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US-Präsidentschaftswahl 2020: Wie die Bewerber der Demokraten Trump aus dem Weißen Haus vertreiben wollen

20 US-Politiker bewerben sich für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Die Nachrichtenseite "Axios" hat sie nach ihrer jeweiligen Taktik im Kampf gegen Donald Trump gefragt - und neun interessante Antworten bekommen.

US-Präsident Donald Trump

Ein Mann, 20 mögliche demokratische Herausforderer: US-Präsident Donald Trump

DPA

Im November nächsten Jahres finden in den USA wieder Präsidentschaftswahlen statt. Donald Trump will unbedingt weitere vier Jahre für die Republikaner im Weißen Haus bleiben, während sich bei den Demokraten gleich 20 Politiker und Politikerinnen darum bewerben, ihn von dort zu vertreiben. Zu denjenigen, die sich Hoffnung auf eine demokratische Kandidatur machen, gehören unter anderem Joe Biden, Vizepräsident unter Barack Obama, die Senatoren Elizabeth Warren, Kamala Harris, Cory Booker, Kirsten Gillibrand und Amy Klobuchar sowie der frühere Arbeitsminister Julian Castro, der Ex-Kongressabgeordnete Beto O'Rourke, der aufstrebende Bürgermeister aus Indiana, Pete Buttigieg, und der unabhängige Senator Bernie Sanders, der bereits 2016 bei den demokratischen Vorwahlen angetreten war und damals Hillary Clinton unterlag.

Bis zur entscheidenden Phase des Rennens ist es für die Anwärter der Demokraten noch lange hin. Ihre parteiinternen Vorwahlen, bei denen der Kandidat oder die Kandidatin für die eigentliche Wahl bestimmt wird, beginnen erst im Februar 2020 in Iowa. Doch die Wahlkampfmaschinerien der möglichen Herausforderer des amtierenden US-Präsidenten sind längst angelaufen. Die Nachrichtenseite "Axios" hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen alle demokratischen Bewerber nach ihrer Strategie gefragt, sollten sie ins Rennen gegen Donald Trump geschickt werden, und neun Antworten darauf veröffentlicht.

"Ich bin der Gegenpol zu Donald Trump"

Kamala Harris: Laut ihrem Wahlkampfteam will sich die Kampagne der Senatorin auf "Harris, die Staatsanwältin" konzentrieren. "Wenn Sie die demokratische Wählerschaft skizzieren, denkt ein bedeutender Teil davon, dass Donald Trump ein Krimineller ist, und wer könnte es damit besser aufnehmen als ein Staatsanwalt?" zitiert "Axios" einen Wahlkampfhelfer.

Cory Booker: Der Senator werde in den Vordergrund rücken, dass Trump mit dem Versprechen ins Amt kam, den Sumpf in der US-Politik trockenzulegen, "aber wir haben das genaue Gegenteil gesehen - er bereichert seine Kumpels im ganzen Land", sagte ein Kampagnenhelfer. Booker bewerbe sich mit dem Konzept, dass Amerika Gerechtigkeit und Fairness wiederherstellen müsse, in einer Zeit, in der die Trump-Administration diese demontiert habe.

Amy Klobuchar: Die Senatorin will sich nach Angaben ihrer Wahlkampagne auf Trumps leere Versprechungen fokussieren, vor allem in Bezug auf die Gesundheitsvorsorge und verschreibungspflichtige Medikamente. Und sie werde darauf hinweisen, wie sehr ihre Leistungen im Amt zeigen, dass sie als Senatorin Aufgaben erledigt bekommt und Trump als Präsident nicht.

Julián Castro: Die Botschaft des 44-Jährigen werde sein: "Ich bin der Gegenpol zu Donald Trump. Ich bin ein junger Latino-Mann, der in einer Familie mit bescheidenen Mitteln aufgewachsen ist. Ich weiß, wie es aussieht, den amerikanischen Traum zu verwirklichen", zitiert "Axios" einen Castro-Sprecher.

Elizabeth Warren: Die Sprecherin der Senatorin wies dem Nachrichtenportal zufolge auf Warrens Ankündigungsrede vom 9. Februar hin. Darin habe diese erklärt, dass Trump "nicht die Ursache ist für das, was zerbrochen ist, er ist nur das neueste und extremste Symptom dessen, was in Amerika schief gelaufen ist". Warren werde herausstellen, wie sie für einen großen, strukturellen Wandel kämpfen würde.

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John Delaney: Laut dem Sprecher des ehemaligen Abgeordneten im Repräsentantenhaus wird Delaneys Wahlkampfteam "wirklich gute Argumente für die Tatsache liefern, dass wir tatsächlich einen langweiligen Präsidenten brauchen. Wir brauchen den Kerl, der den Job erledigt bekommt und nicht einen Haufen Wellen macht."

Eric Swalwell: Der 38 Jahre alte Abgeordnete wird seinem Wahlkampfteam zufolge hervorheben, dass er das Produkt einer Arbeiterfamilie ist, als erster in seiner Familie eine Hochschule besucht hat, und noch immer sein Studentendarlehen abbezahlt. "Er sieht und hört, was arbeitende Amerikaner brauchen, weil er immer im selben Boot war wie sie."

Jay Inslee: Der Gouverneur des Bundesstaates Washington werde Trumps Pessimismus seinen eigenen Optimismus gegenüberstellen, teilte dem Bericht zufolge ein Sprecher des 68-Jährigen mit. Insbesondere werde man deutlich machen, wie der Präsident "so tut, als ob die Amerikaner die Auswirkungen des Klimawandels nicht lösen können, während der Gouverneur optimistisch ist, dass wir es mit dieser existenzielle Bedrohung aufnehmen können".

Tim Ryan: Der Abgeordnete werde laut einem Wahlkampfhelfer vorbringen, dass er die Amerikaner vereinigen könne, während Trump sie nur entzweie.

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Quelle: "Axios"