ANGRIFF Terroristen haben B-Waffen im Nordirak getestet


Die US-Regierung denkt offenbar über einen Militärschlag gegen eine mutmaßliche Chemiewaffen-Fabrik der radikal-moslemischen El Kaida im Norden Iraks nach.

Araber mit Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida haben nach Informationen aus US-Regierungskreisen womöglich biologische Kampfstoffe in einer kleinen Anlage im Norden Iraks getestet. Wie ein Regierungsbeamter am Montag sagte, ist die Anlage dem US-Geheimdienst bekannt. Sie liege im irakischen Kurdengebiet im Norden, das nicht unter der Kontrolle des irakischen Präsidenten Saddam Hussein steht.

Keine Entscheidung über Angriff

Wie die Sender ABC und CNN am Montag berichteten, soll die Anlage unter dem Schutz der radikalen Kurdengruppe Ansar el Islam in einem Teil des Landes stehen, über die Iraks Präsident Saddam Hussein keine Kontrolle hat. US-Präsident George W. Bush hätte einen Geheimeinsatz gegen die Anlage in der vergangenen Woche gestoppt, berichtete ABC. CNN zufolge wurde jedoch keine endgültige Entscheidung über einen Angriff getroffen. Die US-Regierung nahm zu den Berichten nicht Stellung.

Zuerst nur beobachtet

In dem ABC-Bericht hieß es, die USA hätten mehrere Wochen lang eine kleine Gruppe von El-Kaida-Mitgliedern bei Experimenten mit Giftgasen und -stoffen beobachtet, bei denen Tiere und mindestens ein Mensch getötet worden seien. Die Anlage sei jedoch abschließend als so klein und primitiv eingestuft worden, dass wegen der möglichen amerikanischen Verluste und der öffentlichen Empörung über einen US-Einsatz im Irak ein Angriff abgelehnt worden sei. Unter Berufung auf US-Kreise hieß es, es gebe keine Hinweise, dass Hussein von den Aktivitäten wisse.

Keine US-Stellungnahme

Die USA machen die El Kaida für die Anschläge am 11. September verantwortlich. Bush hat zudem einen Regierungswechsel in Irak zu einem Ziel seiner Regierung erklärt. In den Medien hat es wiederholt Spekulationen über einen bevorstehenden US-Angriff auf Irak gegeben. Nach dem Golfkrieg Anfang der 90er Jahre wurde im Norden des Landes eine Schutzzone eingerichtet, die die Kurden dort vor den irakischen Streitkräften schützen sollen. Sie wird, wie eine zweite Zone im Süden des Landes auch, von US- und britischen Kampfflugzeugen patrouilliert.

Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab.


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