricht.

Durch die – wie in Brasilien oft illegalen – Feuer werde unter anderem der Lebensraum der Orang-Utans immer weiter eingeschränkt. Viele andere Tiere des Waldes würden zudem vom Feuer überrascht und verbrennen lebendig.

Afrika: Es brennt – aber nicht alle Feuer sind Öko-Katastrophen

Auf Bildern der US-Weltraumbehörde Nasa sind auch Feuer auf dem afrikanischen Kontinent zu erkennen – vor allem in seinem südlicheren Teil: beispielsweise in Angola, der Demokratischen Republik Kongo, Mosambik und Madagaskar. Dennoch ist nach Recherchen der Deutschen Welle die Lage in Afrika weniger alarmierend als im Amazonasgebiet und in Asien – obwohl in diesem Jahr auch in Afrika Tausende Feuer lodern.

In Ländern wie Angola und Mosambik gehörten Feuer jedoch teilweise zum normalen natürlichen Kreislauf oder seien Bestandteil der landwirtschaftlichen Arbeit. So entzündeten sich Feuer oft in der Trockenzeit – aber schon bald danach wachse die Vegetation wieder, die Savanne sei in kurzer Zeit wieder grün. Die angolanische Umweltministerin Paula Francisca Coelho sagte der Deutschen Welle, dass die Landbevölkerung traditionell ihre Felder mit Hilfe von Feuern für die nächste Pflanz-Saison vorbereite. Zwar könne man diese Feuer nicht mit den riesigen Brandrodungen im Amazonasgebiet vergleichen. Aber auch ihre Regierung sehe das Problem von zu vielen Bränden, das gelöst werden müsse. Die Bauern sollten für mehr Umweltschutz sensibilisiert werden.

Schlimmer scheint die Situation in der Demokratischen Republik Kongo zu sein – der grünen Lunge Afrikas. Auch hier lodern viele kleinere und größere Feuer, seit Anfang Juli bis jetzt sollen es eine Million sein. Zwar brennen sie laut Deutscher Welle, die sich auf Informationen der Umweltschutzorganisation Greenpeace beruft, zumeist außerhalb der geschützten Waldgebiete. Aber nicht selten gerierten solche Brandrodungen außer Kontrolle und zerstörten damit geschützten Urwald. Ähnlich sieht die Lage laut dem Bericht in Mosambik aus, wo jährlich gut 285.000 Hektar Wad verlorengingen. Auf der Insel Madagaskar, einst größtenteils von Wald bedeckt, gingen durch Brandrodungen jedes Jahr 120.000 Hektar Wald verloren.

Sibirien: Die Waldbrände sind gelöscht

In den vergangenen Monaten machten auch Feuer in Sibirien Schlagzeilen, aber mittlerweile sind die Brände dort nach Angaben russischer Behörden allesamt gelöscht. Landesweit gebe es keine Waldbrände mehr, teilte die russische Forstverwaltung am Montag mit. Noch am Sonntag wurden demnach sieben Brandherde auf einer Fläche von 94 Hektar bekämpft. 100 Einsatzkräfte seien beteiligt gewesen. Zwei Löschflugzeuge unterstützten dabei aus der Luft.

Während des Sommers hatte es über mehrere Monate in den Wäldern Sibiriens gebrannt. Betroffen war auch die für das Weltklima wichtige Taiga. Neben den Löscharbeiten half vor allem der Regen dabei, dass die Brände zuletzt deutlich zurückgedrängt werden konnten. Auch das russische Militär setzte Löschflugzeuge ein.

Die Behörden schätzten, dass mehr neun Millionen Hektar Wald abgebrannt sind - die Fläche ist mehr als doppelt so groß wie Nordrhein-Westfalen. Abschließende Zahlen lagen zunächst nicht vor. Die Umweltschützer von Greenpeace gehen aber von einem weitaus größeren Ausmaß aus. Den Menschen in den betroffenen Regionen hatte vor allem giftiger Qualm zu schaffen gemacht.

In Sibirien entzünden sich im Sommer immer wieder große Feuer. Sie fielen diesmal aber heftiger aus als sonst. Die Behörden verwiesen unter anderem auf Trockenheit und Hitze als Ursache für die Waldbrände.

Quellen: Deutsche Welle, "Vice", "Luxemburger Wort"

mit Material von Agenturen / DPA