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Irak-Krise: Hat Rumsfeld Folter genehmigt?

Die US-Regierung hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach Verteidigungsminister Donald Rumsfeld Verhörmethoden im Irak genehmigt haben soll, die zu den Folterungen von Gefangenen führten.

Die US-Regierung hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ungewöhnliche Verhörmethoden im Irak genehmigt haben soll, die letztlich zu Misshandlungen von Gefangenen führten.

Diese Behauptungen seien "haarsträubend, verschwörerisch und voller anonymer Spekulationen", sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums am Samstag. Weder Rumsfeld noch seine Mitarbeiter hätten derartige Verhörmethoden bewilligt. Die Misshandlungen irakischer Gefangener im Gefängnis Abu Ghraib bei Bagdad hatten weltweit Empörung ausgelöst und in den USA zu Forderungen nach einem Rücktritt Rumsfelds geführt.

"Schnappt euch, wen ihr braucht. Macht, was ihr wollt"

Das Magazin "New Yorker" hatte auf seiner Internet-Seite berichtet, wegen des wachsenden Widerstandes gegen die Besatzungstruppen im Irak seien Verhörmethoden zugelassen worden, die zuvor auch in Afghanistan angewandt worden seien, um Informationen über Mitglieder der El-Kaida-Organisation des Moslem-Extremisten Osama bin Laden zu erhalten. Der Verhörplan sei ein streng geheimes "Sonderzugriffprogramm" gewesen, das im Voraus die Erlaubnis dafür gegeben habe, im Kampf gegen Terror so genannte wichtige Ziele zu töten, gefangen zu nehmen oder zu verhören. Die Regeln hätten gelautet: "Schnappt euch, wen ihr braucht. Macht, was ihr wollt", berichtete das Magazin unter Berufung auf einen früheren US-Geheimdienstarbeiter.

Offensichtliche Verstöße gegen Genfer Konventionen

Rumsfeld steht erheblich unter Druck, nachdem bekannt geworden war, dass US-Soldaten irakische Häftlinge im Gefängnis Abu Ghraib bei Bagdad misshandelt und erniedrigt haben. Fotos und Videofilme, die die Misshandlungen gezeigt hätten, "basierten nicht auf irgendeinem gebilligten Programm, einem Schulungshandbuch, einer Anweisung oder einem Befehl des Verteidigungsministeriums", sagte die Ministeriumssprecherin.

Das US-Militär im Irak untersagte am Freitag harte Verhörmethoden wie Schlafentzug und den Zwang, lange in schmerzhaften Körperhaltungen zu verharren. Zuvor hatte der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz eingeräumt, dass vom US-Militär einige gebilligte Verhörmethoden im Irak gegen die Genfer Konventionen verstießen.