HOME

Selbstmordanschlag im Jemen: Attentäter tötet mehr als 40 Teilnehmer einer Beerdigung

Sie wollten einen Verwandten zu Grabe zu tragen und wurden selbst getötet. Bei einem Selbstmordattentat auf ein Begräbnis sind im Süden des Jemen über 40 Menschen getötet worden.

Im Jemen sind beim schwersten Selbstmordanschlag seit der Siegeserklärung der Armee über islamische Extremisten mindestens 45 Menschen getötet worden. Dutzende seien verletzt worden, teilte das Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Sanaa am Sonntag mit. Das Attentat in der südlichen Stadt Dschaar galt offenbar Abdul Latif al-Sajed, einem Kommandeur der Volkskomitees. Die Volkskomitees sind eine Miliz, die die regulären Streitkräfte im Kampf gegen das Al-Kaida-Netzwerk unterstützt.

Der Attentäter habe sich bei der Beerdigung eines Verwandten des Kommandeurs in die Luft gesprengt, berichtete ein Augenzeuge. Der Stammesanführer Abdul Latif al-Sajed überlebte den Anschlag nach Angaben eines Behördenvertreters und wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Zwei seiner Brüder seien aber bei der Explosion getötet worden. Der Gouverneur der Provinz Abjan sprach von einem "feigen, kriminellen, terroristischen Angriff". Man versuche, die Identität des Attentäters zu klären.

Ein Anwohner sagte, Al-Kaida habe sich an den Volkskomitees für ihre Unterstützung bei der Rückeroberung der Stadt rächen wollen. Die Armee hatte Mitte Juni gemeldet, Dschaar und Sindschibar wieder unter ihre Kontrolle gebracht zu haben. Der Al-Kaida-Ableger Partisanen der Scharia hatte vergangenes Jahr die Schwächung der Regierung durch die Proteste gegen den damaligen Präsidenten Ali Abdallah Saleh genutzt, um ihre Macht im Süden und Osten auszubauen.

US-Drohnen töten mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder

Das Attentat unterstreicht, wie labil die Sicherheitslage in dem verarmten arabischen Land immer noch ist. Die benachbarte Regionalmacht Saudi-Arabien sowie die USA dürften besorgt reagieren, sehen die doch im Jemen zunehmend eine der wichtigsten Fronten im Kampf gegen Al-Kaida entstehen. Die Vereinigten Staaten hatten die Offensive der jemenitischen Armee unterstützt.

Im Osten des Jemens wurden unterdessen fünf mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder beim Beschuss ihres Fahrzeugs durch eine Drohne getötet. Die Drohne habe in der Nähe des Dorfs Al-Kotn in der Region Hadramaut zwei Raketen auf den Geländewagen gefeuert, sagte ein Behördenvertreter AFP. Der Angriffsort wurde umgehend von den Sicherheitskräften abgeriegelt. Die USA haben die einzigen Drohnen in der Region. Die unbemannten Flugzeuge fliegen im Osten und Süden des Jemen immer wieder Angriffe auf mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder.

DPA/AFP / DPA