VG-Wort Pixel

Bericht der "Washington Post" Trump-Regierung soll Telefone von Journalisten angezapft haben

Donald Trump auf einem Foto vom November 2020
Donald Trump. Dem ehemaligen US-Präsidenten werden von der "Washington Post" schwere Vorwürfe gemacht.
© Andrew Caballero-Reynolds / AFP
Die Präsidentschaft von Donald Trump ist eigentlich Geschichte, aber aktuell schlägt ein Zeitungsbericht hohe Wellen in den USA: Trumps Regierung soll Reporter ausspioniert haben.

Die Regierung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump hat laut einem Medienbericht vor vier Jahren heimlich die Telefone von Journalisten überwacht. Wie die "Washington Post" am Freitag berichtete, wurden die beiden Reporter Ellen Nakashima und Greg Miller sowie ihr früherer Kollege Adam Entous darüber informiert, dass dem US-Justizministerium private und berufliche Telefon- und Mobilfunkdaten aus der Zeit von April bis Juli 2017 vorliegen.

"Wir sind zutiefst besorgt über diesen Einsatz von Regierungsgewalt, um Zugang zur Kommunikation von Journalisten zu erhalten", sagte der leitende Redakteur Cameron Barr. Das US-Justizministerium müsse sofort die Gründe für "dieses Eindringen" in die Arbeit von Journalisten nennen. Die Arbeit von Journalisten stehe unter dem Schutz des ersten Zusatzartikels zur US-Verfassung, der die Pressefreiheit garantiert.

Die Bürgerrechtsorganisation ACLU warf dem Ministerium vor, die Reporter "ausspioniert" zu haben. "Das hätte niemals passieren dürfen", twitterte ACLU. "Wenn eine Regierung Journalisten und deren Quellen ausspioniert, gefährdet sie die Pressefreiheit."

Grund für die Aktion während der Präsidentschaft von Donald Trump nicht bekannt

Die Reporter wurden in den Briefen des Justizministeriums nicht darüber informiert, warum ihre Telefone angezapft wurden.

In dem Zeitraum, aus dem die Aufzeichnungen stammen, hatten die drei Reporter unter anderem einen Artikel über ein Treffen des Trump-Beraters und späteren US-Justizministers Jeff Sessions mit dem russischen Botschafter vor der Präsidentschaftswahl 2016 geschrieben. Sie schrieben auch über die Versuche der Regierung unter dem damaligen Präsidenten Barack Obama, die russische Wahlkampf-Einmischung zu stoppen.

Nach Einschätzung der US-Geheimdienste hatte sich Russland 2016 massiv in den Präsidentschaftswahlkampf in den USA eingemischt – vor allem durch Hackerangriffe und die Verbreitung manipulativer Botschaften in den Online-Netzwerken. Die russischen Interventionen richteten sich insbesondere gegen Trumps Rivalin Hillary Clinton.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker