Überlebende des Airbus-Absturzes Gerettetes Mädchen reiste mit Mutter


Die 14-Jährige, die bisher als einzige Überlebende des Flugzeugabsturzes vor den ostafrikanischen Komoren aus dem Wasser gerettet werden konnte, wohnt in einem Pariser Vorort. Bahiya Bakari war mit ihrer Mutter unterwegs gewesen. Ihr Zustand ist nach Angabe der Ärzte "nicht beunruhigend".

Die vermutlich einzige Überlebende des Flugzeugabsturzes vor den ostafrikanischen Komoren lebt in einem Pariser Vorort. Das aus einem komorischen Dorf stammende Mädchen mit dem Namen Bahiya Bakari sei mit seiner Mutter unterwegs gewesen, sagte am Dienstag Abdallah Ibrahim von der komorischen Gemeinde der südfranzösischen Stadt. Nach Angaben des Roten Kreuzes und der Regierung der Komoren befinde sich das Mädchen im Krankenhaus der Hauptstadt Moroni. Sein Zustand sei "nicht beunruhigend". Das gerettete Mädchen war am Dienstag von einem Suchboot an der Absturzstelle entdeckt worden. Der Teenager hatte sich Berichten zufolge stundenlang verzweifelt an ein Wrackstück geklammert. Bis zum Mittwochmorgen wurden zudem fünf Leichen aus dem Wasser geborgen.

In Marseille versammelten sich die Mitglieder der komorischen Gemeinde zu einer Trauerkundgebung. Die Polizei wollte am Mittwoch DNA-Tests bei einigen Familien machen, um die Identifizierung der Absturzopfer zu erleichtern. Auch in La Courneuve in der Nähe von Paris versammelten sich etwa hundert Komorer zum gemeinsamen Gebet für die Absturzopfer. Einige Teilnehmer kritisierten die jemenitische Fluggesellschaft Yemenia. "In Paris und Marseille setzen sie den europäischen Normen entsprechende Maschinen ein, aber in Sanaa werden die Passagiere dann in abgehalfterte Flugzeuge mit veralteter Ausstattung gesteckt", sagte Ahmed Abdallah, dessen Nachbarn wahrscheinlich bei dem Absturz ums Leben kamen.

Die Maschine des Typs Airbus A310 der jemenitischen Gesellschaft Yemenia mit 153 Menschen an Bord war in der Nacht zum Dienstag bei schlechtem Wetter kurz vor der Landung auf den Komoren verunglückt. Offenbar sind die Signale der Flugschreiber bereits aufgefangen worden. "Es scheint, dass die Flugschreiber geortet wurden", sagte der französische Entwicklungshilfe-Staatssekretär Alain Joyandet am Mittwoch im französischen Fernsehen. Joyandet war in der Nacht auf die Komoren geflogen, um die Zusammenarbeit bei der Bergung zu fördern. Die Regierung der Komoren dementierte die Ortung der Flugschreiber.

Die Helfer warten unterdessen auf eine Wetterbesserung, um am Mittwoch bei Tageslicht nach den Opfern und eventuellen weiteren Überlebenden zu suchen. Wie die regionale Zeitung "Al-Watwan" auf ihrer Website berichtete, sind inzwischen weitere Spezialtaucher auf dem zivilen Schlepper "Le Bambo" eingetroffen. Sie sollen am Mittwoch zusammen mit weiteren Helfern aus Frankreich, unter anderem Soldaten der Fremdenlegion, die Unglücksstelle absuchen. In der Nacht herrschten weiterhin heftiger Südwind und eine starke Strömung, die nach Ansicht der Retter Leichen und Trümmerteile weit verteilen dürften. "Die Chancen, dass noch weitere Überlebende gefunden werden, ist extrem gering", sagte in Moroni ein Sprecher des komorischen Verkehrsministeriums am Dienstagabend.

Der zweistrahlige Airbus A310 der Yemenia Air befand sich auf dem Flug vom Jemen zu dem Inselstaat der Komoren. In stürmischem Wetter war er nach einem missglückten Landeanflug in den Indischen Ozean gestürzt. Flug IY 626 hatte nach Angaben der Fluggesellschaft 11 Crew-Mitglieder und 142 Passagiere an Bord, darunter viele Exil- Komorer mit französischer Staatsbürgerschaft. Es war das zweite folgenschwere Airbus-Unglück innerhalb eines Monats: Am 1. Juni war ein A330 der Air France mit 228 Menschen an Bord auf dem Flug von Rio de Janeiro nach Paris in den Atlantik gestürzt.

Der knapp 20 Jahre alte Airbus der jemenitischen Fluggesellschaft war bei einer Inspektion vor zwei Jahren in Frankreich wegen technischer Mängel aufgefallen. Unklar blieb aber zunächst, ob technisches Versagen ursächlich für den Absturz war. Aufklärung sollen die Flugschreiber und Stimmrekorder geben, die in großen Verkehrsflugzeugen Flugdaten und Gespräche der Piloten aufzeichnen.

AFP/DPA DPA

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