Al-Kaida Sarkawi droht mit neuen Anschlägen


In einer Videobotschaft hat der irakische Al-Kaida-Führer Al Sarkawi mit weiteren terroristischen Aktionen gedroht. Er warf dem Westen und den USA zudem vor, einen Kreuzzug gegen den Islam zu führen.

Der Al-Kaida-Führer im Irak, Mussab al Sarkawi, hat sich mit einer Videobotschaft zu Wort gemeldet. In der auf einer islamistischen Web-Site veröffentlichten Aufnahme drohte er dem Westen mit weiteren Anschlägen und bekräftigte seine Loyalität zu Terrorchef Osama bin Laden.

Der designierte irakische Ministerpräsident Dschawad al Maliki rief unterdessen die Nachbarstaaten auf, sich aus den Problemen seines Landes herauszuhalten. Al Sarkawi warf dem Westen und den USA vor, einen Kreuzzug gegen den Islam zu führen. Die heiligen islamischen Krieger hielten dem aber stand.

Neue Regierung ein "Handlanger der USA"

Die jüngsten Fortschritte bei der Regierungsbildung im Irak bezeichnete Al Sarkawi als Versuch der USA, einem Dilemma zu entkommen. "Als die Feinde in den Irak einmarschiert sind, war es ihr Ziel, den Irak und die Region zu kontrollieren. Aber wir haben sie seit drei Jahren bekämpft." Jede irakische Regierung werde nur ein Handlanger der USA sein, fuhr Al Sarkawi fort.

An die Adresse von US-Präsident George W. Bush sagte er: "Warum sagen Sie den Menschen nicht, dass Ihre Soldaten Selbstmord begehen, Drogen und Schlaftabletten nehmen?" Den US-Streitkräften stehe im Irak eine Niederlage bevor. "Was kommt, wird noch schlimmer werden", erklärte der Terroristenführer.

Untersuchungen laufen

US-Geheimdienstexperten untersuchten das Video, dessen Echtheit zunächst nicht zu bestätigen war. Al Sarkawi hat sich bislang meist nur in Tonbotschaften zu Wort gemeldet. Erst zwei Tage zuvor hatte bin Laden die Muslime zur Unterstützung seiner Organisation aufgerufen.

Der gebürtige Jordanier Al Sarkawi hat sich zu mehreren der blutigsten Anschläge im Irak bekannt. Al Maliki dankte Syrien, Jordanien, Saudi-Arabien, der Türkei und dem Iran für die Aufnahme irakischer Dissidenten während der Herrschaft von Saddam Hussein. Die Dankbarkeit dafür bedeute jedoch nicht, dass die Iraker "Einmischungen in die Sicherheit" tolerieren würden.

Wieder Tote bei Gewalttaten im Irak

Das Interview war das erste Al Malikis, seitdem er am Samstag von Staatspräsident Dschalal Talabani mit der Regierungsbildung beauftragt worden war. Im Irak explodierte am Dienstag in der Nähe der Büros des Predigers Muktada al Sadr im Osten Bagdads eine Bombe in einem Kleinbus. Dabei kamen nach Polizeiangaben zwei Zivilpersonen ums Leben, drei wurden verletzt. Mehrere Geschäfte wurden beschädigt. Ein Augenzeuge berichtete, kurz vor der Detonation sei ein Mann von dem Kleinbus weggelaufen. Bei fünf weiteren Bombenanschlägen und zwei Überfällen wurden am Dienstag nach Polizeiangaben zwei Iraker getötet und neun Menschen verletzt. Ferner wurden in Bagdad die Leichen von fünf gefolterten Irakern aufgefunden.

AP AP

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