HOME

Angst vor Abstimmungsniederlage: Trump droht schon wieder - diesmal geht es um die Vergabe der Fußball-WM

Die USA, Mexiko und Kanada bewerben sich gemeinsam für die Fußball-WM 2026. Einziger Gegenkandidat ist Marokko. Donald Trump drohte nun Ländern ganz unverholen, falls sie für die Nordafrikaner stimmen.

Donald Trump WM-Vergabe

Donald Trump will die Fußball-WM 2016 in die USA und nach Mexiko und Kanada holen

DPA

Von Donald Trump ist man gewohnt, dass er einzelnen Staaten wie Nordkorea mit "Feuer und Zorn" droht oder den Iran davor warnt, "einen Preis" zu "zahlen, den wenige Länder bezahlt haben”. Laut dem Urteil des früheren und von Trump gefeuerten FBI-Chefs, James B. Comey, regiert der US-Präsident wie ein Mafiaboss. Einen weiteren Beleg für die mafiöse Art ist der jüngste Tweet aus dem Weißen Haus. Darin droht Trump Ländern, falls diese bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2016 nicht für die USA und deren Partner Mexiko und Kanada stimmen sollten.

"Es wäre eine Schande, wenn Länder, die wir immer unterstützt haben, Lobbyarbeit gegen das US-Angebot leisten würden. Warum sollten wir diese Länder unterstützen, wenn sie uns nicht unterstützen (auch bei der Uno)?“


Marokko hat auf einmal viele, neue Freunde

Der einzige Konkurrent bei der WM-Abstimmung, die am 13. Juni auf dem Fifa-Kongress in Moskau stattfindet, ist Marokko. Lange sah es so aus, als wenn das nordafrikanische Land keine Chance gegen die Drei-Länder-Koalition hätte. Besonders in Sachen Infrastruktur steht Marokko im Vergleich zur Konkurrenz schlecht da.

Dass sich Trump jetzt so offensiv einmischt, liegt daran, dass sich der Wind gedreht hat: Marokko gilt nicht mehr als chancenlos. Ein Grund dafür ist Trump selbst: Es ist kein Geheimnis, dass viele Fifa-Mitglieder sich über Trumps Politik ärgern. Man könnte auch sagen, dass sich weltweit eine Anti-Trump-Koalition gebildet hat.

Gründe dafür gibt es viele: Da gibt es das Einreiseverbot für Bürger aus sechs vorrangig muslimischen Ländern, dann Trumps Pöbeleien gegen arme Länder ("Shithole Countries"). Bei ihren Bewerbungstouren durch die Welt wird die nordamerikanische Delegation schon lange nicht mehr nach Stadien oder Hotels gefragt. Es geht vielmehr darum, ob die USA Fremde überhaupt willkommen heißen werden - ganz abgesehen von der (Un-) Sicherheitslage in Mexiko. Der US-Sportsender ESPN fragte vor wenigen Wochen ketzerisch: "Will derzeit irgendjemand auf der Welt den USA etwas Gutes tun?"

Sehen Sie im Video: "Warum bloß möchte Melania Trump sich ihren Mantel nicht richtig anziehen?"

Melania Trump: Ihren Mantel trägt sie meist über der Schulter

Vancouver und Chicago ziehen Bewerbung zurück

Zudem wird die Bewerbung in den USA und Kanada teilweise kritisch gesehen. Die Städte Vancouver und Chicago zogen ihre Bewerbung als Spielorte zurück, weil sie wiederrum mit den Bedingungen der Fifa nicht einverstanden waren.

Alle 54 afrikanischen Verbände wollen Marokko unterstützen, hinzu kommen zahlreiche Verbände aus Asien. In Europa soll Frankreich signalisiert haben, möglicherweise für Marokko zu stimmen. Es könnte bei der Abstimmung also knapp werden. Für die USA wäre eine Niederlage am ärgerlichsten: Sie wollen laut Planung 60 der 80-WM-Spiele austragen.