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Entwurf für EU-Austritt steht: London meldet Durchbruch: Auf dem Papier ist der Brexit nun fast beschlossen

London meldet einen Durchbruch bei den Brexit-Gesprächen in Brüssel: Die EU und Großbritannien haben sich auf den Entwurfs eines Austrittsabkommens geeinigt. EU-Diplomaten warnen jedoch vor verfrühten Hoffnungen.

Ein Wandgemälde des britischen Künstlers Banksy zum bevorstehenden Brexit (Symbolbild)

Ein Wandgemälde des britischen Künstlers Banksy zum bevorstehenden Brexit (Symbolbild)

AFP

Die Brexit-Unterhändler Großbritanniens und der EU haben sich auf den Entwurf eines Austrittsabkommens geeinigt. Das teilte die britische Regierung am Dienstag mit. Das Kabinett in London werde am Mittwoch um 14.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MEZ) zusammentreten, um den Entwurf zu prüfen und über die weiteren Schritte zu entscheiden. 

Ein EU-Diplomat warnte jedoch, die Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen. Für Mittwoch sei eine Sondersitzung der Botschafter der 27 verbleibenden EU-Länder angesetzt worden, hieß es in Brüssel

Dem "Guardian" zufolge lud Premierministerin Theresa May ihre Minister am Dienstagabend zu Einzelgesprächen in den Regierungssitz ein. 

Womöglich Einigung im größten Brexit-Knackpunkt

Zuletzt hatte es Zweifel gegeben, ob die Regierungschefin für den Brexit-Deal auf eine Mehrheit im Parlament in London hoffen kann. Noch am Dienstag musste die Regierung im Parlament klein beigeben, um eine Abstimmungsniederlage zu verhindern. Labour forderte die Veröffentlichung eines Rechtsgutachtens zu dem geplanten Brexit-Abkommen, die nordirisch-protestantische DUP unterstützte diese Forderung. Mays Minderheitsregierung ist auf die Stimmen der DUP angewiesen. Sie kündigte an, das Gutachten zumindest teilweise zugänglich zu machen.

Großbritannien wird die EU am 29. März 2019 verlassen. Die Austrittsgespräche steckten bislang in einer Sackgasse. Am problematischsten ist die Frage, wie nach dem Brexit Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland verhindert werden können. Die EU besteht auf einer Garantie, dass es keine Kontrollen geben wird. Der sogenannte Backstop stößt aber auf heftigen Widerstand bei den Brexit-Hardlinern in Mays Konservativer Partei und der DUP. 

Nun haben sich beide Seiten wohl auf einen Kompromiss geeinigt. Der irische Fernsehsender RTE berichtete unter Berufung auf Regierungskreise, es sei eine Einigung erzielt worden, die eine Rückkehr zu einer festen Grenze zwischen Irland und der britischen Provinz Nordirland vermeide. Der Entwurf des Brexit-Abkommens soll mehrere hundert Seiten umfassen.

Eine Einigung muss spätestens im Dezember stehen, um die Ratifizierung durch die Parlamente auf beiden Seiten rechtzeitig vor dem Brexit-Datum zu ermöglichen.

Video: Merkel zu Brexit: Je schneller Abkommen zustande kommt, desto besser
fs / DPA / AFP