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US-Entscheidung Und nun? Drei Szenarien nach dem Aus des Iran-Atomdeals

Atomkraftwerk im südiranischen Bushehr
Das Atomkraftwerk im südiranischen Bushehr
© Abedin Taherkenareh / DPA
Sicher ist nach dem US-Ausstieg aus dem Atomdeal mit dem Iran nur eines: Keiner weiß, wie es nun weitergeht. Im besten Fall bleibt das Abkommen doch irgendwie bestehen, im schlechtesten kommt es zu einem atomaren Wettrüsten - drei Szenarien.

Die Ausgangslage

US-Präsident Donald Trump hat das Atom-Abkommen mit dem Iran aufgekündigt. Konkret: Die USA setzen die gegen das Land verhängten Sanktionen wieder in Kraft. Der Deal war nach jahrelangen Verhandlungen zwischen den USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und der EU 2015 abgeschlossen worden und sollte den Iran an der Entwicklung der Atombombe hindern. Das Land selbst hat alle geforderten Auflagen erfüllt, doch die US-Regierung sah den "Geist" des Vertrages verletzt, weil der Iran Raketen testet und die Region destabilisiere.

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Wie es nun weitergeht, ist unklar – diese drei Auswirkungen sind am wahrscheinlichsten:

Das "War was?"-Szenario

Nachdem die Amerikaner die Sanktionen wieder voll in Kraft gesetzt haben, behandeln die Europäer (zusammen mit Russland und China) den Iran weiter so, als wäre nichts passiert. Sprich: Die Handelsbeschränkungen bleiben aufgehoben, die Atomenergiebehörde IAEA kontrolliert nach wie vor das iranische Nuklearprogramm. Die USA haben zwar Strafen gegen jeden angekündigt, der gegen die Sanktionen verstößt, setzen ihre Drohungen aber nicht um. Folge: Der Iran wird weiter an der Entwicklung von Atombomben gehindert, aber die US-Regierung kann ihr Gesicht wahren und eine Eskalation bleibt aus.

  • Wahrscheinlichkeit: eher gering

Das "eingefrorener Konflikt"-Szenario

 Die Europäer und der Iran setzen sich an einen Tisch, um den Atomdeal nachzuverhandeln. Beide Seiten sind gewillt, zu einer Lösung zu kommen, doch die Mullahs weigern sich, ihr Raketenprogramm und/oder ihr Militärengagement in der Region zurückzufahren. Ergebnis: Die Iraner verzichten (zunächst) auf die Atombombe, bleiben aber ansonsten unnachgiebig – genau wie die USA, die alle Staaten und Unternehmen abstrafen, die direkt oder indirekt mit dem Iran zu tun haben.

  • Wahrscheinlichkeit: relativ hoch

Das Worst-Case-Szenario

In Teheran setzen sich die Hardliner durch und die Verhandlungen zwischen Europa und dem Iran über ein neues Atomabkommen scheitern. Die Mullahs steigen aus dem Atomwaffensperrvertrag aus, der ihnen den Erwerb von Nuklearwaffen verbietet und beginnen wieder mit der Anreicherung von Uran. Die Gegner des Iran, Israel und Saudi-Arabien, versuchen dem Land Einhalt zu gebieten, zur Not mit Gewalt. Im allerschlimmsten Fall führt die Eskalation zu einem atomaren Wettrüsten in der Region

  • Wahrscheinlichkeit: gering

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