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2800 Kilometer durch Russland: Wie der Kaviar gemolken wird

Einst wimmelte es im Kaspischen Meer nur so vor Belugas, Sewruga- und Ossietra-Stören. Mit dem begehrten schwarzem Kaviar im Bauch zogen sie dann die verzweigten Arme der Wolga hoch. Doch nun sind die Fische in der Natur rar geworden. Fabriken übernehmen die Fischzucht. 

Da der Stör- und Belugafang offiziell untersagt sind, werden die Fische in Fabriken entlang der Ausläufe der Wolga gezüchtet. Hier wird ein Beluga aus einem Becken der Firma "Raskat" gehievt. 

Da der Stör- und Belugafang offiziell untersagt sind, werden die Fische in Fabriken entlang der Ausläufe der Wolga gezüchtet. Hier wird ein Beluga aus einem Becken der Firma "Raskat" gehievt. 

Da der Stör- und Belugafang an der Wolga offiziell untersagt sind, werden die Fische in Fabriken entlang der Ausläufe des Flusses gezüchtet. Die Fotostrecke zeigt, wie ein Beluga aus einem Becken der Firma "Raskat" gehievt wird. Sechs Männer holen den zappelnden Fisch aus dem Becken, um den Beluga zu melken. Mit einer Pinzette öffnen die Züchter den Bauch des Fisches und massieren die Fischeier hinaus. Der Kaviar wird einer Schüssel aufgefangen. Er darf mit dem Wasser nicht Berührung kommen, sonst verdirbt er. Sorgfältig wird der wertvolle Rogen verpackt und beschriftet.

Sechs Tonnen schwarzen Kaviar verkauft "Raskat" jedes Jahr. Die teuerste Sorte - ein Kilo vom Beluga - kostet mindestens 1500 Euro. Die Kaviar-Ernte findet nur einmal im Jahr statt.

Durch die Melk-Methode sterben die Fische nicht. Doch um die Zucht auch langfristig zu erhalten, reicht das nicht. "Wir brauchen langfristig neue Fische aus anderen Familien, neue Gene", erklärt die Züchterin. "Gibt es keine Fische in der Wildnis mehr, überleben auch die Kulturen nicht lange."

Doch die Populationen im Kaspischen Meer werden immer kleiner.  Die klassischen Störarten, denen wir Sevruga-, Ossietre- und Belugakaviar verdanken, sind so gut wie ausgefischt, obwohl die Internationale Artenschutzbehörde CITES ein rigoroses Fangverbot aus dem Kaspischen Meer verhängt hat. Um den schwindenden Stör-Bestände im Kaspischen Meer vorzubeugen, erhob auch die russische Regierung vor einigen Jahren das Monopol auf den Handel mit Kaviar. Doch das öffnete nur der Korruption Tür und Tor. 

Inzwischen ist der Kaviar-Schwarzmarkt mindestens vier Mal so groß wie der legale Markt, schätzt CITES. Andere Experten schätzen den Schwarzmarkt auf das Acht-bis Zehnfache des kontrollierten Handels.

Inzwischen hob Russland das Importverbot für Kaviar auf. Die Konkurrenz aus dem Ausland soll die Schwarzhändler verdrängen.

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