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Todesfälle im Loveparade-Tunnel: Kraft legt Sauerland indirekt Rücktritt nahe

Die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft (SPD), hat dem Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) indirekt den Rücktritt nahe gelegt.

Die Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft (SPD), hat dem Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) indirekt den Rücktritt nahe gelegt. "Der Duisburger Oberbürgermeister und die Verantwortlichen in der Stadtspitze werden sich letztendlich der politischen Verantwortung stellen müssen", sagte Kraft der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Sie habe den Eindruck, dass Sauerland glaube, er würde Schuld eingestehen, wenn er die politische Verantwortung übernähme. "Diesen Zusammenhang gibt es aber nicht", betonte die Landeschefin.

Sein Fehlen bei der Trauerfeier hält Kraft für nachvollziehbar. Der Oberbürgermeister und seine Familie seien bedroht worden, erklärte sie und fügte hinzu: "Wir sollten in Ruhe und Würde die Trauerfeier für die jungen Menschen begehen." Zugleich präzisierte die SPD-Politikerin ihr künftiges Vorgehen bei Veranstaltungen dieser Größenordnung. "Wir werden den Städten intensive Beratung und Unterstützung in Sicherheitsfragen geben müssen, die wenig Erfahrungen mit sehr großen Veranstaltungen haben", erklärte sie. Um bundeseinheitliche Regeln zu gewährleisten, werde die Landesregierung deshalb ein neues Sicherheitskonzept in die Innenministerkonferenz einbringen.

Derweil hat die Stadt Duisburg erneut die Verantwortung für die Todesfälle im Loveparade-Tunnel abgelehnt. "Der Tunnelbereich gehörte zum öffentlichen Raum außerhalb des Veranstaltungsgeländes. Für die Sicherheit im öffentlichen Raum ist die Polizei zuständig", sagte Baudezernent Jürgen Dressler dem Blatt. Dresslers Behörde hatte die Durchführung der Loveparade auf dem ehemaligen Güterbahnhof in Duisburg genehmigt. Außerdem sagte der Baudezernent, die Polizei habe auf der Loveparade Fluchtwege blockiert.

Infolge der Massenpanik am vergangenen Samstag waren bei der Loveparade in Duisburg bislang 21 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 500 wurden verletzt.

APN / APN