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Friedliche Wahlen in Simbabwe: Autokrat Mugabe würde "Niederlage akzeptieren"

Simbabwe hat trotz mancher Befürchtungen friedlich gewählt. Robert Mugabe glaubt an seine Wiederwahl als Präsident und zeigt sich als guter Demokrat. Die Opposition befürchtet Wahlbetrug.

Überraschend friedliche Wahlen im Krisenland Simbabwe: Der Autokrat Robert Mugabe hoffte dabei trotz seiner 89 Lebensjahre und 33 Jahren an der Macht auf eine Wiederwahl als Staatschef. Bis zum späten Mittwochnachmittag verliefen die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen bei einer hohen Wahlbeteiligung ohne Zwischenfälle.

Afrikas ältester Präsident zeigte sich am Wahltag betont moderat. Er äußerte sich sogar positiv über die 2009 international erzwungene "Regierung der nationalen Einheit", die nach Chaos und Blutvergießen das Binnenland im Südosten Afrikas schließlich stabilisierte. Die Koalitionsregierung sei eine "gute Erfahrung für alle gewesen", er habe viel gelernt. Mugabe, der Simbabwe seit 1980 mit eiserner Hand beherrscht, betonte, dass er auch eine Wahlniederlage akzeptieren würde. "Wenn Du verlierst, musst Du Dich gegenüber dem Sieger geschlagen geben. Ich werde den Regeln folgen", sagte er in Harare.

Die Abstimmung wurde überschattet von Befürchtungen, bei der Wahl sei manipuliert worden. Mugabes wichtigster Herausforderer, Ministerpräsident Morgan Tsvangirai (61), warnte angesichts fragwürdiger Wählerlisten vor Betrug. Offiziell sind 6,4 der etwa zwölf Millionen Simbabwer wahlberechtigt. Mugabe hatte im Wahlkampf versichert, es werde keine Betrügereien geben. Wahlbeobachter sind aus Afrika und Staaten wie China, Russland, Kuba oder dem Iran zugelassen. Experten der Vereinten Nationen oder der Europäischen Union hatte Mugabe abgelehnt.

Mugabe will ausländische Firmen "indigenisieren"

Die Wahlbeteiligung war nach Angaben afrikanischer Diplomaten deutlich höher als bei dem Verfassungsreferendum im März. Damals hatten die Simbabwer mit überwältigender Mehrheit einer neuen Verfassung zugestimmt. Sie schränkt die bisher sehr große Macht des Präsidenten etwas ein und gibt Frauen einen größeren politischen Einfluss.

Mugabe hatte im Wahlkampf versprochen, bei einem Wahlsieg noch mehr ausländische Firmen als bisher in simbabwische Hände zu überführen. Die Vision der "Indigenisierung", einer von Simbabwern dominierten Wirtschaft, werde fortgesetzt. Tsvangirai setzt vor allem auf eine Liberalisierung der Wirtschaft und neue Auslandsinvestitionen. In Simbabwe, einst als Kornkammer des Kontinents bekannt, sind etwa 1,8 Millionen Menschen auf internationale Nahrungsmittelhilfen angewiesen.

Wahlen in Simbabwe waren oft geprägt von Wahlbetrug und Menschenrechtsverletzungen. Bei der letzten Abstimmung 2008 fielen mehr als 200 Menschen politisch motivierter Gewalt zum Opfer. Mugabe mit seiner Partei Zanu-PF und Tsvangirai (MDC) hatten 2009 vor allem auf Druck der südafrikanischen Staatengemeinschaft SADC die nationale Einheitsregierung gebildet. Ein Ergebnis der Wahl wird spätestens bis zum Wochenende erwartet. Sollte keiner der fünf Präsidentschaftskandidaten eine absolute Mehrheit erzielen, gibt es am 11. September eine Stichwahl.

amt/DPA / DPA