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"CNN"-Leak: Heimlich aufgenommenes Tape veröffentlicht: So wollte Trump seine Playmate-Affäre geheim halten

Eine geheim aufgenommene Audiodatei bringt Donald Trump in Bedrängnis. Darauf bespricht der US-Präsident mit seinem Ex-Anwalt eine Geldzahlung, um das Bekanntwerden seiner Affäre mit einem Playmate zu verhindern. CNN veröffentlichte den Mitschnitt.

US-Präsident Donald Trump soll - nach Angaben von Karen McDougal - 2006 bis 2007 eine Affäre mit dem Playmate gehabt haben

US-Präsident Donald Trump soll - nach Angaben von Karen McDougal - 2006 bis 2007 eine Affäre mit dem Playmate gehabt haben

AFP / Getty Images

Donald Trump wurde heimlich dabei aufgenommen, wie er kurz vor der US-Wahl 2016 mit seinem damaligen Anwalt eine Art Schweigegeldzahlung an das Playmate Karen McDougal bespricht. Die teilweise schlecht zu verstehende Aufnahme wurde vom US-Sender CNN veröffentlicht. Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen sagt darin: "Ich werde zahlen müssen." Daraufhin ist Trump zu hören, wie er wohl "nicht in bar bezahlen" sagt. Allerdings wird wegen der schlechten Qualität nicht ganz klar, ob er wirklich "nicht" sagt oder seinen Anwalt bittet, "in bar" zu bezahlen. Cohen erwidert daraufhin "nein, nein, nein, nein". Dann bricht die Aufnahme ab. 

Michael Cohen ist mittlerweile nicht mehr Trumps Anwalt und selbst unter Druck geraten. Im April wurden seine Büroräume von der Polizei durchsucht. Die heimlich mitgeschnittene Aufnahme war Medienberichten zufolge bei dieser Razzia beschlagnahmt worden. Cohens Anwalt, der CNN die Datei zuspielte, ist sich sicher, dass Trump "in bar bezahlen" als Anweisung gegeben hat, und meint, "nur Gangster" würden derlei machen. Trumps jetziger Anwalt, Rudolph Giuliani, widerspricht dieser Darstellung vehement. Trump habe eben nicht eine Barzahlung gefordert, damit alles ordnungsgemäß dokumentiert werden könne. Eine Zahlung sei letztlich nicht zustande gekommen.

Donald Trump und Karen McDougal: ein kompliziertes Konstrukt

Bei dem besprochenen Deal handelt es sich um ein etwas kompliziertes Konstrukt. Das Geld sollte nicht direkt an Ex-Playboy-Model McDougal gehen. Diese hatte zuvor die Exklusivrechte ihrer Story an den "National Enquirer" für 150.000 US-Dollar verkauft. Der Mutterkonzern dieser Zeitschrift gehört aber dem langjährigen Trump-Bekannten David Pecker. Dieser wiederum hatte aber offenbar nie vor, die Story zu veröffentlichen, sondern wollte sich von Trump dafür entschädigen lassen, eben dies nicht zu tun. Dafür wollte Cohen laut dem Mitschnitt eine Firma gründen, die dann das Geld an "unseren Freund David" überweist. Es wäre also eine Art Schweigegeld auf Umwegen gewesen.

Das Playmate des Jahres 1998, McDougal, klagte im März gegen die Vereinbarung mit dem "National Enquirer", da sie sich getäuscht über die Absichten des Blattes sah. Kurz zuvor hatte sie dem Magazin "New Yorker" geschildert, zwischen 2006 und 2007 eine Sex-Affäre mit dem damaligen Reality-TV-Star Trump gehabt zu haben. Über Mitarbeiter ließ der Präsident die Story als "Fake News" bezeichnen.

Eine Schweigegeldzahlung, oder dergleichen, wäre nicht per se strafbar für Trump. Sollte es zu einer solchen Zahlung gekommen sein, wäre aber die Frage strafrechtlich relevant, ob der damalige Präsidentschaftskandidat Wahlkampfspenden dafür zweckentfremdet hätte.

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fin