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Wissenschaftler warnen Klimawandel: Drei Milliarden Menschen leben bis 2050 in Klima-Hotspots

Klimawandel: Ein Mann steht vor der Sonne
Wissenschaftler warnen erneut vor dem Klimawandel. Schon in 25 Jahren könnten doppelt so viele Menschen in Klima-Hotspots leben, wie heute (Symbolbild)
© Sebastian Gollnow / DPA
Wissenschaftler haben auf der Weltklimakonferenz COP27 vor den flächendeckenden Auswirkungen des Klimawandels gewarnt. Schon in 25 Jahren könnten knapp drei Milliarden Menschen in Gebieten leben, die als verletzliche Hotspots gelten.

In gut 25 Jahren leben wahrscheinlich bereits drei Milliarden Menschen in Weltregionen, die als verletzliche Hotspots der Erderhitzung eingestuft sind. Dies wären etwa doppelt so viele wie jetzt schon, berichteten Wissenschaftler am Donnerstag auf der Weltklimakonferenz in Ägypten. Die Regionen liegen überwiegend in Mittelamerika, im Nahen Osten, Teilen Asiens sowie in Zentralafrika, Ostafrika und der Sahel-Region.

Klima-Hotspots: Sterblichkeit liegt 15 mal höher als in anderen Gebieten

In den verletzlichsten Staaten liege die Sterblichkeit etwa 15 Mal höher als in den am wenigsten von der Erderhitzung betroffenen Regionen – etwa wegen häufigerer Überschwemmungen, Dürren und Stürmen, hieß es.

Dies alles führe auch zu mehr erzwungener Migration, Millionen Menschen würden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten wegen der Erderhitzung aus ihrer Heimat vertrieben. An dem Bericht "Zehn neue Einsichten der Klimawissenschaft 2022" haben Dutzende Wissenschaftler mitgewirkt, unter anderem vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

UN-Klimachef Simon Stiell nannte die Ergebnisse "alarmierend". Anpassung an die Klimakrise sei dem Menschen möglich, aber nicht unbegrenzt. Eine ehrgeizige Senkung der Treibhausgas-Emissionen, die den Planeten aufheizen, sei daher weiter dringend nötig. Wegen nicht mehr abwendbarer Katastrophen infolge der zunehmenden Wetterextreme sei aber auch Schadenersatz angezeigt, im UN-Jargon "loss and damage" genannt (Verluste und Schäden). "Dafür ist nun die Zeit gekommen", sagte er.

Wissenschaftler: "Frustration" wegen schleppendem Kampf gegen Klimawandel

Der Direktor des Potsdam-Instituts, Johan Rockström, sprach von einer "Frustration" unter Wissenschaftlern angesichts des schleppenden Kampfs gegen die Klimakrise. Eine engere Vernetzung mit der Politik sei nötig.

Die Marktwirtschaft an sich sehe er aber nicht als grundsätzliches Hindernis. Nötig sei aber, die Schäden der Treibhausgase einzupreisen, also vor allem Kohlendioxid und Methan. Ein angemessener CO2-Preis könne starke Impulse für einen klimafreundlichen Umbau des Wirtschaftssystems setzen.

pgo DPA

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