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Bolivien: Morales verweist US-Hilfsorganisation des Landes

Die amerikanische Entwicklungshilfeorganisation USAID muss Bolivien verlassen. Staatschef Evo Morales warf ihr vor, die Regierung zu destabilisieren und Zwietracht zu stiften.

Die USA haben mit Bedauern auf die Entscheidung Boliviens reagiert, die US-Entwicklungshilfeorganisation USAID des Landes zu verweisen. Die Vorwürfe der Regierung in La Paz, die Organisation mische sich in innere Angelegenheiten Boliviens ein, seien unbegründet, sagte der Vize-Sprecher des Außenministeriums, Patrick Ventrell, am Mittwoch in Washington. Alles, was USAID seit 1964 in dem Land getan habe, sei gewesen, "das tägliche Leben der Bolivianer zu verbessern".

Die Organisation manipuliere und benutze "unsere Verantwortlichen", hatte Boliviens sozialistischer Präsident Evo Morales zuvor bei einer Kundgebung zum Tag der Arbeit in der Hauptstadt gesagt. USAID verfolge in Bolivien "politische und nicht soziale Ziele". Er kündigte die unverzügliche Ausweisung der staatlichen US-Agentur an, weil sie Zwietracht unter den sozialen Organisationen Boliviens fördere und die Regierung zu destabilisieren suche.

Beziehungen seit Jahren angespannt

Morales forderte Beziehungen auf Augenhöhe mit den USA. Die Ausweisung sei auch eine Antwort auf die Bezeichnung Lateinamerikas als "Hinterhof der USA", die US-Außenminister John Kerry vor zwei Wochen vor dem Auswärtigen Ausschuss des Abgeordnetenhauses in Washington gebraucht habe.

Die Beziehungen zwischen Bolivien und den USA sind seit Morales' Amtsantritt im Jahr 2006 angespannt. Im Jahr 2008 wies Bolivien die US-Drogenpolizei DEA und den US-Botschafter aus, worauf die USA mit der Ausweisung des bolivianischen Botschafters reagierten. Erst im Jahr 2011 schlossen beide Staaten ein Rahmenabkommen über ihre Zusammenarbeit und tauschten wieder Botschafter aus. Die jetzige Entscheidung zu USAID zeige, dass La Paz nicht an einer Normalisierung der Beziehungen interessiert sei, sagte Ventrell.

nw/AFP/DPA / DPA
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