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Getöteter Journalist: "Alles , was wir jetzt wollen": Khashoggis Söhne fordern Übergabe von Leichnam ihres Vaters

Noch immer plagt die Famlie von Jamal Khasshoggi die Ungewissheit, was Anfang Oktober mit dem Journalisten in Istanbul passiert ist. Dessen Söhne hoffen nun auf eine baldige Beerdigung ihres Vaters - und pochen auf eine lückenlose Aufklärung.

Jamal Khashoggi - Söhne - Beerdigung - Leichnam

Jamal Khashoggi war Anfang Oktober im Konsulat seines Landes in Istanbul getötet worden

AFP

Nach der mutmaßlichen Ermordung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi kämpft seine Familie mit der quälenden Ungewissheit, was wirklich im saudischen Generalkonsulat in Istanbul geschah. "Ich warte einfach darauf, dass die Fakten ans Tageslicht kommen", sagte Khashoggis Sohn Salah in einem am Sonntagabend veröffentlichten CNN-Interview. Sein Bruder Abdullah sagte dem US-Sender: "Was auch immer ihm zugestoßen ist, ich hoffe wirklich, dass es nicht schmerzhaft für ihn war - oder zumindest schnell ging. Oder dass er einen friedlichen Tod starb."

Bisherige Berichte und Behördenerklärungen zum Schicksal Khashoggis geben dieser Hoffnung wenig Nahrung. Eindeutig fest steht nur, dass er am 2. Oktober in das Konsulat in Istanbul ging, um dort Papiere für seine geplante Hochzeit abzuholen - und danach nicht mehr auftauchte. Die saudische Staatsführung präsentierte unterschiedliche Erklärungen zu seinem Verschwinden und erst nach Wochen die Version, der Regierungskritiker sei im Konsulat umgebracht worden.

Wurde Jamal Khashoggis Leiche mit Säure zersetzt?

Laut der türkischen Justiz wurde Khashoggi kurz nach Betreten des Konsulats erwürgt, seine Leiche zerstückelt und dann "vernichtet". Der türkische Präsidentenberater Yasin Aktay sagte kürzlich zudem, die Leichenteile seien mit Säure zersetzt worden, um alle Spuren zu verwischen. Zuvor hatten türkische Ermittler von einer Folterung Khashoggis durch ein eigens aus Saudi-Arabien angereistes Spezialkommando gesprochen.

Eine würdige Beerdigung ihres Vaters in der für Muslime heiligen Stadt Medina sei "alles, was wir jetzt wollen", sagte Salah Khashoggi im CNN-Interview. "Ich habe darüber mit den saudischen Behörden gesprochen und hoffe einfach, dass es bald dazu kommt." Der saudische König Salman habe betont, dass alle Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden. "Und ich vertraue darauf. Das wird passieren. Ansonsten hätten die Saudis keine interne Untersuchung eingeleitet."

mod / DPA