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US Wahlen 2020 "Habe mühelos gewonnen": Trump gegen Regeländerungen für die kommenden TV-Duelle

TV Duell Trump Biden
Beim ersten TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden ging es bisweilen sehr ungeordnet zu
© Patrick Semansky / Picture Alliance
Wird nach dem ersten TV-Duell zwischen Trump und Biden am Regelwerk der Debatten geschraubt? Der Präsident ist dagegen und auch der kritisierte Moderator sieht den Vorstoß skeptisch. 

Trotz der chaotischen Verhältnisse bei der ersten TV-Debatte mit seinem Herausforderer Joe Biden ist US-Präsident Donald Trump gegen geplante Änderungen am Konzept der Fernsehduelle. "Warum sollte ich der Debattenkommission erlauben, die Regeln für die zweite und dritte Debatte zu ändern, wenn ich beim letzten Mal mühelos gewonnen habe?", schrieb Trump am Donnerstag auf Twitter. Bei der Debatte am Dienstagabend war der Republikaner Trump seinem demokratischen Herausforderer Biden, aber auch Moderator Chris Wallace immer wieder ins Wort gefallen.

Die Veranstalter kündigten daraufhin am Mittwoch Änderungen am Konzept der TV-Duelle an. Der Ablauf habe deutlich gemacht, "dass das Format der verbliebenen Debatten zusätzliche Struktur braucht, um eine geregeltere Diskussion über die Themen sicherzustellen", teilte die Kommission für Präsidentschaftsdebatten mit. Details nannte die Kommission zunächst nicht. Vor der Wahl am 3. November stehen noch zwei TV-Duelle zwischen Trump und Biden an. Der Sprecher von Trumps Wahlkampfteam, Tim Murtaugh, ist ebenfalls gegen Änderungen. "Präsident Trump war die dominierende Kraft, und jetzt versucht Joe Biden, die Schiedsrichter zu bearbeiten. Sie sollten nicht mitten im Spiel die Torpfosten versetzen und die Regeln ändern", teilte er mit. Traditionell werden die Regeln vor den Debatten mit den Wahlkampfteams abgesprochen. 

Moderator Wallace ebenfalls gegen Änderungen

Wallace sprach sich gegen Vorschläge aus, den Moderatoren bei den nächsten Debatten zu ermöglichen, den Kandidaten die Mikrofone abzudrehen. "Praktisch hätte der Präsident, selbst wenn sein Mikrofon abgeschaltet gewesen wäre, weiterhin unterbrechen können", sagte er der "New York Times". Wallace gab außerdem zu bedenken: "Zu viele Menschen vergessen, dass diese beiden Kandidaten die Unterstützung von Dutzenden Millionen Amerikanern haben."

Wallace zeigte sich "enttäuscht" über den Verlauf des TV-Duells. "Ich hätte mir nie träumen lassen, dass es so aus dem Ruder laufen würde." Auf die Frage, was er gefühlt habe, als er die Kandidaten zu weniger Unterbrechungen aufforderte, antwortete der Moderator: "Verzweiflung." Wallace kommt vom Trump-freundlichen Fernsehsender Fox News, ist aber als unabhängig respektiert. Den Moderatoren der nächsten Debatten - Steve Scully vom Sender C-Span und Kristen Welker vom Sender NBC - riet Wallace zu einer schnelleren Reaktion, als es bei ihm der Fall war. "Ich hatte diese Vorwarnung nicht."

Trump nutzte am Mittwochabend (Ortszeit) einen Wahlkampfauftritt in Duluth im US-Bundesstaat Minnesota, um vor Anhängern seine Version der Debatte zu schildern und seine Angriffe auf Biden fortzusetzen. "Ich habe Joe Biden für seine 47 Jahre der Lügen, 47 Jahre des Verrats und 47 Jahre des Scheiterns zur Rechenschaft gezogen", sagte Trump in Anspielung auf die lange politische Karriere seines Kontrahenten. "Joe Biden ist zu schwach, um dieses Land zu führen." 

Blitzumfragen widersprechen Trumps Einschätzung

Biden schrieb am Mittwoch mit Blick auf die Debatte auf Twitter: "Letzte Nacht hat untermauert, warum ich in dieses Rennen eingestiegen bin: Wir befinden uns in einem Kampf um die Seele dieser Nation - und es ist ein Kampf, den wir gewinnen müssen." 

Trumps Einschätzung, dass er als Sieger aus der Debatte hervorging, widersprachen Blitzumfragen der Sender CNN und CBS unmittelbar danach. Demnach hielt eine Mehrheit Biden für erfolgreicher bei dem TV-Duell am Dienstagabend als Trump.

In den USA sahen nach Angaben des Instituts Nielsen mehr als 73 Millionen Menschen die Debatte im Fernsehen. Das waren weniger Zuschauer als 2016, als schätzungsweise 84 Millionen Menschen die erste Debatte zwischen Trump und der demokratischen Kandidaten Hillary Clinton schauten. Nielsen erfasst allerdings nicht alle Online-Dienste, über die die Debatte gestreamt werden konnte.

Die TV-Debatte am Dienstagabend in Cleveland im US-Bundesstaat Ohio war die erste zwischen Trump, 74 Jahre, und Biden, 77 Jahre. Zwei weitere Debatten sind für den 15. Oktober in Miami (Florida) und am 22. Oktober in Nashville (Tennessee) geplant. Die Vize-Kandidaten Mike Pence (Republikaner) und Kamala Harris (Demokraten) treffen am 7. Oktober in Salt Like City im US-Bundesstaat Utah aufeinander.

rös DPA

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