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Nach Angriffen auf Kliniken: Syriens UN-Botschafter zu Toten von Aleppo: "He, he, he, he"

Im Osten von Aleppo wurden am Mittwoch zwei Kliniken offenbar gezielt bombardiert. Als ein Al-Jazeera Reporter den syrischen UN-Botschafter dazu befragt, antwortet dieser mit einem zynischem Lachen.

Syriens UN-Botschafter Bashar Jaafari, hier am Rande der Gespräche über eine Waffenruhe im April in Genf

Syriens UN-Botschafter Bashar Jaafari, hier am Rande der Gespräche über eine Waffenruhe im April in Genf.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon spricht von Kriegsverbrechen, Washington droht Moskau mit dem Abbruch der Syrien-Gespräche: Die Luftangriffe auf die zwei größten Krankenhäuser im von Rebellen kontrollierten Ostteil von Aleppo am Mittwoch sorgen für Empörung. Allerdings nicht beim syrischen UN-Botschafter Bashar Jaafari.

Der Gesandte von Diktator Baschar al-Assad bei den Vereinten Nationen wurde im New Yorker Hauptquartier der UN von einem Reporter des arabischen Senders Al-Jazeera auf die Attacken angesprochen: "Botschafter? Haben Sie die zwei Krankenhäuser in Aleppo bombardiert?", fragte ihn der Journalist James Bays. Jaafari blieb nicht einmal stehen und beantwortete die Frage im Vorübergehen nur mit einem zynischen Lachen.

Jaafaris US-Kollegin Samantha Power reagierte bestürzt: "Dies ist das Gesicht des syrischen Regimes und von Russlands Aktionen in Aleppo", twitterte sie unter Anspielung auf Moskaus Beteiligung am Syrienkrieg aufseiten der Regierung in Damaskus. "Absolut keine Beachtung für die Tausenden, die abgeschlachtet werden. Schauerlich."

USA erwägen angeblich Waffenlieferungen an Rebellen

In der US-Regierung gibt es derweil offenbar Diskussionen, ob die syrischen Rebellen als Reaktion auf die massiven Luftangriffe auf Aleppo aufgerüstet werden sollten. Dabei gehe es beispielsweise um die Frage, ob der Geheimdienst CIA und seine regionalen Partner Waffensysteme liefern sollten, mit denen die von ihnen unterstützten Rebellengruppen syrische und russische Artilleriepositionen aus größerer Entfernung angreifen könnten, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter.

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Überlegt werde auch, ob Verbündeten in der Region wie der Türkei oder Saudi-Arabien grünes Licht gegeben werden sollte, Rebellen mit stärkeren Waffensystemen auszurüsten. In der Diskussion ist nach Angaben des Blattes auch die Lieferung von Flugabwehrsystemen.

Moskau will weiter mit Washington nach Lösung suchen

US-Außenminister John Kerry hatte Russland am Mittwoch mit dem Abbruch der Syrien-Gespräche gedroht, falls das Land nicht umgehend Schritte unternehmen würde, um die Angriffe auf Aleppo zu stoppen und eine Waffenruhe wieder herzustellen. Zugleich machte Kerry Russland für die Eskalation verantwortlich. US-Medien werteten dies als die bislang stärkste Warnung der US-Regierung an Russland.

Moskau erklärte daraufhin, man wolle weiter mit Washington zusammenarbeiten. Präsident Wladimir Putin habe "das Außen- und das Verteidigungsministerium beauftragt, bereit zu sein, die Zusammenarbeit mit unseren amerikanischen Partnern beim Syrien-Dossier fortzusetzen", erklärte General Viktor Posnichir. "Es ist vorgesehen, in sehr naher Zukunft wieder russische Experten zur Wiederaufnahme der Gespräche mit der amerikanischen Seite nach Genf zu schicken". Dabei sollten Lösungen gefunden werden "für die Normalisierung der Situation in Aleppo und für ganz Syrien".


mad, mit DPA