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Atomgespräche: Iran stellt sich quer

Bei den Atomverhandlungen über einen Export iranischen Urans zur weiteren Anreicherung im Ausland ist der Iran von seiner ursprünglichen Zusage wieder abgerückt.

Bei den Atomverhandlungen über einen Export iranischen Urans zur weiteren Anreicherung im Ausland ist der Iran von seiner ursprünglichen Zusage wieder abgerückt. Man brauche bei den Atomgesprächen in Wien neben den USA und Russland keine weiteren Länder wie Frankreich, sagte der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki am Dienstag in Teheran. Die Atomgespräche in Wien, die am Morgen beginnen sollten, wurden mit der Begründung von bilateralen Verhandlungen auf den Mittag vertagt. Der Chef der iranischen Delegation, IAEA-Botschafter Ali Asghar Soltanieh, verließ aber demonstrativ mit seinem französischen Kollegen den Verhandlungsraum.

Der Iran hatte sich Anfang Oktober bei Gesprächen mit den fünf ständigen UN-Sicherheitsratsmitgliedern plus Deutschland geeinigt, iranisches Uran zur weiteren Anreicherung nach Russland und dann zur Weiterverarbeitung nach Frankreich zu liefern. Dann soll der Brennstoff, den der Iran für einen Forschungsreaktor verwenden will, wieder zurück exportiert werden. Die Details dieses Deals sollen in den seit Montag laufenden Verhandlungen bei der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA mit Vertretern des Irans, Russlands, der USA und Frankreichs geklärt werden.

Das zweideutige Signal des Irans Richtung Frankreich wollte am Dienstag in Wien niemand kommentieren. Am Montagabend hatte es aus diplomatischen Kreisen noch geheißen, dass Frankreich weiterhin Teil des Deals sei. Experten erklären sich die Skepsis des Irans gegenüber Frankreich damit, dass Teheran langfristig möglicherweise nur mit den größten Welt- und Atommächten wie den USA und Russland über sein Nuklearprogramm verhandeln will. Zugleich hatte sich Frankreich in der Vergangenheit auch sehr stark für weitere Sanktionen ausgesprochen, falls sich der Iran nicht kooperationsbereit zeigt.

DPA / DPA