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Erfinder der Petrischale: Google ehrt Julius Richard Petri mit einem Doodle

Er arbeitete als Assistent des berühmten Mikrobiologen Robert Koch. Im Alter von 25 Jahren erfand Julius Richard Petri die nach ihm benannte Petrischale. Heute würde er seinen 161. Geburtstag feiern.

Sechs bunte Ringe in einer Reihe – auf den ersten Blick erinnert die Google-Startseite an die Spiel-Chips von "Vier gewinnt" oder an entzerrte olympische Ringe. Doch ein Klick auf die Play-Taste im gelben Ring macht deutlich, um was es beim heutigen Doodle geht: Petrischalen. Damit würdigt Google den Erfinder und Namensgeber dieser Doppelglasschalen: Julius Richard Petri. Der Bakteriologe arbeitete als Assistent des renommierten Mikrobiologen Robert Koch.

1877, im Alter von 25 Jahren, stellte Petri der Forschungswelt seine Erfindung vor. Die flache, runde, durchsichtige, aus Laborglas und Kunststoff hergestellte Schale mit übergreifendem Deckel ist in der Medizin, Biologie und Chemie heute nicht mehr wegzudenken. Selbst jeder Schüler hat irgendwann mal eine solche Petrischale in der Hand.

Das Google-Doodle zeigt die Bandbreite ihrer Nutzungsmöglichkeiten: Mit einem Wattestäbchen streicht eine im sterilen Handschuh steckende Hand Proben auf die Glasfläche. Wer die Maus auf eine der wachsenden Bakterienkulturen bewegt, sieht, woher die Mikroorganismen stammen – von der Computer-Tastatur über den Putzschwamm bis hin zum Hundespeichel.

Krankheitserreger isolieren und identifizieren

Julius Richard Petri studierte Medizin an der Kaiser-Wilhelm-Akademie für das militärärztliche Bildungswesen in Berlin und arbeitete später im Kaiserlichen Gesundheitsamt. Er war zwar nicht der Erste, der das aus Algen gewonnene Geliermittel als Nährmedium – die sogenannte Agarplatte – nutzte. Doch es war Petri, der das Standardgefäß für deren Anwendung erfand.

In der Petrischale lassen sich Mikroorganismen unter Laborbedingungen gezielt vermehren. Das Nährmedium versorgt sie mit Wasser und Nährstoffen, hält sie allerdings – anders als Kulturen in flüssigen Medien – an einer Stelle fest. So können Krankheitserreger isoliert und identifiziert werden – die Forschungsbasis für die Suche nach neuen Wirkstoffen für Therapien.

Trotz allen Fortschritts haften an der Petrischale auch negative Assoziationen. Die Agrarindustrie etwa verfolgt mit der Zucht von schädlingsresistenten Mikroorganismen für Pflanzen vor allem wirtschaftliche Interessen. Zuletzt machten US-Forscher Schlagzeilen, weil sie menschliche Embryonen erfolgreich geklont hatten – in der Petrischale.

Julius Richard Petri starb am 20. Dezember 1921. Heute hätte er seinen 161. Geburtstag gefeiert.

Nicole Wehr
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