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US-Präsident: So begründet Trump die Entlassung von Außenminister Tillerson

Immer wieder lag US-Außenminister Rex Tillerson mit Donald Trump im Clinch. Schon öfter gab es Spekulationen über einen Rücktritt. Nun muss er gehen - und Donald Trump macht keinen Hehl aus seinen Beweggründen.

Rex Tillerson (l.) ist nicht länger Außenminister der USA - Donald Trump setzte ihn vor die Tür

Rex Tillerson (l.) ist nicht länger Außenminister der USA - Donald Trump setzte ihn vor die Tür

DPA

US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag seinen Außenminister entlassen und CIA-Chef Mike Pompeo zu dessen Nachfolger bestimmt. Mit der Ablösung seines Ministers zog Trump nach eigenen Angaben die Konsequenzen aus Meinungsverschiedenheiten in zentralen außenpolitischen Fragen - etwa in der Iran-Politik. Tillersons designierter Nachfolger Pompeo gilt als Hardliner. An die Spitze des Auslandsgeheimdiensts CIA tritt mit der bisherigen Vizedirektorin Gina Haspel erstmals eine Frau.

Die Umstände von Tillersons deuteten auf ein tiefes Zerwürfnis hin. "Wir hatten Meinungsunterschiede", sagte Trump. "Unsere Denkweise ist nicht wirklich die gleiche." Im US-Außenministerium hieß es, die Entlassung sei gegen Tillersons Willen erfolgt. "Der Minister hatte die Absicht, wegen der greifbaren Fortschritte in wichtigen Fragen der nationalen Sicherheit im Amt zu bleiben", erklärte der hochrangige Ministeriumsvertreter Steve Goldstein. Der Präsident und Tillerson hätten am Morgen nicht miteinander gesprochen, und der scheidende Minister kenne nicht die Gründe für seine Ablösung. Offenbar erfuhr Tillerson also via Twitter von seiner Absetzung.


Donald Trump und Rex Tillerson: Streitpunkt Atomabkommen mit dem Iran

Als einen der Streitpunkte benannte Trump das Atomabkommen mit dem Iran. "Ich finde es schrecklich, er fand es okay", sagte Trump. "Ich wollte es entweder platzen lassen oder irgendetwas tun, er hat das etwas anders gesehen." Aus dem Weißen Haus verlautete zudem, Tillersons Ablösung stehe in Zusammenhang mit Trumps Plan für ein Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Vor dem Treffen habe der Präsident seine Mannschaft neu aufstellen wollen, verlautete aus Regierungskreisen.

werde als neuer Außenminister einen "fantastischen Job" machen, schrieb Trump auf Twitter. Der Ex-Offizier steht Trump in außenpolitischen Fragen näher als Tillerson - so lehnt Pompeo etwa das Atomabkommen mit dem Iran klar ab. Schon als Abgeordneter im Repräsentantenhaus hatte Pompeo als "Falke" auf sich aufmerksam gemacht. Tillerson war als hoch angesehener Quereinsteiger ins Außenministerium gekommen. Als Chef des Energieriesen Exxon hatte er sich großes internationales Renommée erworben. Über Tillersons Ablösung war allerdings schon seit Monaten spekuliert worden.


feh / AFP / DPA