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Angeblicher Zugang zu US-Militärtechnik: Pakistan soll China Spionage-Hilfe geleistet haben

Es geht um den Black-Hawk-Helikopter, den das US-Kommando, das Osama bin Laden tötete, in Abbottabad zurücklassen musste. Pakistan soll chinesischen Spezialisten Zugang zu dem speziell ausgerüsteten Hubschrauber gewährt haben. China bezeichnet die Berichte als "lächerlich".

Chinesische Militärtechniker durften in Pakistan angeblich einen bei der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden beschädigt zurückgelassenen Hubschrauber der US-Armee untersuchen. Wie die "New York Times" unter Berufung auf mit dem Fall vertraute Kreise berichtet, war der Helikopter mit einer speziellen Geheimtechnik ausgerüstet, um nicht vom Radar erfasst werden zu können. Auf Einladung pakistanischer Geheimdienstvertreter hätten Experten aus Peking Fotos von dem abgetrennten Heck des Hubschraubers vom Typ Black Hawk machen dürfen.

US-Vertreter sagten der Zeitung, es gebe keine "endgültigen Beweise" für den Besuch der Chinesen in Abbottabad. Die Vorwürfe stützen sich demnach auf abgehörte Gespräche, in denen Pakistaner darüber sprechen, die Chinesen auf die Absturzstelle einzuladen. Ein US-Vertreter sagte der Zeitung, Geheimdienstmitarbeiter seien sich "sicher", dass die Chinesen den Helikopter fotografieren und sogar Teile des Wracks mitnehmen duften.

China nennt Bericht "lächerlich"

Ein Sprecher des chinesischen Verteidigungsministeriums, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte am Montag der Nachrichtenagentur AFP, er habe "große Zweifel" an der Geschichte. "So etwas würde nie passen", sagte er. Außenamtssprecher Jiang Yu hatte Berichte über eine angebliche Bitte aus Peking, das Wrack sehen zu dürfen, schon im Mai als "lächerlich" bezeichnet.

Bin Laden war Anfang Mai von einer US-Spezialeinheit in Abbottabad getötet worden. Berichten zufolge mussten die Soldaten der Navy Seals einen der Helikopter, mit denen sie auf dem Anwesen gelandet waren, wegen technischer Probleme zurücklassen. Sie hätten zwar noch versucht, den beschädigten Helikopter zu zerstören, das Heck sei aber weitgehend intakt geblieben.

Beziehungen zwischen Pakistan und USA belastet

Die Beziehungen zwischen Pakistan und den USA hatten sich nach der Kommandoaktion deutlich verschlechtert. Der Einsatz gegen den Al-Kaida-Chef hatte aufgedeckt, dass Bin Laden schon lange unbehelligt in Pakistan lebte. Die Regierung in Islamabad zeigte sich wiederum verärgert, dass die USA ihre Behörden nicht vorab über die Aktion informiert hatten.

dho/AFP / AFP