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Im Angesicht von Tschernobyl Medwedew fordert härtere AKW-Sicherheitsstandards

Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat zum 25. Jahrestag des Reaktorunglücks von Tschernobyl neue internationale Konventionen zur atomaren Sicherheit gefordert.

Am symbolträchtigen Ort der Atomkatastrophe von Tschernobyl vor 25 Jahren hat Russlands Präsident Dmitri Medwedew stärkere Vorschriften für die Sicherheit von Atomkraftwerken gefordert. Die Welt müsse über eine neue internationale Konvention zur Nuklearsicherheit nachdenken, damit sich Unglücke wie in Tschernobyl und in Fukushima nicht wiederholten, sagte Medwedew am Dienstag. Er habe seinen "Freunden und Partnern" der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) Vorschläge unterbreitet, die im Falle eines Atomunglücks "katastrophale globale Folgen" verhindern sollten. Der Kreml teilte mit, Medwedew werde auf dem G-8-Gipfel im Mai "konkrete Initiativen" zu schärferen Sicherheitsstandards für Atomkraftwerke vorstellen.

Medwedews Reise nach Tschernobyl ist der erste Besuch eines russischen Präsidenten am ukrainischen Unglücksreaktor. Der frühere Sowjetführer Michail Gorbatschow war 1989 dort. Medwedew besuchte gemeinsam mit seinem ukrainischen Kollegen Viktor Janukowitsch den Ort der Tragödie. Beide nahmen an einem Gottesdienst teil und begaben sich dann zum Eingang des Kraftwerks. "Leider zu lange wurde die Ukraine mit dem Tschernobyl-Desaster allein gelassen", teilte Janukowitsch mit. "Heute sind wir nicht allein."

Zum Jahrestag des Super-GAUs forderte der ukrainische Regierungschef Mykola Asarow internationale Finanzhilfen zur Bewältigung der Folgen von Tschernobyl. Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten habe die Ukraine diese Kosten 20 Jahre lang allein getragen, erklärte Asarow. Die Katastrophe habe "soziale und wirtschaftliche Probleme" hinterlassen, die auch in vielen Jahren noch nicht überwunden seien. Die Kosten für den Bau eines neuen Sarkophags um den zerstörten Reaktor sind bisher noch nicht gedeckt. Von den benötigten 740 Millionen Euro fehlen noch rund 200 Millionen.

AFP/Reuters Reuters

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