Entführung in Afghanistan Rot-Kreuz-Mitarbeiter sollen freikommen


Die offenbar von den Taliban entführten Mitarbeiter des Internationalen Roten Kreuzes sollen bald wieder freigelassen werden. Ein Sprecher der Radikalislamisten sagte, man habe nichts gegen die Hilfsorganisation. Kein Wort dagegen über das Schicksal des Deutschen Rudolf B..

Die afghanischen Taliban haben angekündigt, die vier entführten Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) bald wieder freizulassen. "Unsere Mudschahedin haben die Rote-Kreuz-Mitarbeiter in der Provinz Wardak festgenommen, ohne zu wissen, dass sie IKRK-Personal sind", sagte ein Sprecher der radikalislamischen Rebellen zur Begründung. "Wir haben nichts gegen das Rote Kreuz". Bei den Geiseln handele es sich um zwei Ausländer und zwei Einheimische.

Vermisste sollten B. abholen

Die nun vermissten Mitarbeiter sollten den seit Juli verschleppten Rudolf B. abholen, wie ein Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Berlin erklärte. Auch der Ingenieur aus der Bundesrepublik war in der Provinz Wardak entführt worden. Das Rote Kreuz vermittelt in Entführungsfällen. "Die Übergabe konnte aber nicht stattfinden und somit fuhren die Mitarbeiter unverrichteter Dinge zurück nach Kabul", so Fredrik Barkenhammar zur Nachrichtenagentur Reuters.

"Wir gehen eher davon, dass sie entführt sind, als dass sie getötet wurden", ergänzte er. Offenbar seien ihre Entführer nicht mit denen von Rudolf B. identisch. Die Nationalität der Mitarbeiter werde aus Sicherheitsgründen nicht bekanntgegeben. Das Auswärtige Amt wollte sich zunächst nicht zur Frage äußern, ob Deutsche unter den Geiseln sind. Eine IKRK-Sprecherin in Kabul bestätigte lediglich, dass vier Mitarbeiter seit Mittwoch vermisst würden.

Es gibt unterschiedliche Versionen über den Ablauf der Ereignisse: Nach übereinstimmenden Angaben aus Behörden und Talibankreisen sollte der Bauingenieur B. freigelassen werden, sei danach wieder verschleppt worden sein. Von den Behörden in der zentralafghanischen Provinz Wardak und den Reihen der Aufständischen hieß es, eine Operation des afghanischen Geheimdienstes gegen die Entführer habe dazu geführt, dass B. und vier afghanische Geiseln kurz nach ihrer Freilassung wieder verschleppt worden seien.

Im zentralafghanischen Wardak war B. Mitte Juli entführt worden und wird seitdem als Geisel festgehalten. Ein gemeinsam mit Rudolf B. verschleppter Deutscher war kurz danach erschossen worden.

DPA DPA

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