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Euro-Krise IWF darf Italiens Staatsfinanzen durchleuchten


Erst die Europäer, jetzt die internationalen Währungshüter: Italien gewährt nun auch dem IWF tiefen Einblick in seine Staatsfinanzen. Das Land will mit diesem Schritt das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen.

Italien steht künftig unter verschärfter Beobachtung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat nach Angaben aus italienischen Regierungskreisen eingewilligt, sein Reform- und Sparprogramm auch vom IWF bewerten lassen. Italien werde sich einem strikten Monitoring sowohl durch die EU-Kommission als auch durch den IWF unterwerfen, hieß es übereinstimmend aus europäischen Kreisen am Freitag am Rande des G-20-Gipfels im südfranzösischen Cannes. Damit solle das Vertrauen der Märkte in die Solidität Italiens gestärkt werden. Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte bereits auf dem europäischen Gipfel vor einer Woche einer Überwachung durch die EU-Kommission zugestimmt; der Effekt soll nun durch den international angesehenen IWF verstärkt werden.

Die Vereinbarung ist Ergebnis eines Sondertreffens zur Euro-Krise, das am Rande des Gipfels der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) in Cannes am späten Donnerstagabend stattgefunden hatte. An dem Treffen nach dem Abendessen der G-20-Staats- und Regierungschefs nahm neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy auch Berlusconi teil. Auch Vertreter der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) waren dabei.

Italien war in den vergangenen Tagen massiv unter Druck der Märkte geraten. Das Land gilt wegen seiner Gesamtverschuldung von rund 120 Prozent seiner Wirtschaftsleistung als ein mögliches weiteres Krisenland in der Euro-Zone. Berlusconi hat weitere Sparmaßnahmen versprochen, mit denen dies verhindert werden soll.

jwi/AFP/DPA DPA

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