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Georgien: Hickhack um herrenlose Rakete

Russland hält einen Raketenabwurf über Georgien für eine Erfindung der Georgier. Tiflis habe einen "politischen Tsunami" verursachen wollen, sagte der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen.

Russland hat erneut eine Verwicklung in den Raketenabwurf im Nachbarland Georgien bestritten. Die Regierung in Tiflis habe sich den Vorfall ausgedacht, um einen "politischen Tsunami" zu erzeugen, sagte der russische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Witali Tschurkin. Eine Untersuchung Russlands habe gezeigt, dass sein Land nicht für den Vorfall verantwortlich sein könne. Es seien Raketenteile mit englischen Schriftzeichen gefunden worden; die Benutzung von ausländischen Einzelteilen sei den russischen Piloten verboten. Tschurkin beschuldigte Georgien zudem, es habe die Untersuchungen behindert.

Expertengruppe bestätigte georgische Sicht

Anfang August hatte in der Nähe der abtrünnigen Region Südossetien ein Flugzeug eine Rakete vom Typ "A-11 Kilter" (Nato-Codierung) abgefeuert. Seitdem streiten Russland und Georgien über die Herkunft von Flugzeug und Rakete.

Eine zweite internationale Expertengruppe hatte jedoch die georgische Version des Vorfalls grundsätzlich bestätigt. Der georgische Luftraum sei am Tag des Raketeneinschlags Anfang August dreimal von Russland aus verletzt worden, hieß es in dem am Dienstag in Tiflis veröffentlichten Bericht der Spezialisten aus Großbritannien, Polen und Estland. Zwei der Flüge hätten Ziel auf den Einschlagort der aus russischer Produktion stammenden Rakete genommen.

Georgiens Außenminister Gela Beschuaschwili forderte eine "gründliche Diskussion" der Ergebnisse durch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Beschuaschwili sagte, der Bericht bestätige die Resultate einer ersten Expertenkommission aus der Vorwoche.

Reuters/DPA / DPA / Reuters