HOME

Kein Gehalt für Staatsbedienstete: "Weihnachten ruiniert": So leiden Betroffene unter dem Shutdown der US-Regierung

Der Streit um die Finanzierung der von Donald Trump geforderten Mauer zu Mexiko hat die Regierungsgeschäfte in den USA teilweise lahmgelegt. Auf Twitter schildern Betroffene, welche gravierenden Folgen das für sie hat.

In den USA sind seit mittlerweile sechs Tagen Teile des Regierungsapparates lahmgelegt, weil sich Republikaner und Demokraten nicht auf ein Gesetz einigen können, welches turnusmäßig die Haushaltsmittel für diverse Bundesministerien regelt. 

Knackpunkt in dem Streit ist die Forderung von US-Präsident Donald Trump nach fünf Milliarden Dollar (4,39 Milliarden Euro) für den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. Trump verlangt, dass die Summe in dem Budgetgesetz enthalten sein muss - ansonsten werde er es nicht unterzeichnen. Die oppositionellen Demokraten und auch einige von Trumps Republikanern lehnen die Forderung strikt ab, weshalb das Gesetz im Kongress keine Mehrheit fand. Als die Frist zur Verabschiedung in der Nacht zu Samstag verstrich, ohne dass ein neuer Haushalt beschlossen worden war, trat automatisch der sogenannte Shutdown ein.

Für rund 800.000 Staatsangestellte hat der teilweise Regierungsstillstand gravierende Folgen: Sie bekommen vorerst kein Gehalt mehr. Ein Teil von ihnen wird in einen unbezahlten Zwangsurlaub geschickt. Hunderttausende Staatsmitarbeiter, deren Arbeit als unverzichtbar gilt, müssen ohne Bezahlung weiter ihren Job verrichten. Was das für den Einzelnen bedeutet, kann man in den sozialen Medien nachlesen. Unter dem Hashtag #ShutdownStories machen Betroffene ihrem Ärger über die Situation Luft und schildern der Öffentlichkeit, wie schwierig es sein kann, ohne Gehalt auszukommen - vor allem über die Feiertage.

Eine Frau, die sich mj4ever nennt, schreibt auf Twitter:

"Ich bin eine alleinerziehende Mutter von 3 Kindern ohne Hilfe. Nicht zu wissen, ob ich nächste Woche Miete zahlen oder meine Familie ernähren kann, ist schwer und alles, woran ich an diesem Weihnachtstag, an dem ich glücklich sein sollte, denken kann. Auch meine Kinder spüren meine Angst."

Die Userin Becki berichtet:

"Ich bin eine unverzichtbare Angestellte. Ich werde bezahlt, aber wann?! Wir leben von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck. Ich habe furchtbare Angst, dass wir nicht in der Lage sein werden, im nächsten Monat unsere Hypothek, Studentenkredite und andere Rechnungen zu bezahlen, wenn dieser Shutdown andauert. Ich bin buchstäblich schon aus Alpträumen darüber aufgewacht."

Mizz Dub schildert ihre Sorge um die Gesundheit ihres Kindes:

"Meine Versicherungsprämie beträgt 600 $ pro Monat & das Insulin & Pumpen-Zubehör meines Sohnes kosten weitere 600 $ pro Quartal. Schaffe es kaum. Jetzt werde ich arbeiten gehen ... bezahlt in der Zukunft."

Der User Hurricane Potty schreibt:

"Ich bin Auftragnehmer des Bundes. Ich bekomme keine Rückzahlung, also verliere ich 100% meines Lohnes. Ich bin der Alleinernährer und wir haben ein Kleinkind und ein Baby. Ich habe oft lange Arbeitszeiten, die ich nicht in Rechnung stelle, weil ich an die Mission glaube. Ich kann die Wut und Frustration kaum ausdrücken ... Weihnachten ruiniert!"

Chris Boughn aus Frederick im US-Bundesstaat Maryland berichtet:

"Ich arbeite seit 35 Jahren für die Bundesregierung als Fluglotse. Armeeveteran, dreifacher Vater. Arbeite jetzt für ein Versprechen eines zukünftigen Gehaltsschecks. Ich muss für eine Hypothek, Rechnungen und die Schule bezahlen. Und ich werde für eine dumme Mauer in Geiselhaft genommen."

Und eine weitere Mutter erzählt, wie die durch den Shutdown bedingte Schließung von National Parks ihrem Kind eine große Enttäuschung beschert haben:

"Erster echter Urlaub seit JAHREN. 90% meiner Pläne basieren darauf, meine 6-jährige Tochter auf den Berg zu bringen, um im Schnee zu spielen. Wir leben nicht in der Nähe von Schnee, also ist es ein großes Vergnügen. Sie freut sich schon seit Monaten darauf. Der Berg ist ein Nationalpark. Also kein Schnee für uns."

Hinweis: Die hier wiedergegebenen Geschichten wurden alle von nicht verifizierten Twitter-Usern gepostet und lassen sich naturgemäß nicht zweifelsfrei überprüfen. Sämtliche hier zitierten Twitter-Accounts haben jedoch eine jahrelange Historie und scheinen nach Ansicht des Autors authentisch zu sein.

Jahresrückblick 2018: Donald Trump im Weißen Haus