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Attacke auf Konsulat in Libyen: US-Botschafter stirbt bei Angriff

Ein mutmaßlich islamfeindlicher Film hat heftige anti-amerikanische Ausschreitungen in Ägypten und Libyen ausgelöst. Mehrere Menschen starben, laut libyschem Innenministerium auch der US-Botschafter.

Chris Stevens, US-Botschafter in Libyen, und drei seiner Mitarbeiter sind bei dem Angriff auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi getötet worden. Dies teilte das libysche Innenministerium am Mittwoch mit. Vizeregierungschef Mustafa Abu Schagur bestätigte die Meldung im Kurznachrichtendienst Twitter. Zuvor hatte bereits der arabische TV-Sender Al-Dschasira den Tod des Diplomaten vermeldet. Aus Washington liegt noch keine offizielle Bestätigung für diese Informationen vor.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte am Morgen nur bestätigt, dass bei einem Angriff auf das US-Konsulat im ostlibyschen Bengasi ein Mitarbeiter ihres Hauses ums Leben gekommen sei. Clinton verurteilte die Attacke von Bewaffneten auf die diplomatische Vertretung aufs Schärfste. Sie habe noch am Abend mit dem libyschen Präsidenten Mohammed al-Magarief gesprochen, um einen besseren Schutz für die US-Bürger sicherzustellen, ließ Clinton mitteilen. Al-Magarief habe den Angriff verurteilt und die volle Unterstützung seiner Regierung zugesagt.

Aus Protest gegen einen ihrer Meinung nach islamfeindlichen Film hatten aufgebrachte Islamisten am Dienstag das US-Konsulat in der ostlibyschen Stadt gestürmt. Auch in Ägyptens Hauptstadt Kairo war es #link;www.stern.de/politik/ausland/unruhen-in-kairo-und-bengasi-islamisten-stuermen-us-vertretungen-1893257.html;zu schweren Ausschreitungen# gekommen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle verurteilte die Angriffe auf die US-Vertretungen in Ägypten und Libyen. "Was religiöser Fanatismus anzurichten vermag, zeigen die gestrigen Ereignisse in Kairo und Benghasi in aller Deutlichkeit", sagte der FDP-Politiker nach einer Mitteilung des Auswärtigen Amtes am Mittwoch in Berlin. Er fordere die Regierungen in Ägypten und in Libyen auf, die Sicherheit der Botschaften und Konsulate in ihren Ländern zu gewährleisten.

jwi/DPA/Reuters/AFP / DPA / Reuters