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Großauftrag für Airbus: Chinas Gute-Laune-Spritze vor den G20-Gipfel

Nach der Hiobsbotschaft über die Notlandung ihres Prestige-Flugzeugs A380 kam diese Nachricht gerade recht. Die Volksrepublik China bestellt 100 Flugzeuge vom europäischen Flugzeugbauer.

Mit Großaufträgen für den europäischen Flugzeughersteller Airbus will China die Stimmung vor dem G20-Gipfel in der kommenden Woche aufhellen. Der chinesische Präsident Hu Jintao traf am Donnerstag zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Frankreich ein. Dabei standen die französische G20-Präsidentschaft, Gespräche über Handelsbeziehungen und Milliardenaufträge für Firmen im Mittelpunkt. Frankreich wird den Vorsitz der G20-Gruppe nach einem Gipfeltreffen in der nächsten Woche in Südkorea übernehmen. Präsident Nicolas Sarkozy will während des Vorsitzes unter anderem bei der Reform des weltweiten Finanzsystems vorankommen und die Rohstoffmärkte stabilisieren.

Zuletzt waren die Beziehungen zwischen China auf der einen sowie den USA und der EU auf der anderen Seite belastet. Die westlichen Staaten fordern von der Volksrepublik, ihre Währung schnell aufzuwerten. Damit soll der große chinesische Exportüberschuss verringert werden. China lehnt schnelle Änderungen mit Verweis auf seine Exportwirtschaft ab.

Airbus erhielt bei dem Staatsbesuch einen Großauftrag von chinesischen Fluggesellschaften. Die EADS-Tochter verkaufte 102 Passagierflugzeuge an die Volksrepublik. Der Auftrag beläuft sich auf einen Wert von rund 14 Milliarden Dollar. Zu den Auftraggebern zählten unter anderen Air China, China Eastern und China Southern. Auch der französische Atomkonzern Areva unterzeichnete mit den Chinesen ein milliardenschweres Geschäft. Insgesamt erhielten französische Unternehmen und Airbus Aufträge über 20 Milliarden Dollar.

Nach Angaben des stellvertretenden chinesischen Außenministers Fu Ying sagte Hu Sarkozy seine Unterstützung für die Agenda der G20-Präsidentschaft und eine enge Kooperation zu. Zudem gab China bekannt, sein jährliches Handelsvolumen mit Frankreich in den kommenden fünf Jahren auf 80 Milliarden Dollar zu verdoppeln. Nach dem Besuch in Frankreich will Hu nach Portugal weiterreisen.

Reuters/DPA / DPA / Reuters