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Kontra Auswanderung: Juden gehören laut Hollande zu Frankreich

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte die Juden in Europa dazu aufgerufen, nach Israel auszuwandern. Frankreichs Präsident François Hollande stellte jedoch klar: Juden gehören zu Frankreich.

François Hollande will nach Möglichkeit am Dienstag an einer Gedenkzeremonie auf dem geschändeten Friedhof im elsässischen Sarre-Union teilnehmen

François Hollande will nach Möglichkeit am Dienstag an einer Gedenkzeremonie auf dem geschändeten Friedhof im elsässischen Sarre-Union teilnehmen

Frankreichs Staatspräsident François Hollande und Regierungschef Manuel Valls haben nach der Schändung jüdischer Gräber zur Solidarität mit den Juden im Land aufgerufen. Die Juden hätten ihren Platz in Europa und im Besonderen in Frankreich, sagte Hollande.

Am Sonntag hatte der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu angesichts der Anschläge von Kopenhagen die Juden in Europa erneut dazu aufgerufen, jetzt nach Israel auszuwandern.

Regierungschef Valls äußerte sich kritisch zu Netanjahu, der bereits nach den islamistischen Anschlägen in Paris im Januar die Juden zur Auswanderung aufgefordert hatte. "Der Platz französischer Juden ist in Frankreich", sagte Valls, und Frankreich wolle nicht deren Fortzug. Die Äußerungen Netanjahus seien bedauerlich und nicht mit der Wahlkampagne in Israel zu rechtfertigen, kritisierte Valls.

Jüdischer Friedhof zum dritten Mal geschändet

Hollande will nach Möglichkeit am Dienstag an einer Gedenkzeremonie auf dem geschändeten Friedhof teilnehmen. Etwa 300 der 400 jüdischen Gräber auf dem Friedhof im elsässischen Sarre-Union waren am Sonntag entweiht worden. Antisemitische Parolen hinterließen die Täter nicht.

Die Ermittler berichteten, sie seien aber offensichtlich systematisch vorgegangen, um die schweren Stelen nacheinander zu Fall zu bringen. Der Friedhof ist schon zum dritten Mal geschändet worden. 1988 wurden 60 Stelen dort umgeworfen, im Jahr 2001 mehr als 50 Gräber verwüstet.

and/DPA / DPA