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Blutiger "Freitag der Entschlossenheit" in Ägypten: Proteste und Extremistenangriffe fordern weitere Opfer

Nachdem es in den vergangenen Tagen wieder etwas ruhiger geworden war, fließt jetzt wieder Blut auf den Straßen Ägyptens. Parallel zu den Protesten der Islamisten greifen Extremisten die Polizei an.

Die Gewalt in Ägypten nimmt kein Ende. Am Freitag kamen bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern des ehemaligen Präsidenten Mohammed Mursi sechs Menschen ums Leben. Extremisten töteten drei Polizisten. Nach Berichten lokaler Medien wurden während der Protestaktionen der Islamisten zudem mehr als 50 Menschen verletzt. Die Sicherheitskräfte setzten im Kairoer Stadtteil Mohandisien Tränengas gegen die Demonstranten ein und nahmen zahlreiche Anhänger des Ex-Präsidenten fest.

Zu blutigen Straßenschlachten kam es unter anderem in der #link;https://maps.google.de/maps?hl=de&tab=wl;Stadt Sagasig# sowie in Port Said. Nach Informationen von "youm7" gingen Anhänger und Gegner der Muslimbruderschaft auch in Benha, Alexandria und in Beni Sueif aufeinander los. Das Innenministerium meldete zudem Ausschreitungen in Al-Buhaira und Tanta. In Beni Sueif schossen Unbekannte vor Beginn der Proteste auf eine Kaserne der Sicherheitskräfte. An den Protesten beteiligten sich mehrere Zehntausend Menschen.

Gewalt gegen Polizeibeamte

Im Kairoer Bezirk Al-Nosha wurden an einer Straßensperre der Polizei kurz vor Beginn der Protestaktionen zwei Polizisten erschossen. Zwei weitere Polizisten seien verletzt worden, teilte das Innenministerium mit.

Die Muslimbruderschaft hatte zuvor erklärt, sie werde am "Freitag der Entschlossenheit" nur friedlich protestieren. In einer Stellungnahme, die das Pressebüro der Islamisten-Organisation in London verbreitete, hieß es, die Allianz gegen die Entmachtung von Mursi durch die Armee werde sich "durch die willkürliche Festnahme ihrer Führer nicht besiegen lassen".

Die Armee hatte Mursi, der aus der Muslimbruderschaft stammt, am 3. Juli nach Massenprotesten gegen ihn und seine Regierung abgesetzt. Seither wurde fast die gesamte Führungsriege der Islamisten-Organisation festgenommen.

Immer mehr Angriffe militanter Islamisten

Soldaten töteten an einer Straßensperre vor dem Stützpunkt der Multinationalen Beobachtermission auf dem Sinai am Donnerstagabend vier mutmaßliche Extremisten. Ein Angehöriger der Sicherheitskräfte sagte, die bewaffneten Männer hätten sich nach Beginn der Ausgangssperre mit ihrem Fahrzeug auf den Stützpunkt Al-Gora zubewegt und sich an dem Kontrollposten geweigert anzuhalten. Die Soldaten hätten daraufhin alle vier Insassen des Fahrzeugs getötet. Am Abend erschossen Unbekannte in der Stadt Al-Arisch einen Polizisten.

Die Multinationale Beobachtermission überwacht die Einhaltung des Friedensabkommens zwischen Israel und Ägypten. Seit dem Sturz von Mursi haben die Angriffe militanter Islamisten auf Polizei und Armee im Norden der Sinai-Halbinsel zugenommen.

ivi/DPA / DPA