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Zoologie: Nemos Welt

Millionen pilgern ins Kino, um der Rettung des niedlichen Flossenknirpses Nemo entgegenzufiebern. Für die echten Riff-Bewohner hingegen ist kein Happy End in Sicht.

Ausgerechnet ein Fisch. Ein glitschiges, kleines Schuppentier ist derzeit der Liebling der Nation. Das orangefarbene Kiemenvieh mit den weißen Streifen heißt Nemo und fasziniert die Kinozuschauer wie bislang kaum etwas anderes in diesem Jahr. Kalt zeigt es dem "Wunder von Bern" und "Matrix" die Schwanzflosse. Seit dem Start des Filmes "Findet Nemo" am 20. November strömten 6,25 Millionen Deutsche in die Lichtspielhäuser, um mit dem Fisch zu fiebern.

Das Disney-Movie, hergestellt vom amerikanischen Trickstudio Pixar, bricht alle Rekorde. Bereits jetzt ist es der erfolgreichste Animationsfilm aller Zeiten. In den USA hat das Unterwasserspektakel 340 Millionen Dollar eingespielt, im Rest der Welt 283 Millionen. Die Walt Disney Company kann - Nemo sei Dank - ihren Gewinn im vierten Quartal 2003 im Vergleich zum Vorjahr verdoppeln.

Liebenswerte Meeresbewohner

Der Kassenschlager entführt den Zuschauer in eine wundersame digitale Ozeanwelt. Bevölkert von liebenswerten und weniger liebenswerten Bewohnern, die sprechen können. Im Meer vor Australien, in den Korallen des Great Barrier Reef, ist der alleinerziehende Marlin, ein ängstlicher Clownfisch, mit Sohn Nemo zu Hause. Plötzlich geschieht Schreckliches: Ein Zierfisch jagender Taucher - Zahnarzt aus Sydney - fängt den Kleinen mit einem Käscher und verschleppt ihn in das enge Aquarium in seinem Behandlungszimmer. Der verzweifelte Papi macht sich auf die Suche nach dem Entführten und muss auf seiner großen Verfolgungstour bis in den Hafen der australischen Metropole eine Menge durchmachen: Er wird von Haien gejagt, von Quallen und Mövenschnäbeln bedroht. Trifft aber auch Fische, Schildkröten und Pelikane, die ihm helfen. Selbstverständlich gibt es ein Happy End: Marlin kann Nemo glücklich in die Flossen schließen.

Längst hat der niedliche Filmheld auch außerhalb des Kinos die Herzen, vor allem die der Kinder, erobert. Im Weihnachtsgeschäft ist er der Renner. Die Fangemeinde ist so groß, dass Deutschlands Spielzeugläden bereits über Engpässe klagen. Hasbro, der Hersteller des Plüschfisches, kommt mit der Produktion der bunten Knutschfigur nicht mehr nach. Die von Ravensburger vertriebenen Puzzles und Memory-Karten mit dem Clownfisch gehören zu den vom Ausverkauf bedrohten Spielen. Und auch Notizblöcke, Trinkflaschen, Bettwäsche mit Nemo-Motiv finden reißenden Absatz. "Der Erfolg der Merchandising-Produkte übertrifft deutlich unsere Erwartungen", sagt eine Sprecherin des Filmverleihs Buenavista.

Ein Kind namens Nemo

Selbst Standesbeamte lassen sich vom Fischfieber infizieren. In der Bundeshauptstadt begehrte eine junge Frau, ihren Sohn Nemo zu nennen, um dem Filmgeschöpf ein Denkmal aus eigenem Fleisch und Blut zu setzen. Der Amtmann gab nach und entschied: Der Junge darf heißen wie das Grätentier.

Aber es bleibt nicht bei Symbolen - echte Clownfische müssen her. Die leibhaftigen Wasserviecher sind zu den Wunschhaustieren der Saison geworden. In den USA melden Händler einen Anstieg der Nachfrage um 20 Prozent. Hierzulande verloste die "Bild" 100 Aquarien. Mehr als 8000 Kinder, berichtet das Blatt, haben sich gemeldet, wollten das komplette Set "mit zwei der süßen Clownfische für zu Hause haben".

Von einem Run auf die Tierhandlungen berichtet auch Antje Schreiber, Pressesprecherin des Zentralverbands Zoologischer Fachbetriebe in Langen: "In den vergangenen drei Wochen gab es bei den Fachhändlern eine starke Nachfrage." Allerdings zogen viele Interessenten am Ende ohne Nemo nach Hause. "Die Händler raten Eltern und Kindern von den Tieren eher ab, weil sie sehr aufwendig zu halten sind. Manche nehmen dann Süßwasserfische."

So wettern denn auch Experten gegen die "Bild"-Aktion. Die verlosten 70-Liter-Aquarien seien alles andere als ein artgerechtes Zuhause für die empfindlichen Kreaturen. "Es ist zu befürchten, dass unter den beschriebenen Bedingungen in wenigen Wochen keines der 100 Fischpaare mehr leben wird", prophezeit der Euskirchener Jochen Weins von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz. "Gott sei Dank sind die Leute bei uns mit dem Kauf von Clownfischen zögerlich. Die Botschaft des Filmes sollte eigentlich auch genau die sein, dass die Tiere und ihre Mitgeschöpfe nicht in ein heimisches Aquarium gehören", sagt Sandra Altherr von der Münchner Tierschutzorganisation Pro Wildlife, "die Situation der Meereszierfische ist ohnehin schon schlimm genug."

20 bis 24 Millionen, so eine Erhebung des UNEP World Conservation Monitoring Center im britischen Cambridge, werden weltweit jährlich aus den Ozeanen geholt und gelangen in den Handel. Ein Riesengeschäft: Allein in den Vereinigten Staaten werden etwa 200 Millionen Dollar damit umgesetzt, in Europa 16 Millionen Euro. Die Folgen für das Ökosystem sind verheerend.

Der Renner: Aquarien

In Wohnungen und Büros, in Modeboutiquen und Szenekneipen ziehen die Tierchen ihre Bahnen. Beim Blick ins Aquarium wollen Besitzer und Betrachter Naturverbundenheit empfinden, sich entspannen und wohlstimmen. Zwar ist die überwiegende Zahl aller gläsernen Vitrinen mit Süßwasser und den entsprechenden Fischen gefüllt. Die kommen aus Zuchten, denn sie lassen sich relativ problemlos vermehren. Doch immerhin 1,5 bis zwei Millionen Menschen weltweit, darunter etwa 300 000 Bundesbürger, bevorzugen Seewasserbecken. Wecken doch vor allem die oft prächtig bunt schillernden Meerestiere Urlaubsgefühle. Weil sie meist schwer zu züchten sind, stammen mindestens 95 Prozent aller Salzwasserzierfische auf dem Markt aus der Natur. Vor allem aus den fernen Korallenriffen.

Wie ein Gürtel umspannen diese Unterwasserkämme den Globus beiderseits des Äquators, dort, wo das Wasser der Ozeane klar ist und übers ganze Jahr von der Sonne gewärmt wird. Insgesamt 190 Millionen Quadratkilometer Fläche nehmen die einmaligen Biotope ein. Lebende Organismen bauten die gewaltigen Bänke im Meer; Stein- und Feuerkorallen sind die Architekten der oft über Jahrmillionen entstandenen Strukturen. Die Kalkabscheidungen dieser Polypenkolonien bilden die Gerüste der unterseeischen Hügel und Berge, und jede neue Generation baut auf den "Skeletten" ihrer Vorgänger weiter. So entstanden wild zerklüftete Formationen, enorme Irrgärten aus Biomasse, Oasen in der Wasserwüste mit einem wogenden Farbenspiel. Sie gehören zu den am dichtesten und vielfältigsten besiedelten Lebensräumen des Meeres.

Die "Regenwälder der Ozeane" sind Wiege, Kinderstube, Speiselokal und Fluchtburg für ungezählte Tier- und Pflanzenarten. Am besten erforscht ist die Lebensfülle des Great Barrier Reef, das sich mehr als 2000 Kilometer entlang der australischen Ostküste erstreckt und aus etwa 2900 Riff-Formationen und rund 600 malerischen Inseln besteht. Wissenschaftler schätzen, dass es bis zu einer Million verschiedener Lebewesen Unterschlupf und Nahrung bietet. Zu den Riffbewohnern zählen nicht nur Nemo und seine Verwandten, sondern auch etwa 2000 andere Fische - über dreimal mehr Flossenträger, als es im gesamten Atlantik gibt. Die Heerscharen von Weichtieren, Stachelhäutern, Schwämmen, Krebsen und Pflanzen hat niemand gezählt. Auch die Anzahl der harten und weichen Korallenarten ist unbekannt.

Wundergärten unter Wasser

Im Biotop wechseln sich jeweils ganze "Tagschichten" mit "Nachtschichten" anderer Spezies ab. In ihren Ruhephasen verstecken sie sich in Höhlen und Spalten. Exotischstes Getier: Schwärme bunt schillernder Barsche, grell gezeichnete Meeresschnecken, filigrane Seepferdchen, Putzergarnelen und Barben, Kugel-, Doktor-, Falter- und Clownfische. Ihre einmalige Farbenpracht ist eine evolutionäre Anpassung an ihren bizarren Lebensraum. Die Wundergärten sind auch ein Rückzugsgebiet für bedrohte und aussterbende Tierarten. Hier gebären Buckelwale ihre Babys.

Doch längst sind die marinen Paradiese nicht mehr intakt. Die Bedrohung kommt von vielen Seiten: Touristen mit Taucherbrillen und Schnorcheln demolieren die Korallenfelder, für den Souvenirhandel werden die Polypenkolonien in großem Maßstab geplündert. Anker von Sport- und Ausflugsbooten und das Dynamit zahlreicher Fischer, die auf Speisefischfang gehen, richten riesige Schäden an. Mancherorts wurde gar zwecks Kalkgewinnung alles weggebaggert. Hinzu kommen das Öl von Schiffen, der Dreck der Ausschwemmungen vom Lande und die Gifte aus industriellen und kommunalen Abwässern, die ins Meer geleitet werden. Nach Recherchen des Washingtoner World Resources Council sind 58 Prozent aller Riffe schwer geschädigt, zehn Prozent gelten als tot.

Auch die Erderwärmung macht den Ökosystemen arg zu schaffen. Steigende Wassertemperaturen bringen das sensible Lebensgefüge so aus dem Lot, dass die winzig kleinen Algen sterben, die in den Polypenkolonien leben und ihnen Farbe geben. Ohne diese Mitbewohner gehen die Nesseltiere langsam zugrunde. Die ersten Berichte über "Korallenbleichen" stammen aus den achtziger Jahren. Seither häufen sie sich. Allein zwischen September 1997 und November 1998 litten nach einer Studie der amerikanischen International Coral Reefs Initiative 40 bis 50 Prozent der weltweiten Riffe unter schweren bis katastrophalen Bleichen. Im australischen Sommer 2002 wurden am Great Barrier Reef die höchsten Temperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Folge: Rund 60 Prozent der Riesenformation erblassten tödlich.

Als sei das alles noch nicht schlimm genug, werden zudem die Fischbestände der Unterwassergärten rücksichtslos geplündert. Die meisten Korallenriffe gehören zu Entwicklungsländern, viele Einheimische verdienen mit der Ausbeutung der kleinen Meeresschätze ihren Lebensunterhalt. Allerdings müssen sie einiges an Land bringen, um auf einen grünen Zweig zu kommen. Gerade mal umgerechnet zehn US-Cent bringt einem indonesischen Fischer beispielsweise ein Clownfisch, für den ein amerikanischer Aquarianer mehr als zwölf Dollar hinblättern muss. Die Fischer in Südostasien arbeiten meist allein oder in kleinen Gruppen, ausgerüstet mit Käschern oder kleinen Netzen - im Mund oft den Schlauch eines alten Kompressors, der oben auf einem kleinen Holzboot rattert. Manche scheuchen die Tiere mit Schraubenzieher, Hammer, Meißel oder Brecheisen aus ihren Verstecken. In einigen Ländern, in Indonesien und auf den Philippinen, gehen die Fischer noch brutaler vor - mit Gift.

Fischen mit Gift

Die Methode kam in den sechziger Jahren auf den Philippinen auf, um die wachsende europäische und amerikanische Nachfrage nach Zierfischen zu befriedigen. Sie ist ebenso simpel wie zerstörerisch. Der Fischer löst eine Hand voll Natriumcyanid oder anderes Blausäuresalz in einer Wasserflasche aus Plastik auf, taucht und sprüht die giftige Lösung auf die Tiere, die er fangen will.

Ist die Konzentration nicht zu hoch, wird die schuppige Beute nur betäubt und lässt sich problemlos einsammeln. Anderenfalls geht ein Großteil der Fische zugrunde. Bis zu 75 Prozent der begehrten Tiere überleben die Giftattacken nicht - die Taucher bescheiden sich mit dem Rest. Allerdings ist die Methode auch für sie riskant, Cyanid ist lebensgefährlich. Sie versuchen, das Gift so auszubringen, dass sie nichts von dem verseuchten Wasser schlucken. Ohnehin leiden viele aufgrund der langen Aufenthalte im tiefen Wasser und des schnellen Auftauchens unter Dekompressionserkrankungen wie Gefäßverschlüssen, Gelenkproblemen, Organschäden oder gar Lähmungen.

Giftige Schwaden in den Riffen

Seit den sechziger Jahren, kalkulieren die Wissenschaftler des World Resources Institute (WRI), haben Giftfischer allein in den Korallenriffen der Philippinen mehr als 1000 Tonnen Cyanid verspritzt. Die toxische Belastung des riesigen indonesischen Archipels soll sogar noch größer sein. Die Blausäureverbindung, die in Indonesien verharmlosend "Obat" (Medizin) heißt, treibt tagelang in Schwaden durch die Riffe und vernichtet alles, womit sie in Berührung kommt - Korallenpolypen, Algen, Wasserpflanzen. Und weil durch diesen chemischen Kahlschlag die Nahrungsgrundlage der meisten Meerestiere zerstört wird und die Erträge der Giftfischer sinken, sehen sich diese nach immer neuen Jagdrevieren um.

Inzwischen ist das Cyanidfischen in den meisten Ländern verboten. Küstenpolizei und Marine sollen das überwachen. Aber die sind oft weit weg und drücken gegen Bares auch schon mal ein Auge zu. In den Medien und Schulen wurden zudem Kampagnen gestartet, die über Gefahren beim Umgang mit dem Gift und die Schutzwürdigkeit der Riffe aufklären sollen. Die Maßnahmen zeigen erste Wirkung: Auf den Philippinen etwa geht der Einsatz der chemischen Keule deutlich zurück.

Hauptimporteure: USA und Europa

Gerade dieser ostasiatische Inselstaat gehört neben Indonesien, den Solomon Islands, Sri Lanka und Australien zu den wichtigsten Lieferanten des Weltmarktes - aus diesen Ländern kommen über 90 Prozent der Salzwassertiere. Hauptimporteure sind die USA und Europa, die keinerlei gesetzliche Auflagen für die Einfuhr kennen. "Politische Maßnahmen, die den Import von Zierfischen regeln, gibt es derzeit nicht", sagt Sandra Altherr von Pro Wildlife, "im internationalen Washingtoner Artenabkommen wurden die Tiere mit Ausnahme der Seepferdchen bisher nicht berücksichtigt."

Mit dem Versand der Lebendware aus Fernost um den Globus beginnt eine Tortur. Die Fische werden in einen wassergefüllten Plastikbeutel mit einem Luftreservoir darüber gepackt und in eine wärmende Styroporbox gesteckt, dann geht's per Luftpost zu den Käufern. Den Transport überleben viele nicht - die Veterinäre der größten tierärztlichen Grenzkontrollstelle in der EU auf dem Flughafen Frankfurt müssen das immer wieder feststellen. Über 63 Millionen Zierfische landen pro Jahr auf Rhein-Main. Zehn bis 15 Prozent stammen aus dem Salzwasser.

Kontrolliert wird stichprobenhaft. Schwimmen die Fische noch? Ist genug Wasser in den Beuteln? Ist es klar oder von Bakterien getrübt? "Für die Tiere ist so eine Reise genauso stressig wie für uns Menschen", weiß Amtstierärztin Andrea Göbel, "immer wieder kommt es deshalb vor, dass sie sich vor Aufregung verletzen oder auch mal Löcher in ihre Beutel bohren." Gelegentlich riecht es dabei ganz und gar nicht nach Fisch. "Manchmal ist da ein Bittermandelgeruch", erzählt Andrea Göbel, "das kommt vom Cyanid."

Studien zeigen, dass die Mortalitätsraten beim Transport - je nach Frachtdauer - bei bis zu 30 Prozent liegen können. Doch auch die Fische, die die anstrengende Reise überlebt haben, sind noch lange nicht in Sicherheit. Sogar bei den Großhändlern und im Zoofacheinzelhandel verkümmert und verendet so mancher. Milieuumstellungen und Spätfolgen des Transportes raffen Geschwächte und Erkrankte dahin. Und selbst am Ende des Leidenswegs ist keine Erlösung in Sicht - im heimischen Aquarium bekommen sie dann oft den Rest. "Adulte Wildentnahmen sind nur schwer an die Bedingungen in Gefangenschaft zu gewöhnen, letztlich haben sie nur sehr geringe Überlebenschancen", erklärt Sandra Altherr, "die wenigsten Tiere sterben an Altersschwäche." Damit dann das teure Aquarium nicht leer herumsteht, werden meist schnell wieder neue Tiere gekauft. "Der Gesamtbestand der Zierfische wird schätzungsweise viermal jährlich erneuert - ein Teufelskreis."

Auswege aus der Tragödie

An Auswegen aus der Tragödie arbeitet Andreas Kunzmann, Fischereibiologe und Meeresökologe vom Bremer Zentrum für Marine Tropenökologie. Natürlich, sagt er, müssten endlich auch die Politiker wach werden und einschreiten. Er aber suche vor allem nach praktischen Ansätzen. Und die sieht er an vielen Fronten. So wird in Bremen etwa untersucht, durch welche Faktoren genau die hohen Todesraten beim Versand entstehen und wie man sie endlich senken kann. Zudem hat Kunzmann in Indonesien ein Projekt ins Leben gerufen, in dem Zierfischfischer zu Fremdenführern umgeschult werden sollen. "Wichtig ist es auch, die Aquakultur voranzubringen", sagt der Meeresökologe, "damit kommerziell bedeutende Organismen nicht mehr dem Ozean entnommen werden, sondern in künstlichen Anlagen vermehrt und aufgezogen werden können." Gerade experimentieren die Bremer mit solch einem neuen System, das demnächst die ersten Zierfische produzieren und möglichst bald nach Südostasien exportiert werden soll.

Immerhin funktioniert mit Clownfischen die Vermehrung in Gefangenschaft bereits ganz gut, denn sie gelten als relativ robust. Bis zu einem Fünftel aller Tiere für den Handel werden derzeit gezüchtet - in Südostasien, Europa und sogar in Deutschland. "Wenn man schon unbedingt einen Clownfisch haben will, dann sollte man nur einen von diesen kaufen", sagt Kunzmann. Und wie kann man solch ein Exemplar finden? "In Aquaristik-Zeitschriften und auch mit Hilfe des seriösen Fachhandels bekommt man die Adressen." Allerdings muss der Interessent für solch ein Tier ein paar Euro mehr hinblättern als für eines aus den Korallenbänken.

Kunzmann: "Vor allem der Kunde kann durch sein Verhalten die Situation der Zierfische entscheidend verbessern. Er sollte auf jeglichen unkontrollierten Wildfang konsequent verzichten."

Horst Güntheroth

Mitarbeit: Michael Berg, Rupp Doinet, Marc Goergen, Uli Hauser, Alexander Kühn, Matthias Rüttgerott, Matthias Schmidt, Marion Schmidt, Gerd Schuster, Regina Weitz