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Konflikt USA-Iran: Trump droht Mullahs mit "Vernichtung" – folgt demnächst dann ein Gipfel?

Donald Trump droht dem Iran mit Vernichtung – wie auch einst schon Nordkorea. Danach entspannte sich das Verhältnis zwischen den USA und der isolierten Diktatur. Taugt das Vorgehen als Vorbild für den Konflikt mit dem Iran?

Donald Trump

Donald Trump gibt im Konflikt mit den Iran nicht nach

AFP

Was planen die USA in Sachen Iran? Präsident Donald Trump kündigt das mühsam ausgehandelte Atom-Abkommen, obwohl es keine Hinweise gibt, dass das Mullah-Regime gegen die Auflagen verstößt. Dann plötzlich schickt er wegen nicht näher ausgeführten Bedrohungen einen Flugzeugträger und eine Bomberstaffel in die Region, beteuert aber "keinen Krieg mit den Iran" führen zu wollen. Anders sieht es sein Sicherheitsberater, John Bolton, auf den Trump aber nach eigener Aussage "mäßigend" einwirke, nur um auf Twitter Richtung Teheran doch wieder die große Keule zu schwingen: "Wenn der Iran kämpfen will, wird dies das offizielle Ende des Iran sein. Bedroht nie wieder die USA", so Trump.

Eskalation wie Donald Trumps Streit mit Nordkorea

Trumps Drohungen erfolgten kurz nach dem Einschlag einer Rakete im Regierungsviertel der irakischen Hauptstadt Bagdad, in dem sich auch zahlreiche Botschaften befinden. Bei dem Angriff wurde niemand verletzt. Wer dahinter steckte, blieb zunächst unklar. Vergangene Woche hatte das US-Außenministerium unter Verweis auf eine "Bedrohung" durch den Iran den Großteil seines Personals aus dem Irak abgezogen.

Donald Trump beschwört "offizielles Ende" des Iran

  

Die Eskalation erinnert ein wenig an Donald Trumps Auseinandersetzung mit Nordkorea vor rund zwei Jahren. Im Spätsommer 2017 hatte der US-Präsident damit begonnen, die isolierte Diktatur wegen ihres Nuklearprogramms anzugehen. Machthaber Kim Jong Un nannte er dabei einen "kleinen Raketenmann". Nordkorea drohte unerschrocken zurück. Vor den Vereinten Nationen stieß Trump dann seine bis dahin schärfste Warnung aus: Sollten die USA gezwungen werden, sich oder ihre Verbündeten zu verteidigen, hätten sie keine Wahl als das asiatische Land vollständig zu zerstören, sagte er damals und: "Der Raketenmann ist auf einem selbstmörderischen Weg."

Danach schwelte die Auseinandersetzung noch etwas weiter, bis dann der Chef des Weißen Hauses Anfang 2018 erste Zeichen der Entspannung aussandte. Ab März dann ging plötzlich alles schnell: Erst die Zusage für den gemeinsamen Gipfel, im Juni dann das Treffen in Singapur. Mit einem Mal schienen Trump und Kim Jong Un beste Freunde. Später brüstete sich der US-Präsident damit, dass erst seine Drohgebärden die Aussöhnung ermöglicht haben. Der zweite Gipfel in Hanoi aber endete erfolglos, seitdem kühlt sich das Verhältnis zwischen den USA und Nordkorea wieder ab.

Quellen: DPA, AFP, "Welt"