1000 Aktivisten, 40 Schiffe
Hilfsflotte startet neuen Versuch in Richtung Gazastreifen

Boote mit Aktivisten und humanitärer Hilfe für die Palästinenser im Gazastreifen manövrieren im Hafen
Boote mit Aktivisten und humanitärer Hilfe für die Palästinenser im Gazastreifen manövrieren im Hafen
© Joan Mateu Parra/AP / DPA
Nach dem gescheiterten Versuch im Herbst startet die Gaza-Hilfsflotte erneut. Rund 1000 Aktivisten auf 40 Schiffen wollen Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen – Ausgang offen.

Mehr als ein halbes Jahr nach einem ersten gescheiterten Versuch ist die Gaza-Hilfsflotte „Globale Sumud-Flottille“ (GSF) mit etwa 40 Schiffen im spanischen Barcelona erneut in Richtung der Konfliktregion im Nahen Osten in See gestochen. Rund 1000 Aktivisten aus zahlreichen Ländern befinden sich demnach an Bord.

Eigentlich hätte die Flottille bereits am Sonntag in See stechen sollen – der Start wurde aber wegen schlechter Wetterbedingungen verschoben. Weitere 20 Boote, die sich im Lauf der Reise dem Konvoi anschließen sollten, hatten am 4. April im französischen Marseille abgelegt. Am 24. April sollen sich weitere Boote aus Syrakus auf Sizilien dem Verband anschließen.

Hilfsflotte für Gaza will Israels Seeblockade durchbrechen

Die propalästinensischen Aktivisten wollen erneut versuchen, die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen und Hilfsgüter in die Konfliktregion zu bringen. Die Flotte werde von einem Schiff der spanischen Hilfsorganisation Open Arms und vom Arctic Sunrise des Umweltverbandes Greenpeace, einem früheren Eisbrecher, begleitet, hieß es.

Im ersten Abschnitt der Überfahrt wird die Flotte nach eigenen Angaben über das Mittelmeer nach Sizilien fahren, wo sie mit GSF-Delegationen aus Italien und Frankreich zusammentreffen wird. Die „Globale Sumud-Flottille“ war voriges Jahr von mehreren internationalen Aktivisten-Netzwerken gegründet worden. „Sumud“ heißt auf Arabisch Standhaftigkeit.

„Wissen nicht, wie weit wir kommen werden“

Israel hat in der Vergangenheit Versuche von Aktivisten, die Seeblockade vor dem Gazastreifen zu durchbrechen, stets verhindert. Bei einem vorherigen Versuch war die vorwiegend aus privaten Segel- und Motorbooten bestehende „Globale Sumud-Flottille“ im Herbst 2025 von israelischen Spezialeinheiten gestürmt und am Erreichen der Konfliktregion gehindert worden. Die Aktivisten, darunter die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, wurden in Gewahrsam genommen und anschließend ausgewiesen.

„Wir wissen nicht, was uns erwartet. Wir wissen nicht, wie weit wir kommen werden“, räumte der Gründer von Open Arms, Òscar Camps, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Europa Press ein. Ziel der Aktion sei, „das Geschehen in Gaza wieder in den medialen Fokus zu rücken, weil es in den Hintergrund geraten ist“. Mehr als 700 Menschen seien „in diesen Monaten der Waffenruhe, die keine wirkliche war, getötet“ worden. Man müsse dort den „Völkermord stoppen“ und mit dem Wiederaufbau Gazas beginnen, forderte Camps.

Im Oktober 2025 war eine Waffenruhe in dem Palästinensergebiet in Kraft getreten, trotzdem gibt es immer wieder Angriffe und Gewalt. Israel und die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas werfen einander Verstöße gegen das Abkommen vor. Die humanitäre Lage in dem Küstengebiet ist Hilfsorganisationen zufolge weiterhin äußerst prekär.

AFP · DPA
rw

PRODUKTE & TIPPS

Kaufkosmos