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Gaza-Streifen: Neue Gewalt fordert drei Todesopfer

Die Waffenruhe zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamas ist gerade erst neun Tage alt, da gibt es schon wieder Gefechte. Bei einem Anschlag auf eine israelische Militärpatrouille kam ein Soldat ums Leben. Israel feuerte als Antowrt mit Granaten und Raketen und tötete zwei Palästinenser.

Ein neuer Ausbruch der Gewalt im Gaza-Streifen hat am Dienstag Todesopfer auf beiden Seiten gefordert. Bei dem bisher schwerwiegendsten Schlagabtausch seit dem Ende der dreiwöchigen israelischen Militäroffensive vor neun Tagen starben ein israelischer Berufssoldat und zwei Palästinenser. Ungeachtet des neuen Blutvergießens zeigte sich Ägyptens Außenminister Ahmed Abul Gheit zuversichtlich, dass Israel und die radikalislamische Hamas schon bald eine dauerhafte Waffenruhe vereinbaren. Kairo tritt bei den indirekten Verhandlungen zwischen Israel und der von der EU als Terrororganisation eingestuften Hamas als Vermittler auf.

Der Berufssoldat kam am Morgen nördlich von Kissufim bei einer Patrouillenfahrt ums Leben, als auf der israelischen Seite der Grenze zum Gaza-Streifen unter seinem Fahrzeug ein Sprengsatz explodierte. Die Bombe sei von Militanten aus dem Gaza-Streifen gelegt und von dort aus gezündet worden, teilte ein Militärsprecher mit. Drei weitere israelische Soldaten erlitten Verletzungen.

Israelische Panzer feuerten als Antwort auf den Anschlag Granaten auf Häuser im Palästinensergebiet ab. Dabei sei nördlich von Chan Junis ein Landwirt getötet worden, teilte der Leiter der Rettungsdienste in Gaza mit. Später tötete eine von einem israelischen Flugzeug abgeschossene Rakete einen Militanten, der bei Chan Junis auf einem Motorrad unterwegs war, berichteten Ärzte und Nothelfer in der Region.

Auf israelischer Seite war es das erste Todesopfer seit Verkündung der Waffenruhe im Gaza-Streifen vor neun Tagen. Zunächst bekannte sich keine der militanten Palästinensergruppen zu dem Anschlag. Israels Verteidigungsminister Ehud Barak sprach von einem "schwerwiegenden Anschlag" und kündigte eine Reaktion seines Landes an. Außenministerin Zipi Livni sagte, Israel müsse reagieren, "ganz gleich, wer für die Tat verantwortlich ist". Wie ein Militärsprecher bestätigte, ordnete Jerusalem umgehend eine Schließung der Übergänge zum Gaza-Streifen für Warentransporte an. Diese gelte "bis auf weiteres".

Nach einem Treffen mit dem EU-Chefdiplomaten Javier Solana sagte der ägyptische Außenminister Abul Gheit am Dienstag in Kairo, Israel und die Hamas könnten bereits in der ersten Februarwoche eine dauerhafte Waffenruhe vereinbaren. Die diesbezüglichen Anstrengungen der ägyptischen Vermittler würden dann auch zu einer Öffnung des Grenzübergangs Rafah zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen führen. Bisher haben Israel und die Hamas nur jeweils voneinander unabhängige Waffenruhen ausgerufen.

AP/DPA/AFP / AP / DPA