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6.-Januar-Ausschuss Was wusste und simste Mark Meadows? Die USA blicken auf Donald Trumps rechte Hand

Donald Trump (l.) und Mark Meadows im Mai 2020 vor dem Weißen Haus.
Donald Trump (l.) und Mark Meadows im Mai 2020 vor dem Weißen Haus.
© Mandel Ngan / AFP
Der Untersuchungsausschuss zum Kapitolsturm vom 6. Januar 2021 sollte in seine letzte Runde vor der Zwischenwahl im November gehen. Doch wegen des nahenden Hurrikans wurde die Sitzung verschoben. Ein Name zeichnet sich bereits als zentral ab.

Eigentlich hatte der US-Untersuchungsausschuss zum Kapitolsturm von 6. Januar 2021 vor, an diesem Mittwoch seine Sommerpause zu beenden. Frische Erkenntnisse würden bereits bekannte Informationen in einem neuen Licht erscheinen lassen werden, kündigte der Demokrat Adam Schiff in bester Cliffhanger-Manier an. Doch die erste öffentliche Anhörung seit Wochen wird verschoben. Grund ist der Hurrikan "Ian", der bald auf die Westküste Floridas treffen wird und die Tagespolitik überlagert.

Anfang Januar 2021 hatten Anhänger des damaligen US-Präsidenten Donald Trump das Kapitol in Washington, den Sitz von Senat und Repräsentantenhaus, gestürmt. Zuvor hatte Trump die Stimmung mit einer Rede mit abermaligen Vorwürfen von Wahlbetrug angeheizt und seine Anhänger ermuntert, zum Sitz des US-Kongresses zu marschieren. Der Ausschuss befasst sich unter anderem mit der Frage, ob der Ex-Staatschef oder seine Vertrauten Kontakt zu Organisatoren der Ausschreitungen hatten.

Frau eines obersten US-Richters packt aus

Neu auf der Liste der auskunftsfreudigen Aktivisten ist die Frau des konservativen Supreme-Court-Richters Clarence Thomas, Virginia "Ginni" Thomas. Sie hat sich mit dem Komitee auf eine freiwillige Befragung geeinigt, berichteten verschiedene US-Medien. Der Ausschuss möchte mehr über Ginni Thomas' Rolle erfahren, die sie beim Versuch einnahm, das Wahlergebnis der Präsidentenwahl 2020 nachträglich zu kippen. Medienberichten zufolge soll sie nach der Wahl den Stabschef des Weißen Hauses, Mark Meadows, und Wahlverantwortliche in den US-Bundesstaaten Arizona und Wisconsin kontaktiert haben.

Auch älteren Berichten zufolge ist es Mark Meadows, früherer Stabschef Donald Trumps, der eine zentrale Rolle an dem Tag gespielt haben soll. Laut eines neuen Buchs soll es direkte Kontakte zwischen dem Weißen Haus und den Aufständischen im Kapitol gegeben haben. "Das war ein echter Aha-Moment, als plötzlich klar wurde, dass die Vermittlung im Weißen Haus eine Verbindung zu einem Telefon der Randalierer im Moment des Geschehens hergestellt hatte", sagte der Autor Denver Riggleman jetzt in einer CBS-Sendung.

Bekannt ist, dass bereits zahlreiche von Meadows Textnachrichten dem Kongress vorliegen. Angesichts der Hausdurchsuchung bei Donald Trump, hatte er dem zuständigen US-Nationalarchiv innerhalb einer Woche zahlreiche Textnachrichten und E-Mails ausgehändigt. Laut Riggelman, einem früheren Berater des Untersuchungsausschusses, sei die bereits zuvor bekanntgewordene Korrespondenz "die Kronjuwelen" der Ermittlungen. Meadows Handy sei die Schlüsselstelle für Dutzende von gewählten Offiziellen aber auch Privatleute gewesen, um "abstruse Verschwörungstheorien" zu platzieren sowie "verzweifelte Versuche" zu unternehmen, das Wahlergebnis zu kippen.

Nächste Sitzung vor der Wahl?

Die nächste Sitzung des Parlamentsausschusses dürfte einer der letzten vor der US-Zwischenwahl im November werden. Mögliche Enthüllungen könnten durchaus noch Einfluss auf den Urnengang haben. Wann der jetzt verschobene Termin nachgeholt wird, ist noch unklar. Medienberichten zufolge könnte die Anhörung im Oktober nachgeholt werden – einen Monat vor den Kongresswahlen.

Quellen: DPA, AFP, "The Hill", Axios

nik

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