HOME

US-Schülerin Emma Gonzalez: Das Gesicht der Anti-Waffenbewegung in den USA hat jetzt mehr Follower als die Waffenlobby

Emma Gonzalez überlebte das Florida-Schulmassaker und will, dass es das letzte seiner Art in den USA war. Sie kämpft für striktere Waffengesetze und gegen die mächtige Waffenlobby. Ihre Reichweite dabei wächst stetig.

Die Schülerin Emma Gonzalez kämpft gegen die laschen Waffengesetze in den USA

Die Schülerin Emma Gonzalez überlebte das Florida-Schulmassaker und kämpft nun gegen die laschen Waffengesetze in den USA

Getty Images / AFP

Mit einer emotionalen Wutrede nach dem Florida-Schulmassaker wurde die 18-jährige Emma Gonzalez quasi über Nacht zum Gesicht der Anti-Waffenbewegung der USA. Sie wird in Diskussionsrunden eingeladen, spricht im Fernsehen und treibt ihren Protest auch im Netz voran - vor allem auf Twitter mit einer großen Zuhörerschaft. Die Schülerin, die vor zwei Wochen im Auditorium ihrer Schule kauerte, während Amokläufer Nikolas Cruz durch ihre Schule zog und 17 Menschen tötete, hat seit dem Wochenende mehr Twitter-Follower als die mächtigste US-Waffenlobby, die National Rifle Association (NRA). Und ihre Reichweite wächst stetig. Mit Stand Montag folgen ihr bereits knapp unter einer Million Menschen dort. Die NRA hat rund 580.000 Follower auf Twitter.


 Der Attentäter Nikolas Cruz hatte mit einem halbautomatischen Gewehr um sich gefeuert - er hatte es zuvor legal erworben. Nach der Tat hielt Gonzalez unter Tränen eine vielbeachtete Rede gegen die lasche Waffenpolitik in den USA. "Sie sagen, dass striktere Waffengesetze nichts an Waffengewalt ändern würden - wir nennen das BS!", rief sie damals, BS steht für Bullshit. "Sie sagen, dass ein guter Mensch mit einer Waffe einen bösen Menschen mit einer Waffe stoppen kann - wir nennen das BS! Sie sagen, dass strengere Waffengesetze nicht zu weniger Waffengewalt führen: Wir nennen das BS!"

Emma Gonzalez direkter Angriff auf Donald Trump

Gonzalez hatte auch US-Präsident Donald Trump direkt angegriffen, und ihm vorgeworfen, die NRA habe ihn gekauft. An alle Politiker gerichtet, die wie Trump Geld von der Organisation annehmen, sagte sie: "Schande über euch." Die vielen Angriffe auf Schule seien keinesfalls ausschließlich auf Probleme mit "psychische Kranken" zurückzuführen. "Mit einem Messer hätte er nicht so viele Menschen getötet", rief Gonzalez mit Tränen in den Augen in ihr Mikrofon, begleitet vom Jubel der Menge. Ihr Ziel sei es, dass Florida "das letzte US-Schulmassaker" war.

Der von Gonzalez angeführte Protest feiert bereits erste Erfolge. Immer mehr Firmen kappen ihre Verbindungen zur Waffenlobby NRA. So streichen unter anderem die großen Fluggesellschaften United und Delta Airlines, die Autoverleiher Hertz und Enterprise, der Versicherungsriese MetLife, die Internet-Sicherheitsfirma Symantec und mehrere Hotelketten bisherige Vergünstigungen für NRA-Mitglieder. Eine Bank will eine NRA-Kreditkarte nicht weiter herausgeben.

Reaktionen auf Florida-Amoklauf: Hollywoods scharfer Angriff auf Trumps "rechte Konsorten" und die Waffenlobby
fin / fin