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Südostasien: Seebeben erschüttert Sumatra

Um 5:22 Uhr ist die indonesische Halbinsel Sumatra erneut von einem Erdbeben der Stärke 6,2 erschüttert worden. Zunächst gab es keine Angaben über mögliche Opfer und Schäden.

Auf der indonesische Halbinsel Sumatra hat es am Montagmorgen erneut ein Erdbeben gegeben. Nach offiziellen Angaben aus Jakarta hatte der Erdstoß eine Stärke von 5,7 auf der Richterskala. Seismologen der US-Bundesbehörde US-Geological Survey hatten eine Stärke von 6,2 gemessen. Das Epizentrum lag nach indonesischer Darstellung in einer Tiefe von 15 Kilometer etwa 150 Kilometer nordwestlich der Provinzhauptstadt Banda Aceh. Zunächst gab es keine Angaben über mögliche Opfer oder Schäden. Das Beben habe sich um 5.22 Uhr Ortszeit ereignet.

Fischer spricht sich für Schuldenmoratorium aus

Bundesaußenminister Joschka Fischer setzt derweil seine Reise durch die asiatischen Flutgebiete fort. Bei einem Treffen mit dem indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono sprach er sich für ein Schuldenmoratorium zu Gunsten Indonesiens aus. "Wir sind bereit, alle Optionen zu diskutieren, beginnend mit einem Moratorium", sagte Fischer. Er wolle diese Frage noch in dieser Woche mit seinem indonesischen Kollegen Hassan Wirajuda in Berlin beraten.

Fischer hob die große Bereitschaft hervor, Indonesien bei der Bewältigung der Folgen der Katastrophe beizustehen. "Es gibt eine Menge Solidarität und Hilfsbereitschaft in unserem Land." Im diesem Zusammenhang verwies Fischer auch auf die Summe der privaten Spenden in Deutschland in Höhe von 330 Millionen Euro. Im Norden der Insel Sumatra kamen durch die Flut mehr als 100.000 Menschen ums Leben, weit über eine halbe Million Einwohner verloren ihr Obdach.

Industrieländer über Schuldenerlass einig

Auch die wichtigsten Industrieländer sind sich über einen Schuldenerlass für die betroffenen asiatischen Länder einig. "Wir haben sie kontaktiert, sie haben sich einverstanden erklärt", sagte der französische Wirtschafts- und Finanzminister Hervé Gaymard am Sonntag im französischen Rundfunk. Das Moratorium solle hauptsächlich für die am schwersten von der Flutkatastrophe betroffenen Länder Indonesien und Sri Lanka gelten.

Fischer will noch an diesem Montag nach Sri Lanka weiterreisen, hieß es aus Delegationskreisen. Die dortigen Tamilen-Rebellen der LTTE riefen Fischer auf, auch die zerstörten Gebiete in ihrem Machtbereich Sri Lankas zu besuchen. Fischer würde damit auf die verzweifelten Hilferufe der Menschen dort reagieren, sagte der Anführer des politischen Flügels der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE), Thamilselvan, in seinem Hauptquartier in Kilinochchi. "Wir drängen den Außenminister, seine Reise als eine humanitäre zu betrachten und die von der Regierung festgelegten Demarkationslinien zu ignorieren."

Ein US-Hubschrauber vom Typ Seahawk stürzte unterdessen am Montagmorgen beim Hilfseinsatz für Überlebende direkt am Flughafen von Banda Aceh ab. Der britische Sender BBC berichtete unter Berufung auf örtliche Medien, vier der zehn Menschen an Bord seien verletzt worden.

DPA / DPA