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Kolumne Winnemuth: Literarisches Roulette

Einmal im Monat lese ich ein Buch, über das ich nichts weiß. Ich kaufe es nach Cover, nach Titel oder nach Bauchgefühl – und staune.

Von Meike Winnemuth

Zu sehen ist ein großes Bücherregal, aus Holzkisten gezimmert und voller Bücher.

Warum lässt man sich nicht mal überraschen - und liest ein Buch, auf das man sonst nie gekommen wäre? Das schlägt Meike Winnemuth vor.

Gegenüber meiner Hamburger Wohnung (ich schaue vom Schreibtisch aus genau drauf) liegt die Buchhandlung Wohlers. Sie ist winzig, nicht mal 30 Quadratmeter groß, aber gut sortiert, ich finde eigentlich immer, was ich suche. Einmal im Monat allerdings spiele ich mit mir selbst eine Art russisches Roulette: Ich stelle mich vor das Schaufenster und entscheide mich auf gut Glück für eins der dort präsentierten Bücher, von dem ich nicht das Geringste weiß.

Grob unsportlich, weil nicht im Sinne des Spiels, wäre es, ein Buch zu wählen, das ohnehin auf meiner Liste stand, den neuen Paul Auster zum Beispiel oder den neuen Heinz Strunk.

Weit weg von der gewohnten Lektüre

Nein, es muss etwas sein, das ich sonst nie in Erwägung gezogen hätte. Hanns Zischler: "Kafka geht ins Kino"? Oder Oscar Wilde: "Die Seele des Menschen im Sozialismus"? Oder der Bildband "Kosmos großer Entdecker"? Oder die illustrierte Neuausgabe von Stefan Zweigs "Sternstunden der Menschheit"? Meist entscheide ich nach Schönheit des Covers oder nach Titel – wonach auch sonst, ich kann ja nicht mal eben reinblättern. Eva Menasse: "Tiere für Fortgeschrittene", neun Käfer auf dem Umschlag? Sieht gut aus, kommt mit.

Teil zwei des Spiels: Das Buch muss gelesen werden. Auf diese Weise weiß ich jetzt, nach der Lektüre meines letzten Erwerbs, des wunderschön fadengehefteten Bändchens "Eulen" aus der Serie "Naturkunden" (als erfahrener Wohlers-Player versichere ich: Die kann man alle unbesehen kaufen), dass Eulen von anderen Vögeln gemobbt werden und dass ich nun rasend gern einen 40 Gramm schweren Elfenkauz hätte, der wie ein Welpe klingt und nur zehn Schwanzfedern hat statt zwölf und tagsüber einen Flügel nach vorn schlägt, damit er aussieht wie ein Holzstumpf. Wäre mein Leben ärmer, wenn ich nie vom Elfenkauz gehört hätte? Natürlich nicht, aber jetzt ist es reicher, keine Frage.

Genau darum geht es mir bei meinem Spiel: um den freiwilligen Zwang, immer mal wieder Neues, nie Gewusstes, nie Gedachtes, nie Gefühltes ins Leben zu lassen. Ich habe wie jeder vernünftige Mensch die Tendenz, mich nur mit den Dingen zu beschäftigen, von denen ich ziemlich sicher bin, dass ich sie mag. Wäre sonst ja auch reichlich masochistisch.

Ich zwinge mich zu meinem Glück

Gleichzeitig weiß ich (Lebenserfahrung, Baby!), dass mich immer diejenigen Erlebnisse am weitesten gebracht haben, zu denen ich spontan "Och nö" sage. Ich muss zu meinem Glück gezwungen werden. Glück macht Arbeit. Die man sich selbst auferlegen muss, sonst macht es nämlich keiner. Und wenn's doch mal einer tut wie jene Freundin, die mich neulich zu einem klassischen "Och nö"-Event (syrische Musik) mitschleppte, dann sollte man maulend, aber willig folgen, dem unerwarteten Glück zuliebe.

Für dieses systematische Selbstüberraschen muss man nicht mal 20 Euro bei Wohlers ausgeben, das geht auch für lau: durch Vom-Hölzchen-aufs-Stöckchen-Surfen im Internet oder durch die großartige Funktion "Zufälliger Artikel" bei Wikipedia, die einem binnen einer Minute die Existenz des Gesteins Monzonit, des Anti-Cannabis-Films "Reefer Madness" von 1936, des sagenhaften Riesen Haymon und des Maya-Herrschers Ahkal Mo' Nahb II. (523 bis 570) nahebringt.

Nichts davon war mir vorher ein Begriff, und das meiste werde ich sofort wieder vergessen. Aber ein bisschen was bleibt doch immer hängen im Sieb – vor allem die banalste und folglich wichtigste Erkenntnis von allen: Die Welt ist groß und bunt und voller Wunder. Und ich darf in ihr leben.



Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.