HOME

Geistliches Oberhaupt: Dalai Lama äußert sich zu Trump, Geflüchteten und Frauen. Für letzteres entschuldigt er sich

Der Dalai Lama gab der britischen BBC ein Interview. Darin hat er sich zu Themen wie Trump und dem Brexit geäußert. Für seine Antwort, dass eine Frau als Dalai Lama attraktiver sein sollte, hat er sich nun entschuldigt.

Der Dalai Lama Tenzin Gyatso

Der Dalai Lama Tenzin Gyatso

DPA

Er ist Friedensnobelpreisträger, gilt als geistliches Oberhaupt der Tibeter und Leitfigur für Buddhisten weltweit: der Dalai Lama Tenzin Gyatso, der im Juli 84 Jahre alt wird. Seine Meinung zu den Dingen, die die Agenda auf der Welt bestimmen, wird gerne gehört. So führte die britische BBC mit dem Dalai Lama zu mehreren Themen ein Interview, darunter den Brexit und die Politik des US-Präsidenten Donald Trump. Für eine Aussage über Frauen im selben Interview entschuldigte sich der geistliche Führer aber später.

Über Trump sagte der Dalai Lama, dass die Beziehungen zum US-Präsidenten "sehr schwierig" seien. Er wäre aber bereit, Donald Trump zu treffen. Trump hatte hingegen noch keinen Wunsch nach einem Treffen mit dem geistlichen Oberhaupt geäußert. Gyatso sagte, dass Trumps Amtszeit von einem "Mangel an moralischem Prinzip" bestimmt würde. 2016 hatte er gesagt, dass er "keine Sorgen" bezüglich einer Präsidentschaft Trumps habe.

Dalai Lama kritisiert Donald Trump

"Als er Präsident wurde, sagte er 'America first'. Das ist faslch", sagte der Dalai Lama nun. Der Rückzug aus dem Pariser Klimaabkommen sowie die Flüchtlingskrise an der US-mexikanischen Grenze bereitetem ihm Sorge. "Als ich Bilder von einigen dieser kleinen Kinder sah, war ich traurig", sagte er über die Situation an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. "Amerika sollte eine globale Verantwortung übernehmen."

Nach dem Brexit gefragt, sagte er, dass er ein "Bewunderer der Europäischen Union" sei, da globale Partnerschaften ein Schlüssel zur Konfliktvermeidung sei. Dennoch hat der Dalai Lama – der selbst aus Tibet vor den chinesischen Machthabern nach Indien geflohen ist – zur Flüchtlingsbewegung nach Europa eine "überraschende" Sicht, wie die BBC schreibt. Im vergangen Jahr sagte er, dass Geflüchtete zurück in ihre Heimat sollten und "Europa den Europäern" gehören solle. Auf diese Aussage angesprochen, sagte er im Interview: "Die europäischen Länder sollten diese Flüchtlinge aufnehmen und sie schulen und ausbilden und das Ziel ist die Rückkehr in ihr eigenes Land mit bestimmten Fähigkeiten."

"Eine begrenzte Anzahl ist in Ordnung, aber ganz Europa ein muslimisches Land, ein afrikanisches Land - unmöglich", fügte er zum Flüchtlingsthema hinzu.

Entschuldigung vom Dalai Lama über Witz

Eine weitere kontroverse Äußerung im Interview bezog sich auf seine Nachfolge. Bereits 2015 hatte er gesagt, dass eine Frau als Dalai Lama attraktiv sein müsse. Dies hatte er im Interview erneut beteuert: "Wenn ein weiblicher Dalai Lama kommt, sollte sie attraktiver sein", sagte er lachend. Für diese Äußerung entschuldigte er sich nun, wie BBC und CNN berichten.

In einer Mitteilung seines Büros hieß es: "Es tut ihm sehr leid, dass die Menschen von dem, was er gesagt hat, verletzt wurden und er entschuldigt sich aufrichtig." Es habe sich um einen missverstandenen Witz gehandelt. Der Dalai Lama habe  "ein Gespür für die Widersprüche zwischen der materialistischen, globalisierten Welt, der er auf seinen Reisen begegnet, und den komplexen, esoterischeren Vorstellungen über die Reinkarnation, die das Herzstück der tibetisch-buddhistischen Tradition bilden", heißt es in der Erklärung.

Dennoch könne es vorkommen, "dass die Bemerkungen, die in einem kulturellen Kontext amüsant sein können, ihren Humor in der Übersetzung verlieren, wenn sie übertragen werden. Er bedauert etwaige Beleidigungen." In der Mitteilung hieß es auch, dass die Aussagen über Geflüchtete in Europa und ihre Rückkehr "möglicherweise falsch interpretiert" worden seien. Er würdige, dass viele, die ihr Land verließen, nicht zurückkehren möchten oder können.

Donald Trump

Quellen: BBC (1), BBC (2), CNN

rw