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Ägyptens Ex-Präsident: Aufstieg und Fall von Husni Mubarak

Rund 30 Jahre hat Husni Mubarak über Ägypten geherrscht, dann zwangen ihn Massenproteste im Februar 2011 zum Rücktritt. Im Juni 2012 wurde der Ex-Diktator zu lebenslanger Haft verurteilt.

Drei Jahrzehnte lang hat Husni Mubarak in Ägypten als Präsident mit eiserner Hand geherrscht. Die wichtigsten Stationen seines Lebens führten über das Militär an die Macht, wo er seine Position stetig festigte. Sein Sturz kam mit dem Arabischen Frühling, der im vergangenen Jahr in mehreren nordafrikanischen Ländern die Menschen auf die Straße trieb.

Kurzbiographie

4. Mai 1928
Husni Mubarak wird in eine kleinbürgerliche Familie im Nildelta geboren.

1973


Der Jom-Kippur-Krieg gegen Israel macht Mubarak, der in der ägyptischen Luftwaffe Karriere gemacht hat, zum Kriegshelden. Wenig später wird er Vizepräsident.

13. Oktober 1981


Eine Woche nach der Ermordung von Präsident Anwar al Sadat durch Islamisten wird Mubarak der neue Staatschef. Er verhängt den Ausnahmezustand, der bis ins Jahr 2012 immer wieder verlängert wird.

26. Juni 1995


Mubarak entgeht in Addis Abeba einem Attentat. Zu der Tat bekennt sich die radikale Gruppierung Dschamaa Islamija. Auch in den Folgejahren gibt es immer wieder Anschlagsversuche, mindestens sechs.

28. September 2003


Der Präsident kündigt demokratische Reformen an. Den Anstoß lieferte Mubaraks Sohn Gamal, dessen Einfluss in der regierenden Nationaldemokratische Partei (PND) wächst.

9. November bis 7. Dezember 2005


Der Muslimbruderschaft gelingt bei den Parlamentswahlen ein Durchbruch: Ihre Kandidaten, die als Unabhängige antreten müssen, kommen auf fast 20 Prozent der Stimmen.

28. November bis 5. Dezember 2010


Mubaraks ohnehin starke Partei gewinnt bei den Parlamentswahlen noch mehr Einfluss: Die PND vereinigt 83 Prozent der Stimmen auf sich. Die Muslimbrüder boykottieren wegen Fälschungsvorwürfen den Urnengang.

25. Januar 2011


In Ägypten beginnen die Proteste gegen die autoritäre Führung Mubaraks, bei deren Unterdrückung in den darauffolgenden Tagen rund 800 Menschen getötet und tausende weitere verletzt werden. Zentrum der Massendemonstrationen wird der Tahrir-Platz in Kairo.

11. Februar 2011


Mubarak tritt unter dem Druck der Straße zurück und übergibt die Macht an das Militär. Der Ex-Präsident steht fortan in seiner Residenz in Scharm el Scheich unter Hausarrest.

13. April 2011


Mubarak und seine beiden Söhne Alaa und Gamal werden in Untersuchungshaft genommen. Drei Tage später wird die bisherige Regierungspartei PND aufgelöst.

27. November 2011


Neun Monate nach Mubaraks Sturz beginnen in Ägypten die Wahlen zum neuen Parlament, das in einer monatelangen Prozedur bestimmt wird. Aus dem Urnengang gehen letztlich die Islamisten um die Muslimbrüder als stärkste Kraft hervor.

23. und 24. Mai 2012


Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl ziehen der Muslimbruder Mohammed Mursi und Ahmad Schafik, der letzte Regierungschef unter Mubarak, in die Stichwahl ein. Beide beanspruchen nach der Stichwahl Mitte Juni den Wahlsieg für sich.

31. Mai 2012


Der im Jahr 1981 verhängte Ausnahmezustand wird aufgehoben.

2. Juni 2012


Mubarak und Ex-Innenminister Habib al-Adli werden wegen ihrer Verantwortung für den Tod von hunderten Demonstranten während der Revolte im Frühjahr 2011 zu lebenslanger Haft verurteilt.

20. Juni


Die Meldungen zum Gesundheitszustand Mubaraks überschlagen sich: Die amtliche ägyptische Nachrichtenagentur erklärt ihn für klinisch tot. Ärztekreise dementieren dies aber und erklären, er liege im Koma.

ivi/AFP / AFP