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Ärzte der Berliner Charité Timoschenko muss bald operiert werden


Julia Timoschenko kämpft mit den Folgen eines Bandscheibenvorfalls. Berliner Ärzte empfehlen eine rasche Behandlung. Eine Operation in der Ukraine lehnt die inhaftierte Ex-Ministerpräsidentin aber ab.

Die inhaftierte ukrainische Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko muss nach Angaben ihrer Tochter rasch wegen eines Bandscheibenvorfalls operiert werden. Ärzte der Berliner Charité hätten eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes festgestellt und zu einem schnellstmöglichen Eingriff geraten, sagte Jewgenija Timoschenko am Montag in Charkiw, wo ihre Mutter ihre Haft absitzt. Sie warnte, dass der schon jetzt kritische Zustand ihrer Mutter in der Invalidität enden könnte.

"Bei Frau Timoschenko kam es während körperlicher Betätigung akut zu erneut auftretenden heftigen Schmerzen, die im Zusammenhang mit dem bekannten Bandscheibenleiden zu sehen sind", berichtete eine Sprecherin der Charité. Außerdem stagnierten die Behandlungsfortschritte in den vergangenen Wochen. Die Charité-Ärzte hatten Timoschenko am 21. Juni besucht.

Folgen eines Bandscheibenvorfalls

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte sich vor zehn Tagen in Kiew für eine Behandlung Timoschenkos in Deutschland eingesetzt, er empfängt am Dienstag seinen ukrainischen Kollegen Leonid Koschara in Berlin.

Julia Timoschenko, einstige Heldin der sogenannten orangefarbenen Revolution, wurde im August 2011 in Untersuchungshaft genommen und zwei Monate später wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Die EU sieht dahinter eine "selektive Justiz" am Werk. Der Verdacht ist, dass Präsident Viktor Janukowitsch eine seiner ärgsten Widersacherinnen politisch ausschalten wolle. Die Ex-Regierungschefin wird seit Mai 2012 in einer Klinik im ostukrainischen Charkow behandelt. Sie leidet unter anderem an den Folgen eines Bandscheibenvorfalls.

vim/AFP/DPA DPA

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