Anzeige
Anzeige

US-Wahlkampf Kommt es doch auf die Länge an? Trump und DeSantis liefern sich Fernduell

Ron DeSantis (l.) und Donald Trump
Früher Partner, heute Rivalen: Ex-Präsident Donald Trump (r.) und Floridas Gouverneur Ron DeSantis
© Evan Vucci / DPA
Kaum ist Ron DeSantis ins Rennen ums Weiße Haus eingestiegen, knöpft er sich seinen Konkurrenten Donald Trump vor. Doch der Ex-Präsident weiß sich zu wehren.

Gut eine Woche nachdem er seine Bewerbung für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner eingereicht hat, schießt sich Ron DeSantis auf eine mögliche Schwachstelle seines größten Konkurrenten Donald Trump ein: die Tatsache, dass der ehemalige Präsident im Falle seiner Wahl nur vier Jahre regieren kann.

"Um es ganz klar zu sagen: Man braucht wirklich zwei Amtszeiten als Präsident, um diese Arbeit zu Ende zu bringen", rief DeSantis bei seinem Wahlkampfauftakt am Mittwoch in Des Moines im Bundesstaat Iowa seinen Anhängern zu, und meinte damit die drastische Verkleinerung des Verwaltungsapparates. "Die Bürokratie ist so verkrustet, dass ich denke, wir können George Washington zurückholen, und ich glaube nicht, dass er sie in einer einzigen vierjährigen Amtszeit in Ordnung bringen könnte."

Einen Tag später legte der Gouverneur von Florida nach: "Wenn die Leute sagen, dass sie den 'Deep State' in einem Tag oder sechs Monaten vernichten werden – es tut mir leid, aber das ist etwas, das nur ein Präsident mit zwei Amtszeiten tun kann", verkündete DeSantis bei einem Wahlkampftermin in Salem im Bundesstaat New Hampshire. "Die Bürokraten werden einfach warten, bis du weg bist, wenn du ein Präsident mit auslaufender Amtszeit bist. Sie werden sie aussitzen, und sobald du weg bis, werden sie alles ändern und zurückkehren."

Hintergrund von DeSantis' Attacken ist der 22. Zusatzartikel der US-Verfassung. Darin heißt es: "Niemand darf mehr als zweimal in das Amt des Präsidenten gewählt werden." Da Trump bereits von 2017 bis 2021 im Weißen Haus saß, könnte er also nur noch für vier weitere Jahre Präsident sein.

Donald Trump spottet über Ron DeSantis

Glaubt man dem 76-Jährigen, reicht ihm aber ohnehin ein Bruchteil der Zeit, um das Land wieder nach seinen Vorstellungen umzukrempeln: "Ich werde sechs Monate brauchen, um alles wieder so zu machen, wie es war", behauptete Trump am Donnerstag bei einem Wahlkampfauftritt im Westside Conservative Club in Des Moines. "Wenn er acht Jahre sagt, zucke ich jedes Mal zusammen, wenn ich das höre", spottete der Ex-Präsident über DeSantis. "Denn sie sagen, wenn es acht Jahre dauert, um das zu ändern, dann wollen Sie ihn nicht als ihren Präsidenten haben."

In einem Interview mit dem konservativen Radiomoderator Simon Conway bekräftigte Trump seine Selbstdarstellung als schneller Macher: "Ich brauche keine acht Jahre. Ich kann das so schnell drehen: die Inflation senken, die Zinsen senken, die Wirtschaft wieder ankurbeln. Das wird nur sechs Monate dauern." Und in Richtung von DeSantis stichelte er: "Wenn ich ihn sagen höre, dass er acht Jahre braucht – wenn er acht Jahre braucht, um die Dinge zu ändern, dann wollen Sie ihn nicht als Präsident haben. Das kann ich Ihnen sagen."

Doch auch DeSantis bewies, dass er nicht auf den Mund gefallen ist. Auf den Hinweis einer NBC-Reporterin, dass Trump behaupte, er könne innerhalb von sechs Monaten erledigen wofür der Gouverneur acht Jahre ansetze, entgegnete dieser: "Warum hat er es dann in seinen ersten vier Jahren nicht getan?"

Quellen: NBC News, "The Hill"Verfassung der USA, "Washington Post"

Mehr zum Thema

Newsticker

VG-Wort Pixel