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Zoff unter (Ex-)Präsidenten: Obama bringt Trump mit Tweet zur US-Wirtschaft auf die Palme

Ex-US-Präsident Barack Obama hält sich seit dem Ende seiner Amtszeit aus der Tagespolitik weitgehend heraus. Doch jetzt hat er via Twitter die florierende US-Wirtschaft kommentiert - was seinem Nachfolger Donald Trump gar nicht gefiel.

Barack Obama (l.) und Donald Trump

Wer ist für die brummende US-Konjunktur verantwortlich? Barack Obama (l.) und Donald Trump sind da unterschiedlicher Ansicht

Getty Images / AFP

Donald Trump ist extrem stolz auf die florierende Konjunktur in seinem Land. Beinahe täglich schwärmt der US-Präsident auf Twitter davon, wie seine Politik für eine "boomende Wirtschaft", die "beste US-Wirtschaft in der Geschichte", die "großartigste Wirtschaft aller Zeiten", die "heißeste Wirtschaft auf Erden" gesorgt hat.

Donald Trump wettert gegen Barack Obama

Umso verärgerter reagierte Trump, als ihm jetzt sein Amtsvorgänger Barack Obama die Meriten für die Prosperität streitig machte: "Heute vor elf Jahren, nahe dem Tiefpunkt der schlimmsten Rezession seit Generationen, habe ich den Recovery Act unterzeichnet und damit den Weg geebnet für mehr als ein Jahrzehnt Wirtschaftswachstum und die längste Phase der Schaffung von Arbeitsplätzen in der amerikanischen Geschichte", schrieb Obama am Montag auf Twitter.

Der American Recovery and Reinvestment Act ist ein am 17. Februrar 2009 von Obama unterschriebenes Gesetzespaket zur Bekämpfung der damaligen Wirtschafts- und Finanzkrise.

Die Reaktion von Trump auf Obamas Statement ließ nicht lange auf sich warten: "Haben Sie den letzten Beschiss gehört? Präsident Obama versucht nun, die Lorbeeren für den Wirtschaftsboom zu ernten, der unter der Trump-Administration stattfindet", wetterte der Republikaner in zwei mit zahlreichen Versalien versehenen Tweets. Unter Obama habe es trotz Nullzinspolitik der US-Notenbank Fed "die schwächste Erholung der US-Wirtschaft seit der großen Rezession" in den 30er-Jahren gegeben, behauptete Trump. Jetzt verzeichne das Land dagegen "die besten Arbeitsplatzzahlen aller Zeiten". "Wenn die Demokraten 2016 gewonnen hätten, wären die USA jetzt in großer wirtschaftlicher Not."

Hassan Rouhani und Barack Obama

Tatsächlich ist unter Ökonomen umstritten, wie viel Einfluss auf die konjunkturelle Entwicklung seines Landes ein Präsident angesichts zahlreicher externer Faktoren überhaupt für sich in Anspruch nehmen kann. Richtig ist aber, dass es der US-Wirtschaft seit Jahren sehr gut geht. Diese Phase begann allerdings bereits lange bevor Trump ins Weiße Haus einzog. "Im Gegensatz zu anderen Präsidenten hat Trump eine stabile Wirtschaft geerbt, die inzwischen die längste Wachstumsphase der Geschichte hinter sich hat", schreibt die US-Nachrichtenseite "Axios".

Wirtschaft war oft stärker als unter Trump

Nach Angaben des Senders CNN lag das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in den USA in den ersten drei Jahren der Trump-Präsidentschaft bei durchschnittlich 2,5 und in den letzten drei Jahren von Obamas Amtszeit bei nicht wesentlich schlechteren 2,3 Prozent. Und der britische Sender BBC stellt fest, dass die US-Wirtschaft unter Trump zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd Obamas Rekordwert von 5,5 Prozent Wachstum im zweiten Quartal 2014 erreicht hat.

Geht man in der Geschichte noch weiter zurück, so gab es in den letzten hundert Jahren sogar jede Menge Phasen, in denen das Wachstum noch höher war. Trumps Behauptung, unter Obama habe es "die schwächste Erholung der US-Wirtschaft seit der großen Rezession" gegeben, während er selbst für die "beste US-Wirtschaft in der Geschichte" gesorgt habe, ist daher bezogen auf das BIP falsch.

Quellen: "Axios"CNNBBCThe Balance, Country Economy