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1. Mai: Anekdoten rund um die EU-Erweiterung

Anekdoten rund um die EU-Erweiterung

"Bitte nicht schmuggeln"

An das Gute im Grenzgänger haben Zoll und Grenzschutz im westpolnischen Grenzort Slubice an der Oder appelliert. Mit dem Wegfall der Grenzkontrollen um Mitternacht nach dem EU-Beitritt Polens solle die Erweiterung nicht mit einen Anstieg des Schmuggels "gefeiert" werden, baten die Beamten. Der polnische Rundfunk berichtete, bis zur letzten Minute wollten die Grenzer einen wachsamen Blick auf unverzollte Zigaretten und Schnapsflaschen halten. Die Grenzkontrollen wurden aber bereits spürbar erleichtert. Start einer

Riesen-Sanduhr markiert Ungarns EU-Beitritt

Mit dem Start einer 60 Tonnen schweren Sanduhr aus indischem Granit, die um Mitternacht am Budapester Heldenplatz in Gang gesetzt wurde, haben mehrere tausend Menschen in der Nacht zum Samstag den Beitritt Ungarns zur EU gefeiert. "Jetzt beginnt eine neue Zeitrechnung", sagte Ministerpräsident Peter Medgyessy.

Siegmund-Glocke läutete in Polen vorzeitig EU-Ära ein

In der früheren polnischen Krönungsstadt Krakau hat eine nur zu besonderen Anlässen geläutete Glocke bereits am Freitagabend die EU-Ära eingeläutet. Ein Kirchensprecher sagte, man habe den Zeitpunkt weit vor Mitternacht gewählt, damit auch Kinder und Menschen, die früh schlafen gehen, das Signal der neuen Zeit im vereinten Europa hören könnten. Um die fast 500 Jahre alte und gut drei Tonnen schwere Siegmund-Glocke in der Kathedrale auf dem Krakauer Wawel-Berg zum Tönen zu bringen, sind zwölf Glöckner nötig.

Ungarn feiert erste EU-Babys

In Ungarn wurden die ersten EU-Babys gefeiert, die kurz nach Mitternacht auf die Welt gekommen sind. In der Hauptstadt Budapest und der Kleinstadt Gyula an der Grenze zu Rumänien wurden zwei Minuten nach Mitternacht zwei Jungen geboren. 2400 Gramm wog der kleine Oliver aus Budapest. Oberbürgermeister Gàbor Demszky überreichte der Mutter einen Scheck über genau 2004 Euro. Demszky versprach, sich bei Ministerpräsident Péter Medgyessy dafür einzusetzen, dass das Baby aus Gyula, ein 4450 Gramm schwerer Junge namens Csaba, mit demselben Geschenk willkommen geheißen wird.

Polnische Schüler malten 800 Quadratmeter große Europafahne

Mit einer 800 Quadratmeter großen gemalten Europafahne begrüßten Schüler eines Gymnasiums im nordpolnischen Slupsk (Stolpmünde) den EU-Beitritt ihres Landes. Am Freitag schwangen die Jugendlichen auf dem Schulhof die Pinsel, berichtete der polnische Rundfunk. Während die Europasterne den Abiturienten vorbehalten waren, durften am blauen Hintergrund auch die Jüngeren mitwirken. Insgesamt verbrauchten die Europafans 160 Liter Farbe.

Blumen an der neuen EU-Außengrenze

In Polen haben Zöllner nach der EU-Erweiterung an der neuen Außengrenze zur russischen Exklave Kaliningrad Blumen und kleine Geschenke an Einreisende verteilt. Probleme an den Grenzen habe es nicht gegeben, meldete der Rundfunk am Samstag.

Europafahnen im Rausch geklaut

Polizisten im oberschlesischen Zabrze waren sich am Samstag nicht sicher, ob ein Europa-Rausch oder ein schlichtes Übermaß an Alkohol einen 27-Jährigen zum Diebstahl von polnischen und europäischen Fahnen motivierte. Der nicht mehr ganz nüchtern wirkende "Europa-Enthusiast" hatte den Angaben zufolge einen Blutalkoholgehalt von 1,8 Prozent.

"Manneken Pis" in slowenischer Landestracht

Das wohl berühmteste Denkmal von Brüssel, das "Manneken Pis", ist von Vertretern des neuen EU-Mitglieds Slowenien in ihrer Landestracht gekleidet worden. In der oft als Hauptstadt Europas bezeichneten belgischen Metropole hat es Tradition, dem nackten Steinknaben, der sein Wasser in einen Brunnen lässt, Kleider überzustreifen. Am Samstagmorgen öffneten einige der EU-Bürogebäude ihre Tore für Besucher. Der traditionelle Tag der Offenen Tür vom 9. Mai, dem Europatag, wurde aus Anlass der EU-Erweiterung vorgezogen.

Aus für "Butterschifffahrt"

"Butterschifffahrt" ade! Die EU-Erweiterung bedeutet das endgültige Aus für die "schwimmende Schnäppchenjagd" in Deutschland. Am 1. Mai endet der Duty-free-Verkehr an der Grenze zu Polen und Tschechien. "Butterfahrten" auf dem Stettiner Haff, auf Oder und Elbe zum zollfreien Einkauf, die vor allem bei Senioren außerordentlich beliebt waren, gehören damit der Vergangenheit an.

Rekordstaus an Grenzen zu Polen und Tschechien aufgelöst

Die Rekordstaus von Lastwagen an den Grenzen zu Polen und Tschechien haben sich wenige Stunden nach dem EU-Beitritt beider Länder aufgelöst. Mit dem Ende der Zollkontrollen sei der Lkw-Verkehr ab Mitternacht zügig geflossen, sagten Behördensprecher am Samstag. Die Grenzbeamten kontrollieren jetzt nur noch die Pässe. Am Vorabend mussten Lastwagen-Fahrer an den Übergängen bis zu 40 Stunden warten: Wegen Steuererhöhungen für Lkw-Transporte vom 1. Mai an wollten viele Fahrer die Grenze passieren.

Pariser Verkehrsbetriebe feiern Europa mit Sondertickets

Mit Europa-Tickets und Freifahrten feiern die Pariser Verkehrsbetriebe die Aufnahme von 10 Staaten in die EU. Die Binnenreederei Bateaux-Mouches bot allen EU-Neubürgern am 1. Mai freie Fahrt auf der Seine an. Die Metro-Station "Europa" vertreibt vom 9. Mai an 25.000 blaue "Europa-Tickets", teilte die Verkehrsgesellschaft RATP in Paris mit. Die Fahrscheine mit der Aufschrift "Bienvenue en Europe" ("Willkommen in Europa") gelten für Paris - und sind so teuer wie normale Tickets.

Bretone beginnt am Tag der Erweiterung Radtour nach Wladiwostok

Der 68-jährige Bretone Zef Jégard hat eine Radtour begonnen, die Ende Juni nach etwa 14.000 Kilometern im russischen Wladiwostok enden soll. Er wolle vor allem die neuen EU-Länder kennen lernen, sagte er vor seiner Abreise am Samstag. Begleitet von Familienmitgliedern in einem Kleinlaster wird der Radfahrer unter anderem durch Polen, Lettland und Litauen radeln. Beschlagen in Esperanto, trifft Jégard dort andere Kenner der Welthilfssprache: "Ich will Grenzen überschreiten, ohne das Wörterbuch zu wechseln."

DPA