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Raketenattacke auf Stützpunkte im Irak: US-Militär muss eingestehen: Iranischer Angriff verlief doch nicht so glimpflich

Zunächst hieß es, niemand sei verletzt worden. Doch nun muss das US-Militär zugeben: Bei dem iranischen Raketenangriff vergangene Woche gab es sehr wohl Verletzte.

Bei dem iranischen Raketenangriff auf den Luftwaffenstützpunkt Al Asad im Irak vom 8. Januar sind entgegen ersten Angaben doch mehrere US-Soldaten verletzt worden. Sie seien wegen Anzeichen auf Gehirnerschütterung behandelt worden, teilte das US-Zentralkommando am Donnerstagabend (Ortszeit) mit. Ursache seien Explosionen.

Einige Soldaten seien vorsichtshalber in ein Militärkrankenhaus in Landstuhl in Deutschland und einige in ein Camp in Kuwait gebracht worden. Zahlen nannte das Kommando nicht. Der Sender CNN sprach unter Berufung auf das US-Militär von elf Verletzten. Tote habe es bei den Angriffen nicht gegeben.

Auch US-Präsident Donald Trump hatte am Donnerstag vergangener Woche gesagt, bei den Angriffen seien keine US-Bürger zu Schaden gekommen.

Iran hatte Dutzende Raketen in Richtung Irak geschossen

Der Iran hatte in der Nacht zum 8. Januar den Luftwaffenstützpunkt Al Asad und eine Basis in der nördlichen Stadt Erbil mit Dutzenden Raketen beschossen. Es handelte sich um eine Vergeltung für die Tötung des iranischen Top-General Ghassem Soleimani durch die USA fünf Tage zuvor.

Nach den iranischen Angriffen hatte es zunächst so ausgesehen, als könnte sich der Konflikt zwischen dem Iran und den USA verschärfen. Sowohl Trump als auch die iranische Führung sandten in den Tagen danach aber Signale der Deeskalation aus.

Zerstörte Gebäude auf der  Luftwaffenbasis Al-Asad

Dieses Foto vom 13. Januar, aufgenommen bei einem offiziellen Pressetermin, zeigt die Zerstörungen auf der  Luftwaffenbasis Al-Asad nach den iranischen Raketenangriffen 

AFP

Zwei Wochen nach der Tötung Soleimanis haben die USA inzwischen ihre gemeinsamen Militäreinsätze mit den dortigen Regierungstruppen wieder aufgenommen. Die "New York Times" hatte am Mittwoch unter Berufung auf US-Militärs berichtet, die Fortsetzung dieser Einsätze entspreche dem Wunsch des Pentagon, den Druck auf die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat aufrechtzuerhalten.

Die gemeinsamen Einsätze mit den irakischen Streitkräften waren zwei Tage nach der Tötung Soleimanis ausgesetzt worden. Das irakische Parlament wiederum hatte nach der Tötung Soleimanis sowie auch eines irakischen Milizenchefs bei dem Drohnenangriff den Abzug aller US-Truppen sowie anderer ausländischer Streitkräfte aus dem Land verlangt. Bislang ist aber unklar, ob die Regierung in Bagdad diesen Beschluss umsetzen wird. Ob wiederum die jetzige Fortführung der gemeinsamen Einsätze von irakischen und US-Truppen von irgendjemandem in der irakischen Regierung genehmigt wurde, war laut "New York Times" ebenfalls ungewiss.

anb / DPA / AFP