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Appell der Vereinten Nationen: Ban Ki Moon ruft zu Spenden für Kirgistan auf

Angesichts der Flüchtlingskatastrophe in Kirgistan hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die internationale Gemeinschaft zu Spenden in Höhe von 71 Millionen Dollar aufgerufen. Die UN geht davon aus, dass eine Million Menschen von den ethnischen Auseinandersetzungen betroffen sind.

Die Vereinten Nationen wollen von ihren Mitgliedsländern gut 71 Millionen Dollar für das von Unruhen erschütterte Kirgistan einfordern. Mit den umgerechnet 58 Millionen Euro solle mehr als einer Million Menschen geholfen werden, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Freitag (Ortszeit) in New York. Das Geld solle zum einen den schätzungsweise 300.000 Flüchtlingen in der Region zugutekommen. Zum anderen sollen etwa 765.000 Menschen unterstützt werden, die anderweitig von dem Konflikt betroffen sind, etwa durch die Aufnahme von Flüchtlingen.

Ban hat bereits mit einigen Geberländern gesprochen, offiziell soll der Aufruf in der nächsten Woche veröffentlicht werden. Er ist eine Art Spendenappell ohne verpflichtende Wirkung für die 192 Mitgliedsländer. Nach dem Erdbeben in Haiti vor fünf Monaten hatten die Vereinten Nationen gut eine Milliarde Euro von ihren Mitgliedsländern gefordert. Nach weniger als einer Woche hatte die Organisation die Hälfte des Geldes zusammen, den Rest gut einen Monat später.

"Ich bin schockiert über das Ausmaß der Gewalt und entsetzt über die Toten und Verletzten, die Brandstiftung, sexuelle Gewalt, das Plündern und die Zerstörung", sagte UN-Nothilfekoordinator John Holmes. "Der Bedarf ist immens. Wir können auf diese Not eingehen und die Hilfe der einzelnen Staaten koordinieren. Aber wir können wenig tun ohne die nötigen Gelder", sagte der Engländer. Er rief deshalb alle Geber auf, den Spendenaufruf zu befolgen. Nach UN-Angaben sind 300.000 Menschen in Südkirgistan auf der Flucht, 100.000 weitere im benachbarten Usbekistan.

zen/DPA / DPA
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